Neueres

289 288 287 286 285 284 283 282 281 
280 279 278 277 276 275 274 273 272 271 270 269 268 267 266 265 264 263 262 261 260 259 258 257 256 255 254 253 252 251 250 249 248 247 246 
245 244 243 242 241 240 239 238 237 236 235 234 233 232 231 230 229 228 227 226 225 224 223 222 221 220 219 218 217 216 215 214 213 212 211 
210 209 208 207 206 205 204 203 202 201 200 199 198 197 196 195 194 193 192 191 190 189 188 187 186 185 184 183 182 181 180 179 178 177 176 

Älteres


Es wird wieder einmal Zeit, sich ein wenig ums Umland zu kümmern...
Heute mit einer Zweibildkarte mit Motiven aus Hörlitz (Dorf). Und oh Wunder! Kein Bild der Schule zu sehen. Stattdessen eine Aussen- und eine Innenansicht des zweiten "Highlights" des kleinen Dörfchens - Lehmanns Gastwirtschaft.

Senftenberger Anzeiger (1907)
Senftenberg
Herm. Meyer, Photogr.
Senftenberg, N.L.
B 782 2881.
Aufnahme <= 1907
Sammlung Theodor Restel
Senftenberg
AK_Hoe 031_1
von <= 1922 auf <= 1918
Adressbuch von Senftenberg
(1925)

Vor 90 Jahren...

- Senftenberg, 7. Oktober. (Egs.) Die hiesige Baugenossenschaft für Eisenbahnbedienstete wird am Sonnabend, 11. Oktober, die Eisenbahner-Siedlung in der Freisestraße durch eine Brunnenweihe einweihen. Im Laufe des Jahres sind 56 Wohnungen für Eisenbahner in der Freisestraße gebaut, und die zuletzt hergestellten 32 Wohnungen sind in diesen Tagen bezogen worden. Die Freisestraße ist in der Mitte zu einem schönen, freien Platz erweitert worden, der nun am nächsten Sonnabend, 11. Oktober, mittags 12 Uhr enthüllt und der Stadt feierlich übergeben werden soll. Es werden verschiedene Ansprachen gehalten, und von einer Musikkapelle werden einige Musikstücke gespielt. Anschließend daran findet Besichtigung einiger Wohnungen durch die Vertreter der Reichs-, Landes- und städtischen Behörden statt, dem sich dann ein gemeinsames Essen im Bahnhof anschließen wird. Die Bewohner der Freisestraße werden auch an dieser Stelle gebeten, die Feier durch Schmücken der Fenster und Häuser zu verschönern. An die Einwohnerschaft, insbesondere aber an die Eisenbahner und deren Familien ergeht die Bitte, recht zahlreich zu der Feier zu erscheinen.

Soweit also der Senftenberger Anzeiger im Oktober des Jahres 1924, unmittelbar vor besagter Brunnenweihe, die heute das Thema der Woche darstellt. Ich bin in der glücklichen Lage einige Aufnahmen von exakt diesem Tag, dem 11.10.1924, präsentieren zu können. Leider sind allesamt etwas dunkel, was seine Ursache sicher an der tiefstehenden Sonne und den damit verbundenen langen Schatten an jenem Tag hat.

Senftenberg
Aufnahme = 11.10.1924
Archiv der Stadt Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme = 11.10.1924
Sammlung Norbert Jurk
Wie man auf den Aufnahmen erkennen kann, hatte das mit dem eingeforderten Schmuck der Häuser leidlich geklappt. Allein die Anteilnahme der Bevölkerung hielt sich in überschaubaren Grenzen. Soweit ich das beurteilen kann, wurde der Grossteil der Anwesenden durch die oben erwähnten "Vertreter der Reichs-, Landes- und städtischen Behörden" gestellt.
Das schien auch dem Korrespondenten des Senftenberger Anzeiger aufgefallen zu sein, denn die journalistische Nachbearbeitung des Ereignisses fiel vergleichsweise nüchtern aus und fokussierte stärker auf die Fakten, die natürlich aus heutiger Sicht auch viel interessanter sind, als eine überschwengliche Beschreibung der Feier...
Besagten Text möchte ich deshalb nachfolgend dahingehend zitieren.
Senftenberg
Aufnahme = 11.10.1924
Sammlung Norbert Jurk

- Senftenberg, 13. Oktober. (Brunnenweihe). Die zurzeit wichtigste Frage in einem Gemeinwesen ist die Wohnungsfrage, und gerade hier in Senftenberg ist sie zu einer brennenden geworden, ist doch die Bevölkerung bedeutend gewachsen, ohne daß wesentlich gebaut wurde. Und gerade unsere Eisenbahnerschaft, die mit den größeren Bahnhofsanlagen vermehrt worden ist, hat es oft am eigenen Leibe spüren müssen, was es heißt, ohne Wohnung zu sein. Da entschloß sich denn die Reichseisenbahnverwaltung helfend einzugreifen: sie interessierte unter ihren Beamten - hohen, mittleren und unteren - Männer mit Gemeinsinn für die Wohnungsfrage und schloß sie zu Siedlungsgesellschaften zusammen, die bereit und entschlossen waren, mit finanzieller Hilfe des Staates der Notlage der Beamtenschaft und damit auch ihrer eigenen abzuhelfen. Solche Männer fanden sich glücklicherweise auch hier, wie z.B. Herr Oberinspektor Mansfeld, Herr Lokomotivführer Franke u.a.m. Durch das Entgegenkommen der Stadt konnte das Siedlungsland an der Großenhainer Strecke zu mäßigem Preise erworben werden. Bald wurde mit dem Bau der Siedlung - 1922 - nach Plänen der Direktion in Halle begonnen, wo Männer wie Herr Oberbaurat Freise und Herr Regierungsrat Consbruch für die gute Sache ein warmes Herz und reges Interesse hatten. - Der Bebauungsplan wurde einheitlich angelegt und sollte einen Wohnungstyp schaffen, der zugleich praktisch und anheimelnd war. Schon 1923 konnten zwei Häuser mit 8 Wohnungen bezogen werden, 1923 wurde rüstig weitergebaut, am 1. März 1924 wurden 6 Häuser mit 24 Wohnungen und am 1. Oktober 1924 noch 8 Häuser mit zusammen 32 Wohnungen bezogen, so daß jetzt 16 Häuser mit zusammen 64 Wohnungen besetzt sind. Diese bestehen fast überall aus 3 Zimmern, Küche mit Speisekammer und Korridor. Einige Häuser haben auch Stallungen. ... Projektiert sind noch 4 Häuser mit 18 Wohnungen. ...

Senftenberg
Echte Photographie
Trinks & Co. Leipzig O27
MIII-500
Za 28-24-251
Bestell-Nr.10
Teco
Aufnahme <= 1945
Sammlung Erika Fischer
Bei den im letzten Satz erwähnten 4 Häusern handelt es sich zweifellos (unter anderem) um jenen Teil des Ensembles, welcher auf den drei oberen Abbildungen durch diesen künstlichen Giebel symbolisiert wurde. Die Endausbaustufe hingegen sehen wir auf der links abgebildeten Ansichtskarte. Diese ist zwar technisch ein Nachkriegsprodukt, greift jedoch auf ein Motiv zurück, welches vor 1945 aufgenommen wurde.
Eine Publikation der Reichsbahn vom Ende der 1920er Jahre spricht im Zusammenhang mit der Freisesiedlung gar von "21 Vierfamilienhäusern mit zusammen 84 Wochnungen". Ich habe (noch) nicht nachgezählt um festzustellen, wer nun Recht hat.

Ausserdem erfahren wir, dass das 250m lange und 110m breite Gelände im Jahre 1921 im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau des Senftenberger Bahnhofs durch die Reichsbahndirektion Halle erworben wurde, um darauf Wohnhäuser zu errichten. Es bestanden sogar Pläne die Siedlung zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern. Dies scheiterte jedoch daran, dass die Stadt Senftenberg die angrenzenden Flächen bereits anderweitig vergeben hatte, als man 1927 das Projekt in Angriff nehmen wollte.

Neueres


175 174 173 172 171 170 169 168 167 166 165 164 163 162 161 160 159 158 157 156 155 154 153 152 151 150 149 148 147 146 145 144 143 142 141 
140 139 138 137 136 135 134 133 132 131 130 129 128 127 126 125 124 123 122 121 120 119 118 117 116 115 114 113 112 111 110 109 108 107 106 
105 104 103 102 101 100 099 098 097 096 095 094 093 092 091 090 089 088 087 086 085 084 083 082 081 080 079 078 077 076 075 074 073 072 071 
070 069 068 067 066 065 064 063 062 061 060 059 058 057 056 055 054 053 052 051 050 049 048 047 046 045 044 043 042 041 040 039 038 037 036 
035 034 033 032 031 030 029 028 027 026 025 024 023 022 021 020 019 018 017 016 015 014 013 012 011 010 009 008 007 006 005 004 003 002 001 

Älteres