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Senftenberg
Aufnahme = 08.1939
Archiv der Stadt Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme = 08.1939
Archiv der Stadt Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme = 08.1939
Archiv der Stadt Senftenberg

Die Karussels lassen uns noch nicht ganz los!

Und diese standen eben nicht nur auf dem Schützenhausplatz, sondern wie in diesem Fall auch einmal eingangs der Schloßstraße. Der Anlaß hierfür war das sogenannte Senftenberger Heimatfest. Ein solches fand erstmals im Jahre 1938 statt. Ich bin mir aber einigermaßen sicher, daß die obigen Aufnahmen vom 2. Heimatfest stammen, das im Jahre 1939 stattfand.
Bei der zweiten Auflage legte man sich nämlich noch weitaus mehr ins Zeug als im Jahr zuvor. Neben musikalischem und tänzerischen Treiben auf dem Marktplatz und der Aufführung eines Schauspiels im Schloßhof - alles Punkte, die auch schon im Vorjahr im Programm waren - hatte man 1939 zum Beispiel eine Kegelbahn in der Schlossstraße aufgebaut. Darüber hinaus konnten die Senftenberger und ihre Gäste den damals bekannten Rundfunk-Künstler Heinrich Priemer beim Abschießen von Lachraketen auf die Zwerchfelle erleben.

Das frohe Treiben spielte sich in der Hauptsache auf und um den Markt herum ab, der die Besucher bei weitem nicht zu fassen vermochte. Die Gaststätten hatten ihren Betrieb unter den freien Himmel verlegt, der ebenfalls mit freundlich blinkenden Sternen behängt war. Taghell erleuchtet war der Marktplatz und auch der Platz vor dem Hotel Mingau, auf dem der Belustigung Tore geöffnet wurden.
Das Konzert dreier Wehrmachtskapellen und die Uraufführung des Heimatspiels "Hans von Polenz" auf der Naturbühne im Schloßhof bildeten den Höhepunkt des ersten Festtages. Mit Volkstänzen und Liedern wartete in den Nachmittagsstunden die HJ auf. Die Tombola mit ihren 2000 Gewinnen fand gleich zu Anfang lebhaften Zuspruch. Auch auf der Kegelbahn in der Schloßstraße herrschte mitunter Andrang.
Den grandiosen Ausklang bot das Riesenfeuerwerk auf und am Schloßteich im Stadtpark. Sein Aufbau, seine Zusammenstellung und die bewußt auf Steigerung abgezielte Wirkung läßt getrost Vergleiche mit großstädtischen Veranstaltungen zu. Stark war während der Festtage die Tombola in Anspruch genommen. Die Aussicht, mit dem Adler-Junior heimzukehren, oder Gewinner der Kücheneinrichtung zu werden, war ungemein verlockend. Gewinner des Adler-Junior wurde Tischler Hoffmann, die Kücheneinrichtung ging nach Kostebrau und die Nähmaschine nach Lautawerk.

Die Nachbetrachtung dieses fröhlichen und abwechslungsreichen Wochenendes im August 1939 durch den Senftenberger Anzeiger schloß mit dem Satz:

Es bedarf nur noch der Feststellung, daß alle hoch befriedigt waren und der Zeit mit Freuden entgegensehen, in der Senftenberg das nächste Heimatfest veranstalten wird.

Ob der Schreiber ahnte, daß dies erst viele Jahre später wieder möglich war? Drei Wochen nach dem 2. Senftenberger Heimatfest, am 1. September 1939, begann mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen der 2. Weltkrieg. In den folgenden 5 ½ Jahren stand den meisten Menschen nicht der Sinn nach irgendwelchen Heimatfesten. Je länger der Krieg dauerte, um so stärkere Einschränkungen erfolgten im öffentlichen Leben. Belustigung und Ablenkung der deutschen Bevölkerung bestand Ende des Krieges fast nur noch aus Kinobesuchen.
Und auch nach 1945 galt es zunächst die Folgen dieses verheerenden Krieges, den eine Reihe der Heimatfest-Besucher des Jahres 1939 nicht überlebten, zu beseitigen und das Land wieder aufzubauen.
Nach meinen Informationen fand erst 1954 wieder ein Heimatfest in Senftenberg statt.

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