Neues 324 - 2018-05-06

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Neues 324 - 2018-05-06

Beitragvon Matthias » Sa 5. Mai 2018, 08:54

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Re: Neues 324 - 2018-05-06

Beitragvon Harald » So 6. Mai 2018, 09:51

Komunion 2_resize.jpg

Nachdem ich unter >NEUES 319< auf die KONFIRMATION eingegangen bin, bei deren Feier die EVANGELISCHE Jugend zum ersten Mal das
HEILIGE ABENDMAHL empfängt, widme ich mich heute der KATHOLISCHEN Variante – der

ERSTEN HEILIGEN KOMMUNION

…die gewöhnlich eine Woche nach Ostersonntag, am sogenannten
>WEISSEN SONNTAG<, stattfindet - wie wir nun aber erstaunt feststellen:
IN SENFTENBERG AM HEUTIGEN 6. MAI !

Datum.jpg

Der feierliche Name >WEISSER SONNTAG< rührt von den weißen Gewändern der in der Zeit Jesu neu getauften Christen her.
Der WEISSE SONNTAG wurde danach zum traditionellen Tag, an dem viele Mädchen in weißen KLEIDERN, die an Hochzeitskleider erinnern, und Jungen in ANZÜGEN zur >Ersten Heiligen Kommunion< gehen.
Speziell die Kleider sind oft sehr teuer und nicht alle Familien können sich das leisten. Deshalb leihen heute viele Gemeinden einheitliche weiße Gewänder an alle Kinder aus. Dieses Gewand nennt man ALBE und erinnert an das Taufgewand der frühen Christen bzw. an das
der Kleinkinder, welches sie heutzutage bei der TAUFE anhaben.
Für katholische Familien ist die ERSTKOMMUNION fester Bestandteil des Lebensweges und gehört zu den sogenannten INITIATIONSSAKRAMENTEN, mit denen die Christen in die volle Gemeinschaft mit der Kirche hineinwachsen.
Diese SAKRAMENTE sind auf drei Etappen des Lebens aufgegliedert: (1) zu Beginn des Lebens mit der Geburt, mit dem frühen Säuglingsalter in der Regel die TAUFE, (2) im Grundschulalter die erste Feier der KOMMUNION und (3) im jugendlichen Alter dann letztendlich die FIRMUNG.

Als HEILIGE KOMMUNION bezeichnet man den Empfang der im Gottesdienst geheiligten Gaben von BROT & WEIN, die den Leib und das Blut CHRISTI repräsentieren. Die Spendung der Gaben durch den Geistlichen, also das HEILIGE ABENDMAHL, erfolgt seit jeher nach festgelegtem Ritus, der 1822 wie folgt geschildert wurde:

„Als der Bischof die Kanzel verließ, begleitete ihn ein sanftes Orgelspiel, das alle Gemüther zur Innigkeit stimmte an den Fuß des Altars. Feierlich traten jetzt paarweise die Kinder vor ihn, und reichten ihm die Hand, zum Zeichen des Gelöbnisses, und kehrten dann wieder in ihre Stühle. Nach einigen geistvollen Gebeten, an denen die Kinder Theil nahmen, bestieg der Bischof die oberste Stufe des Altars, wo ein goldener Kelch den Leib des Herrn in der Hülle des mit seinen Worten geweihten Brodes bewahrte, und die Kinder empfiengen es alle aus seiner Hand. Man hätte glauben mögen, eine lange Reihe seliger Geister nach der Pforte des Himmels wallen zu sehen. Nun folgte andächtige Stille…“

Kommunion 3_resize.jpg

In diversen >KOMMUNIONBÜCHLEIN< wurden „weise Ratschläge“ zur Durchführung der FEIER erteilt:

„Diesen Tag suche man recht feierlich zu machen – durch den Altarschmuck, durch festliches Glockengeläute und einen recht feierlichen Gottesdienst. Man bleibe beim Herkömmlichen, falls sich nicht dabei etwas Mißbräuchliches oder Unkirchliches eingeschlichen hat.
Allzu sentimentale Gebräuche, die mehr kindisch als kindlich sind, suche man allmälig zu entfernen, ohne jedoch sofort das Kind mit dem Bade auszuschütten. Andererseits halte man aber auch allzu rauschende oder pomphafte Festveranstaltungen fern, weil sie die Andacht stören.
War die Feier bisher etwas nüchtern, so erhöhe man dieselbe; denn dieser Tag muß den Kindern zeitlebens in frischem ANDENKEN bleiben.
Die Predigt mache man nicht zu lang, weil die ganze Feier ohnehin schon lange dauert; man bedenke auch, daß die Kinder noch nüchtern sind. Den Organisten instruiere man, an diesem Tage ganz besonders in sanften, ruhigen, langsamen und feierlichen Akkorden zu spielen, nicht viel die sog. ‚Schreiregister‘ zu gebrauchen. Wird während der Austheilung der hl. Kommunion nicht gesungen, so möge er ruhig und sanft präludieren. Der Organist kann viel zur Erbauung beitragen, aber auch viel verderben…“

Kommunion.jpg

Apropos ANDENKEN.
Neben dem obligatorischen GRUPPENBILD DER KOMMUNIKANTENSCHAR - hier vor der KATHOLISCHEN KIRCHE SENFTENBERG aufgenommen,
und einem luxuriösen EINZELFOTO

Komunion 1_resize.jpg

bilden natürlich vor allem die PRÄSENTE der Eltern & Paten den "hochgradigen Andenkenteil".
Hierzu konnte man im >Senftenberger Anzeiger“ von 1926 folgendes lesen:

„Es ist eine schöne Sitte, jungen Leuten, die OSTERN die Schule verlassen, um ins praktische Leben einzutreten, GESCHENKE zu machen.
Die KNABEN bekommen meistens eine richtiggehende TASCHENUHR, damit sie wissen, was es geschlagen hat, und lernen, was PÜNKTLICHKEIT ist.
Die MÄDCHEN, die noch keine ARMBANDUHR haben, beanspruchen ebenfalls eine Zeitmahnerin, denn wir wissen ja, daß die holde Weiblichkeit es mit der PÜNKTLICHKEIT nicht so genau nimmt. Aber schließlich müssen sie diese Tugend auch lernen.
Trägt ein Mädchen OHRRINGE, so löst es die alten gewiß zu Ostern mit einem neuen Paar ab; war sie bisher ringlos, so steckt die Mutter der Tochter einen REIF an den Finger, ein BÄNDCHEN an den Arm, ein KETTCHEN hängt sie an ihren Hals, steckt ihr eine SPANGE als Schmuck ins Haar und erfüllt die Wünsche , die sich mit ihrem Geldbeutel vertragen...Es darf nicht geleugnet werden, daß diese OSTERGABEN in späteren Tagen selige ERINNERUNGEN hervorrufen.
Oder wolltest du etwa leugnen, daß mancher GREIS nicht an seine SCHULENTLASSUNG denkt, wenn er seine alte UHR nach der Zeit fragt ?“


ICH war ebenfalls KOMMUNIKANT und trabte im Alter von 12 Jahren im ANZUG mit kurzen Hosen und übergroßer KERZE in der Hand, begleitet von den nächsten Angehörigen, zur Hörlitzer >St. Barbara-Kirche< und durfte dort das eben Beschriebene miterleben…Das war schon was – nur die damals geschenkte erste "Ruhlaer" ARMBANDUHR ging in der Studentenzeit versehentlich „baden“ und war leider NICHT WASSERDICHT – obwohl es hinten draufstand…
HALLELUJAH ! :cry:

K.Kerzen_resize.jpg
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