Neues 312 - 2018-02-04

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Neues 312 - 2018-02-04

Beitragvon Matthias » Sa 3. Feb 2018, 09:22

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Matthias
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Re: Neues 312 - 2018-02-04

Beitragvon Harald » So 4. Feb 2018, 13:18

Sauo - Kirche.jpg

Ein ALTAR steht in jeder KIRCHE und ist ein „Tisch für Gott“, der sich zumeist gegenüber dem EINGANG am Ende der Kirche,
im etwas erhöhten ALTARRAUM befindet. Er ist häufig mit Tüchern, Kerzen und Blumen geschmückt.
Von hier aus spricht der PFARRER und benutzt ihn während des GOTTESDIENSTES,
um dort sakrale Gegenstände wie z.B. Bibel, Weinkelch u.a. abzulegen(~stellen).
Gelegentlich ist auch auch ein ALTARBILD zu sehen, also eine SCHAUWAND, die entweder direkt auf dem Altartisch aufgesetzt,
auf einem separaten Unterbau hinter ihm aufgestellt oder an der Wand hinter dem Altar befestigt ist.
Meist erzählt das Bild eine Bibelgeschichte oder zeigt Jesus, Maria, Apostel** oder andere Heilige.

Anlässlich der
ENTHÜLLUNG DES ALTARGEMÄLDES IN SAUO
mit Festgottesdienst am 1. Weihnachtsfeiertage
ließ Pastor ROTHER am gleichen Tag im >Senftenberger Anzeiger< noch einmal die dörflichen Ereignisse des zurückliegenden Jahres 1934 Revue passieren:

„Die Gemeinde SAUO hat in den letzten 6 Monaten eine große Anzahl von Erlebnissen gehabt:
die feierliche EINHOLUNG DER GLOCKEN und die große EINWEIHUNGSFEIER DER KIRCHE;
das EHRENMAL für die gefallenen Helden des Weltkrieges bekam einen
würdigen Platz vor der Kirche in schöner gärtnerischer Umrahmung,
die HITLERLINDE wurde daneben gepflanzt; dazwischen lag das ERNTEDANKFEST, das zu einem Volksfest ausgestaltet wurde;
dann hatte die Gemeinde ihre Freude daran, daß das KIRCHENGESTÜHL völlig ausgewechselt wurde, und schließlich kamen die ADVENTSANDACHTEN, deren Höchstbesucherzahl 180 Gemeindeglieder betrug. Kinder sagten ihre Adventsgedichte in weißen Kleidern, Frau Lehrer Droege und der Frauenchor sangen ihre Lieder, und die Weihnachtsvorfreude wuchs von Mal zu Mal. Und nun freut sich alles auf das Weihnachtsfest.
Heute abend um ½7 Uhr werden wir in dem neuen KIRCHLEIN zum erstenmal Weihnachten feiern, und das KIRCHLEIN wird kaum Platz haben,
um alle aufzunehmen; denn Heiligabend kann man daheim nur recht feiern, wenn man sich vorher Kraft und Richtung und Licht aus der Höhe geholt hat mit der andächtigen Gemeinde zusammen.
M o r g e n am ersten Feiertag, um ½11 Uhr wird dann unmittelbar im Anschluß an den Festgottesdienst in SAUO
das große ALTARGEMÄLDE enthüllt werden.
Es hat die Breite von fast 3 Metern und wird einen dauernden Eindruck auf die Gemeindeglieder machen und wird jedem predigen, der es ansieht.
Wer einmal in die Augen des Herrn Christus dort geschaut hat, den lassen sie nicht mehr los.
Kunstmaler VOGEL aus Niederwartha bei Dresden hat hier ein Meisterwerk geschaffen und kann des Dankes der Gemeinde schon jetzt gewiß sein.
Auch von andern Gemeinden werden sie nach SAUO kommen, um der ENTHÜLLUNG dieses Bildes beizuwohnen.
Dieses ALTARBILD soll das Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde sein. Möge es allen, die es sehen, Freude bereiten.“


Altarbild Sauo_resize.jpg

Mir liegen 2 FOTOS von diesem ALTARBILD vor – eins im Braunton-Offsetdruck aus dem >Senftenberger Anzeiger< von 1934,
das zweite, ein FARBBILD, entstammt der Dokumentation >SAUO – Spaziergang in einem verlorenen Dorf< von R.F.Radochla aus dem Jahre 2006.
Bei näherer Betrachtung beider Fotos wird klar, dass das ursprüngliche ALTARBILD spätestens nach Gründung der DDR „rekonstruiert“ wurde,
was im Zuge der Beseitigung faschistischer Hinterlassenschaften zweifellos legitim war:
aus dem HJ-Pimpf mit Schlips und Jungvolk-Wimpel – welcher eine Rune zeigte, die sog. >Wolfsangel<, die Wehrhaftigkeit symbolisieren sollte –
wurde ein „normaler“ Junge mit Kirchenkreuz-Fähnlein.

Details_resize.jpg

Interessant allerdings ist hierbei die Erkenntnis, wie stark die NAZIS die KIRCHE, „das Opium des Volkes“ (Karl Marx) für ihre Ziele missbrauchten.
So jubelte auch der damalige GAULEITER Wilhelm KUBE in jenen Tagen:

„Und wenn die KIRCHENGLOCKEN durch die Weihenacht klingen, dann hört die deutsche Nation aus diesen Glocken die Mahnung zur Ewigkeit und zum Göttlichen…Ob wir Katholiken oder Protestanten sind, ob Anhänger einer Volkskirche oder einer Glaubensbewegung – in unseren Adern flutet das deutsche Blut, in unserem Herzen schlägt das Gefühl für deutsche Ehre, in unseren Seelen brennt die Sehnsucht nach deutscher Freiheit…“

Nicht nur durch den letzten Satz aus dem „Vorspann“:
„So steht die KIRCHE IM DRITTEN REICH und löst von sich aus HAND IN HAND mit den öffentlichen Organen des Dritten Reiches und den Kulturzweigen der N.S.D.A.P. seine Aufgaben.“
wurde die Einflussnahme herausgehoben, sondern auch – man schaue bitte einmal genau hin – durch die

BEFLAGGUNG DER SAUOER KIRCHE.

Kirchenfahnen_resize.jpg

Anlässlich HOHER KIRCHLICHER FESTTAGE wird, wenn überhaupt, nur die der jeweiligen Konfession entsprechende KIRCHENFLAGGE gehisst.
Auf dem heute von Matthias vorgestellten FOTO ist aber eine SCHWARZ-WEISS-ROTE Fahne, die von 1933 bis 1945 die Reichsfarben des Deutschen Reiches darstellte, am obersten Turmfenster zu sehen.
Auf einem weiteren FOTO (ev. auch von der Einweihung der Kirche?) aus der o.g. Dokumentation von Radochla - allerdings von einem anderen Standort aufgenommen – erkennt man am Kirchturm sogar eine HAKENKREUZFAHNE

Kirche Sauo Flagge_resize.jpg

Eine weitere Äußerung von Pastor ROTHER ist ein augenscheinlicher Beweis dafür, dass der „Schulterschluss“ mit den Nazis der KIRCHE zahlreiche EINTRITTE oder „Wiedereintritte“ bzw. „Rücktritte“ bescherte:

„Es ist uns allen bekannt, daß im letzten Jahr zum ersten Male seit langem viel mehr RÜCKTRITTE in die evangelische Kirche erfolgt sind als in vorigen Jahren. Und es ist kein Zweifel, daß das mit der NATIONALEN ERHEBUNG und mit dem VERSCHWINDEN der ehemaligen LINKSGERICHTETEN PARTEIEN zusammenhängt.
Während es noch vor 2 Jahren in den angedeuteten POLITISCHEN KREISEN zum Teil als Schande galt, der KIRCHE anzugehören,
so kann j e t z t jeder Christ frei seinem Glauben leben, ohne Spott und Hohn über sich ergehen lassen zu müssen…
Mancher gestand mir im Pfarrhause, er käme erst jetzt, obwohl er schon lange den Wunsch zum RÜCKTRITT gehabt hätte; aber er meinte,
wenn er gleich nach der NATIONALEN ERHEBUNG gekommen wäre,
dann hätte das als KONJUNKTURHANDLUNG, MODE oder FURCHT gedeutet werden können…“


Nun weiß ich endlich, warum HOHE GEISTLICHE in großer Dankbarkeit dereinst Hitler, seine Horde und deren Waffen GESEGNET haben… :twisted:
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