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Senftenberg
Verlag von G.R.Ziethe, Senftenberg.
8384
Aufnahme <= 1900
Sammlung Norbert Jurk
Senftenberg   Senftenberg

Ausgerechnet die qualitativ schlechteste der drei heutigen Produktionen bildet den inhaltlichen Mittelpunkt. Während wir die beiden Motive rechts und links schon seit langem kennen und die heute dargebotenen Varianten keinen großen Erkenntnisgewinn bieten, ist die Nachkriegsproduktion in der Mitte des Trios tatsächlich nicht ganz uninteressant.
Doch schnell noch zu den Ansichten aus der Zeit der Jahrhundertwende: Das linke Exemplar empfinde ich als sehr schön aufgemacht. Das Maximum an Bildinformationen zu diesem Blick in die Moritzstraße bietet aber leider immer noch ausgerechnet die Mini-Variante mit dem floralen Zusatz.

Senftenberg
M.Karich, Buchhandlung,
Senftenberg
9008
(M 306) 10212 Z 8437
Nr. 11277
Aufnahme <= 19??
Sammlung Fred Förster
Senftenberg
Photographie und Verlag Wilhelm Brückner, Senftenberg
R. 6624
Aufnahme <= 1905
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg

Zwar ein qualitativer Fortschritt gegenüber der ersten archivierten Version aber dennoch kommt mir persönlich die Darstellung immer noch zu sehr "gemalt" rüber. Zweifellos gab es eine echte fotografische Vorlage der Szenerie, aber die Personen waren wahrscheinlich komplett eine Erfindung des Ansichtskarten-Herstellers. Allein die Proportionen sprechen dafür.
Wir warten weiter auf einen weniger manipulierten Blick in die Güterbahnhofstraße!

Aber nun wie versprochen zum mittleren Stück, welches uns zeitlich knapp 50 Jahre weiter in Richtung Gegenwart versetzt. Es handelt sich um einen weiteren Teil der Serie, die von der Buchhandlung Karich herausgegeben wurde. Wann genau die Veröffentlichung stattfand ist immer noch etwas unklar, da die meisten Exemplare, die mir bislang vorlagen, nicht postalisch gelaufen sind. Ich vermute jedoch 1949/50.
Zwei Dinge sind auf dem Motiv interessant. Zunächst die kleine Tankstelle links. Diese existierte an genau derselben Stelle schon Mitte der 1930er Jahre und sah damals nicht wesentlich anders aus. Ein Unterschied war aus meiner Sicht jedoch, daß die Kunden ihr Fahrzeug nicht auf die hier dargestellte Weise betanken konnten, sondern ausschließlich in Fahrtrichtung. 1935 verhinderte noch ein Grünstreifen das Ansteuern der Zapfsäulen auf die hier abgebildete Art. Möglicherweise war die Szene auf der Ansichtskarte aber auch nur ein wenig gestellt. Ich würde behaupten, daß im Verlauf des II. Weltkrieges und der damit verbundenen Verknappung und Rationierung von Benzin, privat betriebene Tankstellen zunehmend aus dem Verkehr gezogen wurden. So auch die Zapfanlage in der Bahnhofstraße 50. Und auch nach Kriegsende ging es mit der Versorgung der wenigen Fahrzeuge, die den Krieg heil überstanden hatten, nicht sofort wieder aufwärts. Kurt Bode gab erst Ende August 1947 die Wiedereröffnung der Tankstelle bekannt. Aus dieser Zeit stammt auch das unten abgebildete Inserat aus einem Firmen-Verzeichnis, welches neben der Haupteinnahmequelle Bodes, nämlich des Lebensmittelhandels, auch auf den Vertrieb von Benzin und Schmierstoffen verweist.
Die zweite interessante Sache ist das im Hintergrund abgebildete Gebäude, welches heutzutage (und das schon seit mindestens 15 Jahren) zum Kauf angeboten wird, und gemeinhin als "TRAPO" bekannt ist. Zu Zeiten der Ansichtskartenproduktion lief das Ganze noch unter Volkshaus. Die Historie des Gebäudes begann im Oktober 1933 mit der Inbetriebnahme als Gaststätte und Hotel unter dem Namen Thüringer Hof. So ein richtig gutes Händchen muß der Betreiber Karl Kunze dabei jedoch nicht gehabt haben, denn Ende der 1930er avancierte das Haus mehr und mehr zur Zentrale diverser nationalsozialistischer Organisationen. In der Moritzstraße 1 befanden sich zunächst die Dienststellen der Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM). Ab spätestens 1940 beherbergte das Haus auch die NSDAP-Kreisleitung des Kreises Calau. Nach dem Krieg wechselten zwar die politischen Machthaber und ebenso der Betreiber (Friedrich Deffke) aber ein Gaststätten- und Hotelbetrieb wurde an dieser Stelle wohl nur halbherzig aufgenommen.

Wie man der Anzeige entnehmen kann, wurde der Name "Thüringer Hof" in "Volkshaus" geändert und der Verweis auf die zur Verfügung stehenden Versammlungsräume zeigte die unveränderte Ausrichtung als Stützpunkt politischer Organisationen. Eine "Arbeiterpartei" (NSDAP) überreichte sinnbildlich der nächsten (SED) die Büroschlüssel!

Spätestens 1949 durften auch zwei weitere "Blockparteien", nämlich die CDU und die LDPD ihre Lager im Volkshaus aufschlagen. Wie man links abgebildeten Faksimile aus der "Lausitzer Rundschau" des Jahres 1986 entnehmen kann, erfolgte 1946 in dem Haus auch die Gründung der Ortsgruppe der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Ihren Sitz hatte selbige jedoch in einer Baracke am Dubinaweg 1.

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