Neues 334 - 2018-07-15

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Neues 334 - 2018-07-15

Beitragvon Matthias » Sa 14. Jul 2018, 07:41

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Re: Neues 334 - 2018-07-15

Beitragvon Klaus » Sa 14. Jul 2018, 08:18

Für mich ist die Zschillezeichnung mit Abstand die schönste aller Abbildungen.
Vielleicht kann man sie noch hinzufügen?
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Re: Neues 334 - 2018-07-15

Beitragvon Harald » So 15. Jul 2018, 10:55

Burgen_resize.jpg

Ehrlich gesagt, hätte ich mir für SENFTENBERG lieber eine BURG (rechtes Bild), die im Mittelalter sowohl WEHRANLAGE als auch befestigter WOHNSITZ war - mit Ringmauern, Zwingern und Flankentürmen, Wehrgängen mit Schießscharten, sowie einem mit Eisen beschlagenen Holztor, sowie einem Fallgitter und einer Zugbrücke, die das Tor schützten, gewünscht, als dieses inzwischen doch schon reichlich modernisierte SCHLOSS (linkes Bild), welches einst der adligen Führungsschicht eigentlich nur als RESIDENZ und REPRÄSENTATIONSOBJEKT gedient hatte.

Die Frühform der >MITTELALTERLICHEN BURG< war die sogenannte TURMHÜGELBURG, ein bewohnbarer hölzerner oder steinerner Turm auf einem künstlichen Erdhügel, umgeben von Wall und Graben.
Die Beschaffenheit des Standortes erinnerte mich gleich an die sagenumwobene

BURG SENFTENBERG
, die im >Senftenberger Anzeiger< von 1923 allerdings als großer Irrtum dargestellt wurde:

„Die allgemein verbreitete Meinung, als sei die Stelle im von der Schwarzen Elster gebildeten Senftenberger LAUG, welche gemeinhin >DAS ALTE SCHLOSS< heißt, der Ort, wo einst auch die BURG SENFTENBERG gestanden habe, beruht auf einem Irrtum.
Es ist jene Stelle mit ihrer deutlich erkennbaren, an einzelnen Stellen 1½ Meter hohen Umwallung und mit einem Umfange von 300 Schritt, nichts weiter als ein alter RUND~ oder BURGWALL, wie sich deren in der ca. 125 Quadratmeilen großen Niederlausitz etwa 80 vorfinden… Alle diese Schanzen haben eine kreisrunde Form und finden sich meist in der Nähe jetzt bewohnter Ortschaften und zwar größtenteils mitten in sumpfigen, schwer zugänglichen Terrains. Um den Wall führte wohl auch mitunter ein Graben und ein Kranz von Palisaden. Man hat oft angenommen, als hätten diese Schanzen gottesdienstlichen Zwecken gedient...Die Scheu vor den alten, geheimnisvollen Resten jener Bauwerke, deren Bedeutung und Bestimmung man nicht erkannte, hat viel zur Verbreitung dieser Ansicht beigetragen. Bei der Lage der Verschanzung ist man geneigt, eher an eine Verteidigungsstellung zu denken. Steinerne BURGEN gab es anfangs nur sehr wenige, da man den Gebrauch des Mörtels zur dauerhaften Verbindung der Steine noch nicht kannte.
Daher errichtete man jene ERDSCHANZEN, welche den Bewohnern der Gegend denselben Vorteil gewährten, wie die STEINERNEN BURGEN in späterer Zeit, nämlich bei einer plötzlichen Feindesgefahr die Familie, das Vieh und die nötigste Habe, namentlich Lebensmittel, zu bergen.
Durch die natürliche Umgebung und Lage der SCHANZEN geschützt, konnte die darein geflüchtete Bevölkerung in dieser SUMPFBURG lange Widerstand leisten. Hatte eine solche Verschanzung sich längere Zeit als SCHUTZWALL bewährt, so errichtete man in deren Nähe auch gern eine RITTERBURG.“


Schade. Wiederum scheint aber auch eine BURG nicht gerade ein idealer WOHNORT gewesen zu sein,
was allen abenteuerlustigen Jungen, die im Jahre 1925 die 5. bis 8. Klasse besuchten, spätestens bewusst wurde,
als sie den überaus detailreichen TEXT in ihrem >BRANDENBURGISCHEN LESEBUCH< lesen durften bzw. mussten:

Lesebuch_resize.jpg

EINE MÄRKISCHE RITTERBURG UM 1500

„Der Wetterhahn auf dem Gipfel des Wohnhauses drehte sich noch immer in seinen verrosteten Angeln, ob doch der Sturm längst aufgehört hat. Der Mond sah durch die zerrissenen Wolken auf DIE ALTE BURG, Ein altes verräuchertes Nest hätte es der Reisende bei Tage genannt.
Auf einer Anhöhe, die aus den Sumpfwiesen vorragte, war es erbaut.
Ringsum, wo die Gräben und Teiche aufhörten, zogen sich weite Föhrenwälder auf unebenem Boden, dessen Bestandteil, der helle weiße Sand, schon dicht neben dem schwarzen Moorboden zutage trat.
Enge und krumme Wege schlängelten sich mühsam durch die Waldung, und die Roggen~ und Haferfelder, die in der Lichtung der Forst lagen, schienen dem Auge im Verhältnis zu dem Walde so klein, daß es zweifeln konnte, ob die in der BURG lebten, wirklich davon leben konnten…
Der Hügel, auf dem das SCHLOSS gebaut war, war nicht Sand, sondern festgestampfte Erde, mit kurzem, dichtem Rasen bekleidet;
bei genauerer Betrachtung sah man’s ihm an, daß er, wenigstens in seinen oberen Teilen, nicht das Werk der Natur, sondern der Menschenhand war, ein Bollwerk, ein alter Burgwall der Wenden…
Die dicken Mauern und Türme, die über und hinter den Erdwällen sich erhoben, waren nicht in dem Verhältnis ausgebaut, als sie angelegt schienen. Mochten den Herren die Mittel oder die Lust ausgegangen sein, mit so schwerem Gerät ein Haus aufzubauen. Sie waren zu dem Stoff und zum Teil zu der Sitte ihrer Väter zurückgekehrt, und wo der Stein aufhörte, war mit Holz gezimmert, und wo die gebrannten Steine ausgingen, selbst der Lehm nicht verschmäht, um das Fachwerk auszufüllen.
Selbst die Umfassungsmauer schien nicht auf allen Seiten fertig geworden, und wo sie Lücken bot, waren diese durch eingerammte Stämme mit Klammern, Gegenbalken und eisenbeschlagenen Spitzen ausgefüllt.
Das TOR war noch ein großer, steinerner Bogen, freilich nicht größer als in manchem Bauernhofe im sächsischen Lande, aber der achteckige Turm drüber schon aus Holz ineinandergefügt, das mit rotem Ziegelstein ausgemauert war, und wo der Ziegelstein ausgefallen, hatte man in späteren Zeiten sich mit Mörtel und Lehm genügen lassen.
Bunt genug und nicht immer sehr rechtwinklig sah es von draußen aus…
Die Pferde hatten ihren Stall im Hof, die Hunde ihre Hütten am Tor, die Schweine ihre Koben daneben; auch Kühe und Stiere wurden unterweilen bei schlimmer Zeit in den Zwinger getrieben; wie sie da mit den Rossen sich vertrugen, war ihre Sache.
Der Storch nistete auf dem Dachfirste vom Herrenhause, die Schwalben auf den hölzernen Galerien, die um den Hof liefen, die Tauben beim Türmer, die Eulen in den alten Mauerblenden, der Wurm im Holze, die Mäuse im Keller und Flur, und die Menschen jeder in seiner Kammer;
und war dem Knecht keine zugewiesen, da stand doch eine Bank in den Gängen, und lag ein anderer schon darauf, so jagte er die Hunde fort, die unterm Vordach im Hofe schliefen. Es fand sich und ging; wer schlafen wollte, der fand immer einen Platz, wer fror, ein Feuer, sich daran zu wärmen, wen hungerte, Brot und Brei; die Speisekammer war nie leer, dafür sorgte die gute Hausfrau, die nie den Schlüssel aus der Hand ließ, und wer bangte, fand auch ein freundliches Gesicht und guten Zuspruch…
Die HALLE fehlte auch nicht. Hoch war sie gerade nicht und auch nicht gewölbt. Die Balken, angerußt vom Rauch, wenn er aus dem Kamin zurückschlug, drückten wie braune Rippen über den Köpfen, und was von Schnitzwerk ehemals daran gewesen, davon war nicht mehr viel zu sehen; und wo die Schnörkel und Spitzen noch hielten, hatte man sie benutzt, wie man mit Wandnägeln tut. Da hing ein Schild, Harnisch, ein Helm, auch wohl ein Kessel oder gar ein Schinken daran.
Der Boden war festgestampfter Lehm und die Tische und Bänke von solchem Kerneichenholze, daß es dem Zimmermann schade gedünkt, viel mit Hobel und Meißel daran zu schnitzen und zu glätten.
Eine Schwelle nur und eine Tür schied die Halle vom Hofe.
Wenn die Tür aufging, drang Regen und Wind ein; darum tat man sie lieber gar nicht zu, wenn es nicht zu arg stürmte und stiebte.
Und das kam dem Feuer im Kamin zugut, denn wenn der Rauch, der seine Launen in alten Häusern hat, nicht hinauswollte, wo er hinaus soll, und lieber im Saal bleiben mochte, zwang ihn die Zugluft, daß er prasselnd durch den Schlot fuhr.
Und für den Schornstein war es auch gut, daß die Flammen nicht zu lange darin spielten und weilten, denn er war von Holz; zwar waren’s Eichenstämme, mit Weidenruten durchflochten und mit Lehm gefüttert; aber wenn das Feuer nicht durch wollte, fingen die Wände doch an zu sengen, und dann mußte ein Knecht aufs Dach und einen Eimer Wasser hinuntergießen. Schadete gar nichts; der Rauchfang stand schon über hundert Jahre, und noch mehr konnte er stehen, wenn auch nur immer einer da war mit einem Eimer Wasser. Zwar ging das Feuer dann aus; aber Holz war immer da. Holz und Luft war der Reichtum unserer Väter, und an beiden war auch im Saal ein Überfluß…


schüler_resize.jpg

Übrigens, liebe Eltern & Großeltern, ist dieser TEXT bestens dafür geeignet, Ihre eigenen Kinder bzw. Enkelkinder für einen von Ihnen gewünschten Eintritt ins GYMNASIUM zu testen…
Lassen Sie doch ihre Sprösslinge einmal laut und FLIESSEND vorlesen, was Schüler der Volksschule vor rund 100 Jahren in der 5. Klasse (mehr oder weniger) spielend bewältigten…Die Nase vorn hatten allerdings nur diejenigen, die anschließend bei "GESCHLOSSENEN LESEBÜCHERN DEN WESENTLICHEN INHALT MIT EIGENEN WORTEN WIEDERGEBEN" konnten...

Und - wie läuft’s ? :D :o :shock: :(
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Harald
 
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