Neueres

335 334 333 332 331 330 329 328 327 326 325 324 323 322 321 320 319 318 317 316 
315 314 313 312 311 310 309 308 307 306 305 304 303 302 301 300 299 298 297 296 295 294 293 292 291 290 289 288 287 286 285 284 283 282 281 
280 279 278 277 276 275 274 273 272 271 270 269 268 267 266 265 264 263 262 261 260 259 258 257 256 255 254 253 252 251 250 249 248 247 246 
245 244 243 242 241 240 239 238 237 236 235 234 233 232 231 230 229 228 227 226 225 224 223 222 221 220 219 218 217 216 215 214 213 212 211 
210 209 208 207 206 205 204 203 202 201 200 199 198 197 196 195 194 193 192 191 190 189 188 187 186 185 184 183 182 181 180 179 178 177 176 

Älteres


Bleibt in Fortsetzung des Themas der Vorwoche nachzutragen, wieso das Dorf Sorno heute nicht mehr existiert. Jedem, der sich nur annähernd mit der Geschichte der Niederlausitz beschäftigt hat, ist natürlich klar, daß es hierfür eigentlich nur einen Grund geben kann: Die Inanspruchnahme durch den Braunkohlenbergbau. Sorno war nicht die erste und auch nicht die letzte Ansiedlung in unserer Gegend, die dem "schwarzen Gold" geopfert wurde.
Die Begehrlichkeiten an der unter dem Dorf liegenden Kohle wurden schon lange vor der finalen Abbabggerung des Ortes geweckt. Bereits 1914 begann die Ilse Bergbau AG damit, Grundstücke in diesem Gebiet aufzukaufen. Zunächst bearbeitete man schwache und verschuldete Bauern dahingehend, ihren Grund und Boden an die Ilse abzutreten. Später folgten die wirtschaftlich besser gestellten Bauern. Immerhin waren die Kaufverträge so gehalten, daß sämtliche Bauern ihre ehemaligen Flächen kostenlos weiter nutzen durften. Bis zu dem Zeitpunkt der tatsächlichen Inanspruchnahme durch das Bergbauunternehmen.
Bis 1920 gelang es dem Bergbaubetrieb in Sorno 114 ha und in Rosendorf 36 ha Boden aufzukaufen. Nach einer mehrjährigen Pause intensivierte die Ilse Mitte der 1920er Jahre die Landankaufsbemühungen wieder. 1930 besaß die Ilse in Sorno mittlerweile fast 400 ha und bis 1943 gelang es ihr noch weitere 280 ha hinzuzuerwerben. Damit konnte sie ihren Anteil an der Gemeindegemarkung auf über 76% schrauben.
Die tatsächliche Inanspruchnahme der Flächen begann mit dem Aufschluß des Tagebaus Ilse-Ost. Zwar war zu Beginn der bergbaulichen Tätigkeiten noch lange nicht an die Abbaggerung des Dorfes zu denken, jedoch machte sich der Wasserentzug durch die notwendigen Entwässerungsarbeiten für den Tagebau relativ schnell bemerkbar. Die Ilse zahlte daraufhin ab 1930 Entschädigungen wegen Grundwasserabsenkungen.
Einige Ausführungen zum Tagebau Ilse-Ost machte ich schon an dieser Stelle. Die Informationen stellten damals primär auf die erste Förderbrücke im näheren Senftenberger Raum ab, die man auf einer Reihe von Ansichtskarten sehen kann. Heute kann ich zwei weitere Stücke zu diesem Kanon beisteuern...

Senftenberg
Verlag Kaufhaus Waldschmidt, Cottbus - Senftenberg
Aufnahme <= 1936
Sammlung Matthias Gleisner
Während es sich links klar und deutlich um eine Ansichtskarte handelt, fällt das rechte Exemplar in die Gattung "Sammelbild(chen)".
Für die Zeichnung gab es offenbar eine Fotovorlage, die wir bereits von einer kommerziellen Ansichtskarte her kennen. Nämlich diese...

Senftenberg

Das Sammelbild ist eines aus einer insgesamt 270 Stücke umfassenden Serie mit dem Titel "Deutschland baut auf!".
Sammelalbum "Deutschland baut auf!" (1937)
Senftenberg
Deutschland baut auf!
Monopol-Dresden-A-16
Bild Nr. 110
Aufnahme <= 1937
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Deutschland baut auf!
Monopol-Dresden-A-16
Bild Nr. 111
Aufnahme <= 1937
Sammlung Matthias Gleisner
Herausgegeben wurde diese Sammlung von der Dresdner Zigarettenfabrik "Monopol" im Jahre 1937. Ein vollständiges Sammelalbum wird heutzutage für knapp 400 Euro angeboten.
Dieses Album hat in Gänze für mich jedoch kein Interesse. Lediglich drei Sammelbildchen aus der Serie konnten meine Aufmerksamkeit gewinnen. Während das dritte noch etwas warten muß, das erste bereits oben besprochen wurde, präsentiere ich rechts die Nummer 2. Hierauf enthalten ist eine Darstellung eines der typischen Eimerkettenbagger, wie wir sie von vielen Ansichtskarten mit Bergbaubezug aus unserem Revier kennen.

Doch zurück zum Tagebau Ilse-Ost und dem Schicksal Sornos...

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Förderbrücke des Tagebaus demontiert und als Reparationsleistung in die Sowjetunion verbracht, wo sie (angeblich) wieder aufgebaut wurde und in Betrieb ging. Die Ilse-Bergbau AG wurde enteignet, die Produktionsstätten, und damit auch der Tagebau Ilse-Ost gingen in Volkseigentum über. In diesem Zusammenhang war der Name des Tagebaus natürlich nicht mehr zeitgemäß. 1949 wurde er in "Tatkraft" und 1957 in "Tagebau Sedlitz" umbenannt. Ab 1960 tat sogar wieder eine Förderbrücke ihren Dienst bei der Bewältigung des Abraums. In der Zwischenzeit hatte man den Abraum mit Zügen um den Tagebau herum transportiert.
Wie man auf nachfolgender Grafik erkennen kann, bewegte sich die Grube über viele Jahre in nördliche Richtung. Letztlich befand sich der Drehpunkt des Tagebaus am westlichen Rand von Sorno. Über 10 Jahre drehte man sich in Uhrzeigerrichtung immer weiter Richtung Sorno/Rosendorf. Die Umsiedlung der Bewohner erfolgte Anfang der 1970er.

Der Tagebau Sedlitz nahm die Ortslagen beider Dörfer bis 1972 für die volkswirtschaftlich notwendigen Zwecke bergbaulich in Angriff heisst es lapidar in der Chronik "Sorno-Rosendorf. Aus der Vergangenheit zweier Lausitzer Dörfer". In derselben Publikation hatte man zuvor übrigens nicht versäumt, darauf hinzuweisen, wie schlimm und menschenverachtend man die Geschäfte der landaufkaufenden kapitalistischen Bergbauunternehmen bewertete. Damit stand der Verfasser in bester Tradition jener unsäglichen Abhandlungen zum Niederlausitzer Bergbau eines Dr. Frank Förster. Und weiter: Die ehemaligen Einwohner werden jedoch in ihren neuen Wohnorten der Entwicklung und weiteren Verbesserung ihrer Lebensweise teilhaftig werden, die sich stets in einer glücklichen und friedlichen Zukunft vollziehen möge.

In der Grafik oben habe ich nicht nur das Dorf Sorno markiert, sondern zudem eine Baulichkeit, die bereits viele Jahre vor Sorno demselben Tagebau zum Opfer fiel: Die Wolschingmühle (gerne auch mal Wolschingsmühle, Wolschings Mühle oder Wolschinksmühle, man legte sich da nicht so fest...) südlich von Sedlitz. Relativ wenig ist bekannt über diese Wassermühle an der Sornoer Elster. Ganz zu schweigen von irgendwelchen bildlichen Eindrücken.
Senftenberg
Verlag August Lukas, Sedlitz,
Kunstverlag F. Klinger,
Dresden-N.. 30
e 3
Aufnahme <= 19??
Museen OSL
Um so schöner ist es natürlich, daß ich heute diese tolle nachcolorierte Ansichtskarte präsentieren kann. Und da wir nun schon die zweite Woche in diesem Gebiet unterwegs sind, machen wir in der nächsten Woche noch schnell einen Abstecher nach Sedlitz!

Senftenberg
AK_Bgb 041_1
von <= 1945 auf <= 1937

Neueres


175 174 173 172 171 170 169 168 167 166 165 164 163 162 161 160 159 158 157 156 155 154 153 152 151 150 149 148 147 146 145 144 143 142 141 
140 139 138 137 136 135 134 133 132 131 130 129 128 127 126 125 124 123 122 121 120 119 118 117 116 115 114 113 112 111 110 109 108 107 106 
105 104 103 102 101 100 099 098 097 096 095 094 093 092 091 090 089 088 087 086 085 084 083 082 081 080 079 078 077 076 075 074 073 072 071 
070 069 068 067 066 065 064 063 062 061 060 059 058 057 056 055 054 053 052 051 050 049 048 047 046 045 044 043 042 041 040 039 038 037 036 
035 034 033 032 031 030 029 028 027 026 025 024 023 022 021 020 019 018 017 016 015 014 013 012 011 010 009 008 007 006 005 004 003 002 001 

Älteres