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Senftenberger Anzeiger (1911)
Was liegt am heutigen Tag näher, als sich bildlich auf Ereignisse vor genau 103 Jahren zu beziehen? Die Einweihung des Jahn-Denkmals in Senftenberg am 20. August 1911 ist das Thema dieser Woche. Die Festordnung können wir dem oben abgebildeten Inserat aus dem Senftenberger Anzeiger entnehmen. Daraus erkennen wir, dass sich die Feierlichkeiten über 3 Tage hinzogen. Desweiteren berichtete die Lokalpresse:

Senftenberg, 4. August - Die Enthüllungsfeier des vom hiesigen Turnverein "Germania" errichteten Jahngedenksteins ist bekanntlich auf Sonntag, den 20. August, festgesetzt und wird dieselbe sich zu einem größeren Feste gestalten, da nicht nur mehrere einheimische Vereine Einladungen erhalten haben, sondern auch 49 Turnvereine des Lausitzer Elstergaues. Die bisher eingetroffenen Anmeldungen der letzteren lassen auf lebhafte Beteiligung schließen, da z.B. der Turnverein Klettwitz bereits 60 Turner gemeldet hat. Die Turnvereine marschieren im Festzuge nach der Reihenfolge des Eintreffens der Anmeldungen. Mit der Feier wird auch ein Wettturnen verbunden, welches vormittags von ½9 Uhr ab auf dem Schützenhausplatze stattfindet und wird auch hieran rege Beteiligung der auswärtigen Turner erhofft. Wenn die Lieferung von Eichenlaub ermöglicht werden kann, soll an die Einwohnerschaft die Bitte gerichtet werden, möglichst reiche Dekorationen der Häuser und Straßen zu bewerkstelligen. - Eine Ansichtspostkarte des Jahndenksteins ist bereits käuflich zu haben und zwar in den üblichen Verkaufsstellen.

Der letzte Satz dieses Zeitungsbeitrags bestätigt meine schon seit längerem gehegte Vermutung, dass der Gedenkstein schon einige Zeit vor der offiziellen "Inbetriebnahme" aufgestellt wurde und für Fotoaufnahmen zur Verfügung stand. Von den nachfolgenden Ansichtskarten hatte ich von der oberen, sowie der linken in der zweiten Reihe jeweils ein Exemplar in der Hand, das am 21. August, also einem Tag nach den Feierlichkeiten, Senftenberg auf dem Postwege verliess. Und das würde ich für gedruckte Karten schon sehr sportlich finden. Tiefergehende Recherchen im Senftenberger Anzeiger brachten dann auch ein weiteres Datum zu Tage. Am 26. Juni 1911 erfolgte die Grundsteinlegung unter Beisein geladener Ehrengäste und Mitgliedern des Vereins "Germania". Damit dürfte klar sein, dass mindestens die beiden genannten Motive in dem schmalen Zeitfenster von Ende Juni bis Mitte August des Jahres angefertigt wurden.

Senftenberg
Verlag von C.G. Grubann,
Senftenberg, L.
m 77
Aufnahme = 1911
Sammlung Fred Förster
Senftenberg   Senftenberg
Verlag v. C.G.Grubann, Senftenberg, L.
Aufnahme = 1911
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg   Senftenberg
Verlag Erich Krause,
Senftenberg, L.
87481
Aufnahme <= 1913
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Verlag Erich Krause, Papierhandlung,
Senftenberg, N.-L. - Markt 9
Echte Photographie
Stengel 64269
Aufnahme <= 19??
Sammlung Norbert Jurk
Senftenberg
Mühlbach's Postkarte,
Verlag: Reinhard Rothe, Meissen
R 41313
Aufnahme <= 1935
Sammlung Matthias Gleisner
Die zwei Motive der unteren Reihe sind klar und deutlich späteren Datums. Beide Aufnahmen könnten sogar in einem engen zeitlichen Rahmen gemacht worden sein. Anhaltspunkt ist dafür die starke Parallelität der Vegetation. "Vegetation" ist auch das Stichwort, welches mich zu einem weiteren Punkt bezüglich der vorgestellten Ansichten bringt... Es geht um die Frage, welches Symbol man mittels Bepflanzung in Front des Gedenksteins darzustellen suchte. Auf den Ansichten ist dies aufgrund der Perspektive nicht so hundertprozentig auszumachen. Mit ein wenig Kombinationsgabe kommt man aber relativ schnell hinter des Rätsels Lösung: Die Figur innerhalb des Umrings soll das sogenannte Turnerkreuz darstellen, welches auch das oben abgebildete Inserat aus dem Senftenberger Anzeiger ziert. Für die historischen und gestalterischen Hintergründe des Symbols greife ich der Einfachheit halber auf das Internet-Lexikon Wikipedia zurück, aus welchem ich den nachfolgenden Text auszugsweise entnommen habe.

Das Turnerkreuz ist eine graphisch gestaltete Bildmarke bzw. ein Logo sowie ein heraldisches Gammadium, das im Jahr 1844 von dem Kupferstecher und Drucker Johann Heinrich Felsing (1800–1875) aus Darmstadt, Hessen, in den hessischen Landesfarben rot-weiß (rotes Logo auf weißem Grund) entwickelt wurde. Das Original-Logo gemäß Deutschem Turner-Bund ist heute immer quadratisch und formt ein achsengleiches griechisches Kreuz. Es besteht aus vier Exemplaren des horizontal und vertikal gespiegelten Buchstabens F in Versalien, die den Turner-Wahlspruch Frisch, fromm, fröhlich, frei aufgreifen.

Die Anordnung der vier F wurde von Felsing nicht erfunden. Vielmehr übernahm er sie wohl von einem Zweigröscher, einer preußischen Zweigroschen-Münze des Jahres 1693, der Regierungszeit des letzten Kurfürsten von Brandenburg-Preußen, Friedrich III., der ab dem Jahr 1701 als Friedrich I. König von Preußen war. Das von Felsing als allgemeines Turnerzeichen vorgeschlagene Turnerkreuz wurde noch im Jahr 1846 auf dem Turntag in Heilbronn abgelehnt. Turner jüdischen Glaubens sahen sich durch das im Turnerkreuz gleichfalls manifestierte christliche Kreuz nicht repräsentiert und haben später ein eigenes Logo auf der Basis des Davidsterns entwickelt (Makkabi). Das Turnerkreuz entwickelte sich aber dennoch zum Symbol der deutschen Turnbewegung und der politischen Überzeugung der Turner, ihrem Streben nach Einheit, Freiheit und nationaler Unabhängigkeit, obwohl nie eine entsprechende Beschlussfassung über die Verwendung des Turnerkreuzes vorlag. Bereits 1853 wurde ein Wappen mit dem Turnerkreuz auf der Festkarte des Turnfestes in Hannover abgebildet, Turnvereine übernahmen es in ihre Wappen.

(Quelle: Wikipedia)

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