Foto-Album Grube Marga

Die Informationslage bzgl. des "Fotoalbums Grube Marga" ist derzeit mehr als dürftig!
Ich konnte bislang noch nicht sicher feststellen, wann und warum diese Veröffentlichung erschienen ist. Das "warum" ist eigentlich zweitrangig, trotzdem wäre es interessant, ob es sich hierbei zum Beispiel um eine Auftragsarbeit der Ilse Bergbau AG handelt.
Sicher ist bislang nur, dass das Album vom Verlag Reinhard Rothe, Meissen herausgegeben wurde. Es beinhaltet ausschliesslich Bilder, keinen Text sondern nur kurze Bildunterschriften.
Zudem gibt es zwei Versionen davon. Eine Edelvariante im Ledereinband, in der die 25 Bilder in Form echter Fotos auf die dicken und strukturierten Kartonseiten geklebt worden sind. Der spärliche Text wurde in Gold-Prägedruck ausgeführt. Diese Variante wurde mir durch Familie Knobloch aus Brieske zur Verfügung gestellt und ist linksseitig abgebildet.
Die, in dem Foto-Album verarbeiteten, Motive wurden in der Mehrzahl auch für Postkarten (Herausgeber: Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.) verwendet. Deshalb findet man hier eine Reihe "alter Bekannter" wieder, aber auch Motive, die ich noch nicht in Form einer Postkarte gesehen habe.
Die Postkarten-Pendants versetzen uns auch in die Lage eine zeitliche Bestimmung der Abbildungen vorzunehmen, was nicht heisst, dass alle Fotos in einem engen Zeitkorridor entstanden. Das Album als solches trägt für mich klassische Züge einer Veröffentlichung der späten 1920er/frühen 1930er Jahre. Vergleicht man mit den bereits archivierten Postkarten, so kann das zeitigste Motiv auf 1915, das älteste auf 1929 fixiert werden.
Das muss aber nichts heissen, denn die Datierung der Postkarten ist ja ständigen Korrekturen unterworfen und es ist nicht ausgeschlossen, dass zukünftig die eine oder andere Postkarte nach vorn datiert werden kann.
Wüsste man, wann das Foto-Album aufgelegt wurde, dann könnte man im Umkehrschluss natürlich sämtliche Postkarten, die dieselben Motive verwenden, eventuell auf einen Schlag nach vorn datieren.

Die zweite Variante, die mir durch Wolfgang Wache zur Verfügung gestellt wurde, stellt die Sparversion dar. Bezüglich der Größe des Albums rangiert dieses in sämtlichen Abmessungen weit unter denen der Nobelvariante. Der Einband imitiert eine Mischung zwischen Reptilienhaut und Baumborke. Besser lässt es sich nicht beschreiben. Im Gegensatz zur oberen Variante sind hierin die einzelnen Abbildungen gedruckt statt auf echten Fotoabzügen. Aus Sicht der Restauration ist dies jedoch eher von Vorteil, da die Bilder in der mir vorliegenden Fotovariante in ihren jeweiligen Randbereichen auffällige Schäden aufweisen. Diese lassen sich nur aufwändig digital reparieren. Das entfällt bei der gedruckten Variante.
Außerdem wurden in dieser Version teilweise andere bzw. weniger Abbildungen verwendet, als in der Nobelvariante.