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Die obige Einstiegsgrafik soll es andeuten: heute geht es um das Senftenberger Postamt 1. Die Postausgangsstempel die ich hier auf die Schnelle zusammengestellt habe, stellen die wesentlichen fünf unterschiedlichen Versionen dar, die in der von mir betrachteten Zeit Verwendung im Senftenberger Postamt fanden. Möglicherweise existierten weitere Varianten. Ich betone die 1 deshalb, weil ich darauf hinweisen möchte, daß Senftenberg auch ein Postamt 2 besaß. Dieses befand sich (wen wundert es?) in Senftenberg 2. Daher stammt wohl auch die Ortsbezeichnung.

Von den drei heute zur Vorstellung gebrachten Ansichtskarten, sind zwei bereits bekannt. Entweder in der größeren oder in der kleineren Variante.

Senftenberg
Verlag: G.R. Ziethe, Senftenberg
93917
Aufnahme <= 1906
Sammlung Fred Förster
Senftenberg
Senftenberg
G.R. Ziethe, Senftenberg, N.-L.
10 23242*
Aufnahme <= 1911
Sammlung Frank Weidner
Senftenberg

Gegen diese beiden schönen Motive kann Ansichtskarte Nummer 3 nicht "anstinken"! Und dennoch ist die darauf abgebildete Ansicht vielleicht die interessante des heutigen Dreiergespanns. Und ja, ich habe wieder gesündigt! Die Aufnahme sprengt einmal mehr meinen selbst gesetzten zeitlichen Rahmen. Aber ich deutete ja bereits vor einigen Wochen an, daß ich www.gruss-aus-senftenberg.de zukünftig höchstwahrscheinlich bis 1961 (aber dann ist Schluß!) ausbauen werde. Insofern ist das heute ein kleiner Vorgeschmack, worauf sich die geneigte Leserschaft demnächst einstellen muß.

Die Ansichstkarte stammt aus einer Serie von mindestens 6 Motiven, die durch die Buchhandlung Karich herausgegeben wurde. Nachfolgendes Faksimile stammt aus einem Firmenadressbuch des Jahres 1947, was in etwa dem Datum der Aufnahme nahe kommt, wobei wir uns bildlich wahrscheinlich 1948/49 bewegen.

Senftenberg
M. Karich, Buchhandlung Senftenberg
9006
(M306) 10212 Z8437 Nr.11275
Aufnahme <= 19??
Sammlung Theodor Restel
Ich finde die Aufnahme deswegen interessant, weil man hier sehen kann, daß das Haus Bahnhofstraße Nr.15, welches vor Kriegsende noch so (siehe rechts) aussah, möglicherweise durch Beschuß derart zerstört wurde, daß es abgerissen werden mußte. Vom Nachfolgebau ist auf der Ansichtskarte weit und breit nichts zu sehen. Dafür die Reste des Erdgeschosses.
In besagter Nr.15 befand sich die Senftenberger Volksbank. Das Haus hatte schon 1931 eine signifikante Veränderung der Außenhülle erfahren, nachdem das Haus an die Senftenberger Vereinsbank verkauft worden war. Ich berichtete hier davon.

Oje jetzt bin ich von Post über Karich bei der Volksbank gelandet. Wie komme ich nun wieder zurück zum Thema? Vielleicht mit einem Bericht des Senftenberger Anzeigers, in welchem unter der Überschrift Untreue bei der Post über kriminelle Machenschaften bei der Senftenberger Post geschrieben wurde, was sowohl mit der Funktion des Postamtes als auch einer Bank (Anlegen des ergaunerten Geldes) zu tun hat:

Umfangreiche Veruntreuungen eines Postbeamten aufgeklärt.
Der Dieb im Polizeigewahrsam.

Senftenberg, 12. März 1930
 Gestern wurde der bei dem hiesigen Postamt tätige Postschaffner Hermann Tulle festgenommen. Tulle stand in dem dringenden Verdacht, Paketdiebstähle verübt zu haben. Nach anfänglichem Leugnen legte er schließlich unter dem Druck der Beweise ein Geständnis ab. Nach den bisherigen Ermittlungen fielen Tulle 7 Pakete mit Tabakwaren und ein Paket Strickwolle in die Hände. Ein Mithelfer, der frühere Tabakwarenhändler und Postaushelfer Zö. von hier hat bei seiner der Festnahme vorangegangenen Vernehmung ausgesagt, von Tulle verschiedentlich Tabakwaren, in einem Falle auch Wolle gekauft zu haben. Tulle hat die Pakete während des Bahnhofsdienstes verschwinden lassen und in abgestellten Postwagen verborgen. Nach Dienstschluß hat er die Pakete dann mit in seine Wohnung genommen. Das hiesige Postamt kann über die Zahl der gestohlenen Pakete noch keine endgültige Auskunft geben. Vermutlich wird sich die Zahl noch erhöhen. Tulle wurde dem Amstgerichtsgefängnis zugeführt. Er galt als fleißiger und tüchtiger Beamter. Unverständlich ist, daß die Veruntreuungen nicht eher entdeckt worden sind.
 Hierzu erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Von dem Leiter des hiesigen Postamtes wurde am 11.März bei der hiesigen Kriminalpolizei Anzeige erstattet, daß seit einiger Zeit beim hiesigen Postamte Pakete auf unerklärliche Art und Weise verschwinden. Es wurde Diebstahl vermutet und zunächst Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Verdacht richtete sich schließlich gegen den Postschaffner Herrmann Tulle, der mit dem früheren Tabakhändler und Postaushelfer Zö. von hier Beziehungen unterhielt. Der Verdacht verdichtete sich als ein an Zö. gerichtetes Paket im Interesse der Aufklärung amtlich geöffnet wurde. Der Inhalt des Paketes und ein an Zö. gerichteter Brief ließ gewisse Zusammenhänge mit den Paketdiebstählen erkennen.
 Eine Durchsuchung bei Zö. förderte mehrere Lagen roter Strickwolle zu Tage. Nach der Herkunft der Wolle gefragt, erklärte Zö., die Wolle und vielfach auch Tabakwaren von dem Postschaffner Tulle gekauft zu haben. Einen Teil der Zigaretten hat Zö. in seinem früher betriebenen Tabakwarengeschäft in der Kaiser-Friedrich-Straße verkauft, zum Teil hat er sie in Bekannten- und Verwandtenkreisen später unter der Hand abgegeben. Die Aussagen Zö.s führten zur Festnahme Tulles, der sich gerade im Dienst befand. Tulle gestand schließlich, verschiedene Diebstähle ausgeführt zu haben, so ein Paket mit drei Kilogramm Strickwolle, das an die Firma N.Klein hier addressiert war und eine größere Sendung Zigaretten für eine hiesige Tabakwaren- und Weinhandlung.

 Eine Durchsuchung der Wohnung Tulles förderte noch 1700 Zigaretten, 300 Zigarren und drei Kilogramm Strickwolle zutage. Tulle hat die Diebstähle ohne große Schiwerigkeiten ausgeführt. Auf dem Transport der hier eingehenden Paketsendungen vom Eisenbahnpostwagen zum Paketauto der Post hat er die Sendungen, in denen er gangbare und wertvolle Waren vermutete, verschwinden lassen. Ohne daß es aufgefallen war, versteckte er die Sendungen in dem im Bahnhofstunnel abgestellten Pakethandkarren. Nach Dienstschluß setzte er sich in den Besitz der Pakete und nahm in seiner Wohnung den Vertrieb der gestohlenen Waren an Zö. und andere Abnehmer, unter anderem an einen hiesigen Kaufmann, vor, bis ihm gestern das Handwerk gelegt wurde. Weitere Ermittlungen über den Umfang und die Zahl der Diebstähle, die mehrere Jahre zurückliegen, sind noch im Gange.

Bei dem im Text mit Zö. mehr schlecht als recht anonymisierten Komplizen Tulles handelte es sich um Herrn Fritz Zöfelt, der bereits in der nächsten Ausgabe des Senftenberger Anzeiger sämtlichen Anschuldigungen in die Sache verwickelt gewesen zu sein, widersprach.
Senftenberg
AK_SFB 389_1
von <= 1940 auf <= 1938

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