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Senftenberg
ECHTE PHOTOGRAPHIE
Bestell-Nr. 23
III/18/6 A 5210/53/DDR-2-
Repro Color
Aufnahme <= 1953
Sammlung Matthias Gleisner
VVN, VdN, OdF - es gab mehrere Abkürzungen, die im Grunde ein und dasselbe meinten. Unter Opfer des Faschismus (OdF) verstand man insbesondere im Sprachgebrauch der DDR die Verfolgten des Nationalsozialismus. Damit wurden sowohl die Ermordeten und Toten bezeichnet, als auch die Überlebenden. Auf Beschluss des Berliner Magistrats gibt es seit 1945 an jedem zweiten Sonntag im September einen Gedenktag für die Opfer des Faschismus, der im Volksmund auch als OdF-Tag bezeichnet wird. Ab 1947 war die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Träger des OdF-Tages. Nachdem die Leitungsgremien der SED mit der Begründung, einer besonderen Organisation für NS-Verfolgte bedürfe es in der DDR nicht, im Februar 1953 die Abwicklung der VVN beschlossen und der Zentralvorstand und die Delegiertenversammlung der VVN die Auflösung beschlossen hatten, gingen deren Aufgaben an andere Instanzen wie die Räte der Bezirke und Kreise, den FDGB, die FDJ, den Verlag Volk und Welt und das Museum für Deutsche Geschichte über. In ihrer Hochphase zeichnete die VVN für die Errichtung unzähliger Denkmäler und Gedenkstätten für die Opfer der Nationalsozialistischen Herrschaft verantwortlich. 1950 erhielt auch Senftenberg ein solches Denkmal.
Dieses sieht man auf der einzigen kommerziellen Ansicht, die ich kenne, oben rechts abgebildet. Obwohl mit OdF-Ehrenmal bildseitig untertitelt, fällt das eigentliche Denkmal kaum auf. Nachauflagen dieses Motivs benennen die Szenerie etwas passender mit VdN-Ehrenmal, im Hintergrund Kreisgericht Senftenberg und verleihen somit dem dominanten Gebäude im Hintergrund mehr Gewicht.
Bevor ich dazu komme, warum dieses Ehrenmal nicht mehr existiert, möchte ich zunächst auf dessen Errichtung etwas intensiver eingehen. Glücklicherweise verfügen wir über Fotografien von der Einweihungszeremonie, die besser als obige Ansichtskarte vermitteln, wie die Figur aussah. Für den textlichen Part greife ich heute auf zwei Artikel aus der Märkischen Volksstimme zurück:

Sie wiesen uns den Weg

Am 10.September 1950 findet wieder in vielen Ländern der Welt der internationale Gedenktag für die im Kampf gegen den Naziterror gefallenen Opfer des Faschismus statt. Diese Veranstaltungen stehen für uns Deutsche in diesem Jahr unter dem besonderen Zeichen der Kampfentschlossenheit französischer und deutscher Widerstandskämpfer gegen den drohenden imperialistischen Raubkrieg. Am 10.September werden die Widerstandskämpfer in aller Welt ein Bekenntnis dafür abgeben, daß sie sich mit allen Kräften für die Erhaltung des Friedens und zum Wohle der gesamten Menschheit einsetzen werden. Für den Kreis Senftenberg findet am Sonnabend, dem 9. September, um 20 Uhr, im Kulturhaus der Reichsbahn eine zentrale Kundgebung der Widerstandskämpfer und Verfolgten des Naziregimes statt.

Senftenberg
Aufnahme 10.09.1950
Archiv der Stadt Senftenberg

Am Sonntag wird ein Mahnmal für die gefallenen Opfer des Faschismus in den Anlagen der J.-W.-Stalin-Straße enthüllt. Dieses Denkmal entstand nach dem Entwurf des Kollegen Günther Hoffmann aus Senftenberg. Es wurde frei geformt und modelliert von dem Bildhauer, Kollegen A.Paulick. Die Zusammenstellung der Tonmischung besorgte der Kollege Grunewald. In vorbildlicher Weise half dabei die Ziegelei I in Großräschen-Süd unter der Leitung des Kollegen Kowalski.
Alle Kranzdelegationen und Betriebsabordnungen sammeln sich zur Denkmalweihe am Sonntag, dem 10.September, um 9 Uhr, auf dem Bahnhofplatz und vor dem Volkshaus.
Die Einwohner des Kreises Senftenberg werden gebeten, am Gedenktag für die gefallenen Antifaschisten die Häuser zu flaggen und an den Gedenkfeiern, die für uns ein Aufruf zu neuem Kampf sein sollen, zahlreich teilzunehmen.

Senftenberg
Aufnahme 10.09.1950
Archiv der Stadt Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme 10.09.1950
Archiv der Stadt Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme 10.09.1950
Archiv der Stadt Senftenberg
Das, was wir auf obigen vier Fotos sehen können, stellte sich in der Nachschau der Märkischen Volksstimme auszugsweise so dar:

... Am Sonntagmorgen hatten sich trotz des ungünstigen Wetters eine große Anzahl von Werktätigen, Jugendlichen, Sportlern, die Volkspolizei und viele Einwohner mit unseren Widerstandskämpfern vereinigt, um nach einem Demonstrationszug durch die Bergbaustadt an der Enthüllung des Ehrenmals für die Opfer des Faschismus teilzunehmen. "Das Ehrenmal ist zugleich Symbol der Solidarität der Werktätigen mit den ehemaligen Widerstandkämpfern. Es wurde von den Spenden unserer Werktätigen in Fabriken und Verwaltungen erbaut", betonte Kamerad Niesyto in seiner Eingangsrede, die in den zuversichtlichen Worten ausklang: "Wir werden siegen, weil wir mit dem Morgen sind." Die Enthüllungsrede hielt Kamerad Wölk, der als einer der weit über den Kreis Senftenberg hinaus bekannten Widerstandskämpfer in den Versammelten die Zeit des Widerstandskampfes

in Senftenberg wachrief, wo das unweit des Ehrenmals liegende Amtsgericht zur Institution faschistischer Rechtsverdrehung, die unweit liegende Schule zum Konzentrationslager wurde. "All das", so sagte Kamerad Wölk, "müssen uns in unserem Kampf gegen die Feinde des Fortschritts noch unerbittlicher machen und und veranlassen, auch unsere letzten Zeitgenossen in das Friedenslager und in die nationale Widerstandbewegung zu führen."
Er übergab sodann das neue Mahnmal zur Betreuung in die Hände der Werktätigen von Senftenberg. "Dieses Ehrenmal", so rief Kamerad Wölk der Menge zu "soll ein Ehrenmal der Zukunft sein!"
Das Ehrenmal selbst wurde, wie wir bereits berichteten, nach dem Entwurf eines heimischen Kunsterziehers gestaltet, der aus den Reihen der

Werktätigen hervorging. Die Figur des in Fesseln Geschmiedeten, durch die Qualen zu Boden gedrückten Widerstandskämpfers hält erwartungsvoll, die Zukunft erkennend, ihr Gesicht dem Lichte zu. Ausschlaggebend ist an dieser Schöpfung nicht, daß die Strenge der Linienführung und manche andere Details noch auf große Vorbilder hinweisen, sondern das Bemühen des jungen Künstlers, die Zeit zu deuten und den Dank an die Vorkämpfer unserer jungen Demokratie auf seine Weise zum Ausdruck zu bringen.
Die Feier wurde von unserem Volkschor, der unter der bewährten leitung des Kameraden Ernst Schmidt für unser kulturelles Leben immer mehr an Bedeutung gewinnt, und dem Orchester des Stadttheaters, unter der straffen Leitung von Kapellmeister Natusch, mit viel Einfühlungsvermögen in ihrem Gehalt bereichert.

Bleibt noch die Frage zu klären, wieso dieses Denkmal so gut wie völlig aus dem kollektiven Gedächtnis der Senftenberger verschwunden ist. Das ist zumindest mein Eindruck, der natürlich persönlich dadurch zustande kommt, daß ich diesen Gedenkstein niemals zu Gesicht bekommen habe. Wie auch? Stand das Denkmal doch nicht einmal 9 Jahre an diesem Ort! Die Umstände seines Verschwindens sind etwas nebulös. Im Frühjahr 1959 wurde darüber informiert, daß das Ehrenmal der Opfer des Faschismus durch unbekannte Täter zerstört wurde. Andere Quellen behaupten, dass die Figur schlichtweg gestohlen wurde. Was irgendwie auf dasselbe hinausläuft. Daraufhin begann emsige Betriebsamkeit in Sachen Ersatzlösung. Felix Niesyto beantragte, den verbliebenen Sockel mit einer Blumenschale zu versehen. Im November 1959 war von einer Schale mit 150 cm Durchmesser die Rede, die als Übergangslösung mit Blumen bepflanzt, die Stelle der verschwundenen Figur einnehmen soll. 1960 wollte man dann die Herrichtung des Denkmals in Angriff nehmen.
Im Frühjahr 1960 wurde Günter Wendt gebeten, sich zur Ideenfindung für ein künftiges Ehrenmal diverse Mahnmale im Bezirk anzuschauen. Kurze Zeit später schlugen VdN-Kameraden dem Bürgermeister Flack vor, das Symbol (das auf der Spitze stehende Dreieck) vom verbliebenen Sockel in der Anlage zu entfernen. Im November 1960 gab es eine Standortdiskussion (Vorschläge: Jahndenkmal oder gegenüber Mingau). Am 23. Dezember legte man sich dann schließlich auf einen neuen Standort fest: Schloßpark in der Nähe des früheren Platzes des Kriegerdenkmals 1914-18...
Das Ehrenmal, das auch heute noch an dieser Stelle steht, wurde 1962 von Ernst Sauer geschaffen und besteht aus zwei Teilen: einer Bronzefigur und einer Betonwand. Die Bronzefigur stellt einen aufrecht stehenden, jungen Mann dar. Seine Mimik ist entschlossen, die Arme sind mit geballten Fäusten vom Körper leicht abgestellt. Er steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Die Gesamtform der Figur ist einfach und plastisch nicht überhöht dargestellt. Der Mann trägt nur eine einfache Hose, die ihn als Angehörigen der Arbeiterklasse darstellt. Der freie Oberkörper und die nackten Füße weisen auf seine nahende Exekution hin. Er steht vor einer grauen Wand, die als Diptychon gestaltet ist. Der linke Teil der Wand ist glatt und leer; der rechte Teil stellt in Reliefs Abschnitte der deutschen Arbeiterbewegung dar.

Die nachfolgenden Updates sollten all jenen Ansporn geben, die meinen, mir nicht (mehr) helfen zu können, da "ich ja schon alles habe". Bei der besseren Datierung von Motiven sind mir jegliche Angebote willkommen. Unabhängig davon, ob das Motiv schon lange Bestandteil meines Archivs ist oder nicht. Bei den heute aktualisierten Ansichten handelt es sich in der Regel um Abbildungen, die schon vor sehr langer Zeit archiviert wurden und wie man sehen kann bis jetzt mehr oder weniger genau datiert waren. Den Begriff "falsch datiert" möchte ich in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen.

Senftenberg
AK_SFB 490_1
von <= 1929 auf <= 1927
Senftenberg
AK_SFB 251_1
von <= 19?? auf <= 1932
Senftenberg
AK_SFB 414_1
von <= 19?? auf <= 1939
Senftenberg
AK_SFB 534_1
von <= 1907 auf <= 1906
Senftenberg
AK_SFB 021_1
von <= 1931 auf <= 1930
Senftenberg
AK_SFB 899_1
von <= 1930 auf <= 1928
Senftenberg
AK_SFB 022_1
von <= 1931 auf <= 1929
Senftenberg
AK_SFB 307_1
von <= 1937 auf <= 1930
Senftenberg
AK_SFB 007_1
von <= 1936 auf <= 1934

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