Persönlichkeiten von Senftenberg Teil 3

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Christian neu in SFB
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Persönlichkeiten von Senftenberg Teil 3

Beitragvon Christian neu in SFB » Mo 21. Mär 2022, 20:09

26.
Wolfgang Utzt (* 1. Oktober 1941 in Senftenberg; † 25. April 2020 in Frankfurt an der Oder) war ein deutscher Maskenbildner. Bereits im Alter von 19 Jahren als Volontär am Deutschen Theater Berlin tätig, war seine berufliche Laufbahn auf das Engste mit dieser Bühne verbunden.
Nach seiner Ausbildung zum Maskenbildner bei Herbert Zensch (1960–63) und dem Diplom für Maskenbild-Design an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden (1973) wurde er 1979 Chefmaskenbildner des Deutschen Theaters, leitete die dortigen Werkstätten mit 14 Maskenbildnern und Auszubildenden und arbeitete mit den Regisseuren Heiner Müller, Thomas Langhoff, Jürgen Gosch, Frank Castorf, Alexander Lang, Friedo Solter, Hans Neuenfels, Robert Wilson und vielen anderen.
Mehr als 100 Stücke wurden von Utzt vom Konzept bis zur Inszenierung betreut. Außerdem unterrichtete er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Eine umfangreiche Sammlung seiner Masken und Figurinen befindet sich im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Inszenierungen (Auswahl)
• 1972 Amphitryon (Peter Hacks). Regie: Friedo Solter
• 1974 Glanz und Tod des Joaquin Murieta (Pablo Neruda). Regie: Klaus Erforth, Alexander Stillmark
• 1977 Das Biest des Monsieur Racine (nach Tomi Ungerer). Regie: Alexander Lang
• 1980 Elektra (Sophokles). Regie: Friedo Solter
• 1981 Dantons Tod (Georg Büchner). Regie: Alexander Lang
• 1985 Der Kaufmann von Venedig (William Shakespeare). Regie: Thomas Langhoff
• 1988 Der Lohndrücker (Heiner Müller). Regie: Heiner Müller
• 1989 Der Theatermacher (Thomas Bernhard). Regie: Peter Schroth, Peter Kleinert
• 1990 Hamletmaschine (Heiner Müller). Regie: Heiner Müller
• 1991 Peer Gynt (Henrik Ibsen). Regie: Friedo Solter
• 1991 Mauser (Heiner Müller). Regie: Heiner Müller
• 1992 Der Turm (Hugo von Hofmannsthal). Regie: Thomas Langhoff
• 1994 Der Kyklop (Euripides). Regie: Friedo Solter
• 1997 Ithaka (Botho Strauß). Regie: Thomas Langhoff
• 1999 Die Trachinierinnen des Sophokles (Thomas Brasch nach Ezra Pound). Regie: Matthias Langhoff
• 2001 Titus Andronicus (William Shakespeare). Regie: Hans Neuenfels
• 2002 Dr. Caligari (Robert Wilson). Regie: Robert Wilson

27.

28.
Siegfried Loyda (* 22. August 1921 in Senftenberg; † 5. August 2008) war ein deutscher Schauspieler und Ansager von großen Abendprogrammen, Konzerten und Kabarettsendungen in der DDR.
Loyda nahm nach dem Zweiten Weltkrieg am Leipziger Konservatorium Schauspielunterricht und debütierte 1946 beim Mitteldeutschen Rundfunk als Sprecher. Dem Medium Funk blieb er in den folgenden Jahrzehnten treu, erst in Leipzig, dann in Berlin als Moderator von Wunschsendungen.
Loyda wirkte als Sprecher in Hörspielen mit und moderierte zudem auch eigene Sendungen. Der bei einer großen Hörergemeinde sehr populäre Künstler spielte nur gelegentlich in Film- und Fernsehproduktionen. 1965 verkörperte er den SS-Führer Heydrich in dem Spielfilm „Das Attentat“ (ČSSR). In der Serie „Das unsichtbare Visier“ spielte Loyda über viele Jahre den Born-Getreuen Herzog, Chef der Rhein-Main-Detektei und verantwortlich für Sicherheitsfragen in der Organisation (ODESSA) der „alten Kameraden“.
Vor seiner Tätigkeit beim Rundfunk war Loyda als Neulehrer in Senftenberg tätig.
Filmografie
• 1965: 10 Uhr 30: Das Attentat (Atentát)
• 1967: Die gefrorenen Blitze
• 1970: Junge Frau von 1914 (Fernsehfilm)
• 1971: Arthur Becker (Fernsehfilm)
• 1973: Dny zrady I
• 1973–1979: Das unsichtbare Visier (Fernsehserie)
• 1975: Steckbrief eines Unerwünschten (Fernsehfilm)
• 1980: Archiv des Todes – Das Grab im Schacht (Fernsehserie)
• 1982: Die Mahnung

29.
Detlef Kaiser (* 8. Dezember 1955 in Senftenberg[1]) ist ein deutscher Konzertpianist.
Leben
Detlef Kaiser studierte Klavier an der Hochschule für Musik in Dresden in der Klasse von Eva Ander. Nach dem Abschluss folgte eine Aspirantur am Tschaikowski-Konservatorium Moskau bei Wera Wassiljewna Gornostajewa und Michail Sergejewitsch Woskressenski.
Nach dem Gewinn eines Sonderpreises als bester von 46 Teilnehmern aus 15 Ländern beim Internationalen Maria-Canals-Wettbewerb 1985 in Barcelona[2] entwickelte Kaiser eine rege Konzerttätigkeit. So gab er Konzerte in der Semperoper Dresden, im Gewandhaus Leipzig, im Schauspielhaus Berlin, in Petersburg, Moskau, Budapest, Bratislava, Havanna, Warschau, Linz, Barcelona, Limassol, Paris und Wien. Konzertreisen führten ihn in die USA und nach Japan. Neben Soloabenden und als Kammermusikpartner war Detlef Kaiser darüber hinaus Solist bei circa 50 Sinfonieorchestern.
1992 erfolgte die Berufung auf eine Professur für Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.
Kaiser war mehrfach Juror bei internationalen Klavierwettbewerben und gab Meisterkurse, unter anderen am Real Conservatorio Superior de Música de Madrid und am Pariser Konservatorium.


30.
Katrin Hensel, Malerin

31.
Chor der Bergarbeiter Brieske e. V.

Der Chor der Bergarbeiter Senftenberg hat am Sonntag in der einstigen Bergarbeiterstadt Marga bei Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) sein Abschiedskonzert gegeben, 110 Jahre nach seiner Gründung. Doch das Ende ist gleichzeitig ein Anfang: Der Chor sattelt um - auf Shantys - ein Form des Seemannsliedes.
Chor der Bergarbeiter 1951 | Bild: Chronik Chor der Bergarbeiter
Alte Stimmen und kein Nachwuchs
Sonntagnachmittag, ein letztes gesungenes "Glück Auf". Mit ihren Hahnenstutzen und Schachthut stehen die Sänger im Konzertgarten, es ist die Kopfbedeckung der Bergleute, wenn sie ihr Ehrenkleid tragen. Hunderte Menschen sind gekommen.
"Wir sind aufgeregt", sagt der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Schulze über sich und die Chormitglieder. "Und eine Menge Wehmut ist dabei."
Einst waren sie über 40 Sänger, zuletzt noch 23, kein Chormitglied ist unter 60. Seit zehn Jahren ist niemand mehr dazugekommen. Die Stimmen seien alt, sagt Schulze. "Die Spannung in den Stimmbändern fehlt." Dazu hätten einerseits die gesundheitlichen Schwächen der Männer beigetragen, aber auch das Probeverbot wegen der Corona-Pandemie.

dpa/Andreas Franke
Klima-Debatte im Landtag Früherer Kohleausstieg entzweit Koalitionäre in Brandenburg
Die Jungen unter den Alten starten Neuanfang
Seit 1911 hat der Chor der Bergarbeiter über 280 Titel erarbeitet. Meist ging es um den Stolz und die einst so harte Arbeit der Bergleute. Er singt beim jährlichen Tag des Bergmanns und im DDR-Fernsehen, nach der Wende unter anderem vor dem NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau.
Nun ist Schluss. Tränen sind an diesem Sonntag auch im Publikum geflossen, bei dem oft ganze Familien im Bergbau gearbeitet haben. "Die Konzerte waren immer wunderbar, da konnte man schön mitsingen", sagt eine ältere Dame.
Wer singt jetzt noch die Lieder? "Kohleausstieg und Bergmannslieder, das passt nicht so recht zusammen, denken zumindest einige", sagt Gerd Rückert, einst Werksdirektor im Bergbau und Chormitglied. "Es ist ja nicht nur so, dass der Chor nicht mehr existiert. Auch das Liedgut, das damit im Zusammenhang steht, wird ja auch der Vergangenheit angehören."
Von den Kohlegruben zum Seenland. Diese Verwandlung kann auch ein Chor. Die Jungen unter den Alten wollen weitermachen, nur anders. Die ersten Shantys sind bereits einstudiert. Die neue Auftrittskleidung hängt schon im Schrank.
32.
Dr. Joachim Wilde
Sportarzt der DDR Nationalmannschaft im Wintersport


33.
Hans-Joachim Pathus (* 10. September 1936 in Senftenberg) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet aus der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), der als Trainer 35 Jahre lang deutsche Weltklasse-Geher betreute.
Pathus war gelernter Bergmann, als er in den 1950er Jahren von Jürgen Kollosche für die Leichtathletik entdeckt wurde. Als aktiver Geher gewann er für den ASK Vorwärts Berlin fünfmal den Meistertitel der DDR im 20-km-Gehen, mit der Mannschaft siegte er siebenmal[1]. Von 1957 bis 1968 war er in zwölf Länderkämpfen für den DVfL aktiv; für internationale Meisterschaften konnte er sich aber nie qualifizieren.
Pathus hatte neben seiner sportlichen Karriere in Potsdam Sport studiert und übernahm ab 1969 das Training seines Mannschaftskameraden Peter Frenkel, den er 1972 in München zum Olympiasieg führte. Sein nächster Weltklassegeher war Ronald Weigel, der unter Pathus als Trainer beim ASK Potsdam zum Weltmeistertitel 1983 und zu drei olympischen Medaillen ging. Pathus hatte gerade über Ausdauer im Sport promoviert, als sich die DDR-Sportlandschaft bei den Armeesportklubs mit der Wende in der DDR auflöste. Pathus fand nahtlos eine Beschäftigung beim DLV und war ab 1991 als Bundestrainer für das Gehen tätig, 2004 wurde er in dieser Funktion von seinem Schwiegersohn Ronald Weigel abgelöst.
Pathus wurde mehrmals mit dem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet, zuletzt erhielt er ihn 1988 in Silber.[2]


34.
Christina Lathan, geb. Brehmer (* 28. Februar 1958 in Altdöbern) ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin und Olympiasiegerin.
Leben
Mit dem Training begann sie 1969 bei der SG Dynamo Senftenberg. Gerhard Lootze war es, der ihr wichtige Grundlagen für ihre sportliche Entwicklung vermittelte. Im September 1973 wurde sie zum SC Dynamo Berlin delegiert. Sie wurde Angehörige der Volkspolizei, studierte Ökonomie und arbeitete nach dem Ende der DDR beim Ordnungsamt in Senftenberg.
Sportliche Karriere
Sie stellte 1976 gleich mehrere Deutsche Rekorde über 400 Meter auf. Am 25. April verbesserte sie den bestehenden Rekord in Sotschi auf 50,1 s, am 1. Mai in Split auf 50,39 s und am 9. Mai in Dresden auf 49,77 s, was auch gleichzeitig Weltrekord bedeutete (die erste elektronisch gestoppte Zeit unter 50 Sekunden).
Bei den XXI. Olympischen Spielen 1976 in Montréal, Kanada errang sie im 400-Meter-Lauf die Silbermedaille (50,51 s) hinter der Polin Irena Szewińska (Gold) und vor der Deutschen Ellen Streidt (Bronze) sowie die Mannschaftsgoldmedaille in der 4-mal-400-Meter-Staffel in Weltrekordzeit zusammen mit ihren Teamkolleginnen Doris Maletzki, Brigitte Rohde und Ellen Streidt. 1979 siegte sie bei den Hallenmeisterschaften der DDR und 1980 belegte sie Platz zwei über 400 Meter.
Bei den XXII. Olympischen Spielen 1980 in Moskau erreichte sie über 400 Meter die Bronzemedaille hinter der ebenfalls Deutschen Marita Koch (Gold) und der Tschechin Jarmila Kratochvílová. Auch über 4-mal 400 Meter holte sie sich wieder eine Medaille, dieses Mal die Silbermedaille, zusammen mit ihren Teamkolleginnen Gabriele Löwe, Barbara Krug und Marita Koch.
Ihre Trainerin Inge Utecht lobt ihren ausgeprägten Kampfgeist und Siegeswillen, aber auch ihre Beständigkeit. In ihrer aktiven Zeit war Christina Lathan 1,68 m groß und wog 64 kg.
Sportliche Erfolge
1975
Kinder- und Jugendspartakiade der DDR: 200 m und 4 × 100 m 1. Platz DDR-Meisterschaften – Junioren: 400 m und 4 × 100 m 1. Platz Europameisterschaften – Junioren: 400 m, 4 × 100 m und 4 × 400 m 1. Platz
1976
Olympische Spiele: 4 × 400 m Goldmedaille 400 m Silbermedaille
1977
Europapokal: 4 × 400 m 1. Platz Weltpokal: 4 × 400 m 1. Platz
1978
DDR-Meisterschaften: 400 m 2. Platz Europameisterschaften: 4 × 400 m 1. Platz 400 m 2. Platz (50,38 s)
1979
DDR-Meisterschaften: 400 m 1. Platz Europapokal: 4 × 400 m und 4 × 100 m 1. Platz Weltpokal: 4 × 400 m 1. Platz
1980
Olympische Spiele: 4 × 400 m Silbermedaille 400 m Bronzemedaille (49,66 s)

35.
Frank Wojchichowski
Juniorenweltmeister im Rudern 2 - er


36.
Oberligamannschaft Aktivist Brieske Senftenberg 1949 - 1963

37
Horst Franke, genannt „Hotta“, (* 23. Januar 1929 in Grube Marga/Briesker Kolonie in Brandenburg; † 14. November 2006) war ein deutscher Fußballspieler von BSG Aktivist Brieske-Ost und SC Aktivist Brieske-Senftenberg, der von 1949 bis 1962 für die „Briesker Knappen“ in der DDR-Oberliga in 294 Spielen 73 Toren geschossen hat.
Karriere
Jugend und Beginn nach dem Zweiten Weltkrieg, 1945 bis 1949
Im Alter von 16 Jahren fing Horst Franke bei der SG Marga in der 1. Jugendfußballmannschaft an. Eine technische Grundausbildung besaß er in diesem Alter bereits dank des täglichen Fußballspiels mit Klassenkameraden und Dorfkindern. Auch mit dem Handball hatte er aktiv Bekanntschaft gemacht. In der 1. Jugendmannschaft von Grube Marga wurde das Gerüst der späteren Oberliga-Mannschaft aufgebaut. Im Jahr 1946 kam Horst Franke in die Ligamannschaft von SG Marga. Dabei profitierte er von der Erfahrung der älteren Spieler Hermann Fischer und Erich Lehmann, die in den Kriegsjahren 1941 bis 1943 mit SV Marga in der Gauliga Berlin-Brandenburg gespielt hatten. Als erstmals in der Saison 1946/47 nach dem Zweiten Weltkrieg die Brandenburger Landesmeisterschaft ausgetragen wurde, war der Dorfverein Marga sportlich noch nicht so weit, um sich für die Endrundenspiele qualifizieren zu können. In der Saison 1947/48 feierte Horst Franke mit SG Grube Marga im Fußballbezirk Westlausitz die Meisterschaft. Die persönliche wie auch die Weiterentwicklung der Mannschaft hielt in der Saison 1948/49 an. Am 31. Oktober 1948 wurde Franke bereits in die Landesauswahl von Brandenburg berufen. Das während der Saison in Franz-Mehring Marga umbenannte Team mit dem Linksaußen Horst Franke gewann zuerst die Meisterschaft in der Landesliga, Staffel Ost, vor RW Cottbus und der ZSG Großräschen. In allen drei Finalspielen gegen den Meister der Weststaffel, SG Babelsberg, agierte der 20-Jährige als Linksaußen. Beim Entscheidungsspiel am 24. April 1949 in Eberswalde brachte er sein Team in der 18. Spielminute mit 1:0 in Führung. Landesmeister von Brandenburg wurde jedoch Babelsberg mit einem 2:1-Sieg. Als Vizemeister nahm Marga an der zum zweiten Mal ausgetragenen Ostzonenmeisterschaft teil, wo die Mannschaft im Viertelfinale nach einer 0:4-Niederlage gegen Eintracht Stendal ausschied. Der Auswahltrainer der Ostzone, Helmut Schön, berief Horst Franke zum Test-Spiel am 6. Juni 1949 in Leipzig gegen Sachsen; Franke empfand es als „Ehre ..., unter Leitung von Helmut Schön trainieren und spielen zu dürfen“. Mit dem Gewinn des Landespokals von Brandenburg durch einen 4:0-Erfolg gegen SG Babelsberg wurde die Runde erfolgreich abgeschlossen. Die materielle und finanzielle Unterstützung, die der Mannschaft nach deren Umbenennung in BSG Franz-Mehring Marga von dem gleichnamigen Betrieb zuteilwurde, trug zur Verbesserung der gesamten Mannschaft bei.
DDR-Oberliga, 1949/50 bis 1961/62

Bei der im Jahre 1949/50 erstmals ausgetragenen Meisterschaft der Zonenliga erreichte Franz-Mehring Marga den sechsten Tabellenplatz. An der Seite von Spielertrainer Hermann Fischer und Routinier Erich Lehmann bestritt Horst Franke 26 Spiele und erzielte dabei drei Tore. In den Heimspielen wurde eine positive Punktebilanz von 20:6 erreicht, der Zuschauerschnitt von 5.310 überschritt die Einwohnerzahl des 3.500-Ortes Brieske-Ost. Im August und September 1949 absolvierte Horst Franke zwei Spiele in der Landesauswahl Brandenburg, im April 1950 folgte das dritte Spiel. Silvester 1949 stand Horst Franke in der DDR-Auswahl beim Spiel gegen SG Dresden-Friedrichstadt. Die Auswahl war bei der 0:2-Niederlage in technischer Hinsicht deutlich dem Vereinsteam von Helmut Schön unterlegen. Im zweiten Oberligajahr verbesserte sich das im August 1950 in BSG Aktivist Brieske-Ost umbenannte Team weiter. Punktgleich – mit jeweils 43:25 Punkten – standen Motor Zwickau, Brieske und VP Dresden auf den Plätzen drei bis fünf der Abschlusstabelle 1950/51. „Hotta“ absolvierte 34 Spiele und schoss 15 Tore. Er galt neben Heinz Satrapa als der beste Linksaußen in der DDR-Oberliga. Zu seinen Vorzügen zählte, neben seinem schnellen Antritt mit und ohne Ball, seine linksfüßige Schusskraft. Im November 1950 und Mai 1951 wurde er repräsentativ in der Brandenburg-Auswahl eingesetzt. Horst Franke wurde durch seine überzeugenden Auftritte in das Allstarteam der Runden 1951 und 1952 auf Linksaußen bzw. Halblinks fixiert. Mit 18 Toren erreichte Horst Franke in der Runde 1951/52 seinen persönlichen Rekord in der Oberliga. Ab der Runde 1952/53 wuchs er in die Spielmacherrolle auf Halblinks hinein und wurde auch als offensiver linker Außenläufer eingesetzt. Dadurch trat Horst Franke nicht mehr als exponierter Torschütze für Brieske in Erscheinung. Beim Zuschauerdurchschnitt von 6.685 kam das Team aus der Niederlausitz auf doppelt so viel Zuschauer wie Einwohner. In den Runden 1952/53 und 1953/54 wurde Horst Franke im Allstarteam für die Reserve vorgesehen. Als in der Saison 1953/54 mit Heinz Lemanczyk ein Techniker und Stürmer in die Mannschaft drängte, hatte Horst Franke einen Spielpartner gefunden, mit dem er gut harmonierte. Im Oktober 1954 wurde die Ligamannschaft zum SC Aktivist Brieske-Senftenberg delegiert und kam am Rundenende 1954/55 auf den sechsten Rang. Im FDGB-Pokal gelangte Horst Franke mit seinen Mitspielern nach einem 9:0 Erfolg im Viertelfinale gegen SC Fortschritt Weißenfels in das Semifinale gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Horst Franke schoss drei Tore. Der spätere Pokalsieger aus Aue gewann mit 4:2 Toren. In Brieske feierte Horst Franke nach 25 Einsätzen mit fünf Toren mit seinen Mannschaftskameraden die Vizemeisterschaft. Bereits am 3. Februar 1955 nahm er in der Deutschen Sporthalle in der Berliner Stalinallee vom Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrats, Walter Ulbricht, die staatliche Auszeichnung Meister des Sports entgegen und war somit einer von elf Fußballspielern der DDR, die an jenem Tag diese Ehrung erhielten.[1]
„Hotta“ wurde nochmals als Ersatzläufer für das Allstarteam nominiert. Am 4. November trennten sich die Meisterschaftskonkurrenten Brieske-Senftenberg und SC Wismut Aue vor 32.000 Zuschauern in der heimischen Glückauf-Kampfbahn mit einem 0:0-Unentschieden. Der Grubenort Brieske, der drei Kilometer vor den Toren Senftenbergs liegt, brachte es bei 3.500 Einwohnern auf durchschnittlich 9.000 Zuschauer in diesem Erfolgsjahr. Das letzte Rundenspiel wurde von Brieske mit 1:0 Toren gegen SC Einheit Dresden gewonnen. Durch die gleichzeitige 0:1-Niederlage von SC Lokomotive Leipzig in Aue wurde für die Mannschaft des Technikers Horst Franke die Vizemeisterschaft ermöglicht. Mit 33 Jahren absolvierte er in seiner letzten Runde 1961/62 in der Oberliga für Brieske nochmals 29 Spiele und schoss sechs Tore. 1963 stieg die erste Herrenmannschaft des SC Aktivist Brieske-Senftenberg aus der Oberliga ab und wurde in die Bezirkshauptstadt zum SC Cottbus verlegt. Horst Franke, der am linken Flügel mit Abschlussqualität begonnen und sich zum Halbstürmer und Offensiv-Außenläufer weiterentwickelt hatte, spielte in der Spielzeit 1964/65 noch einmal für die BSG Aktivist Brieske-Ost in der zweitklassigen Liga. Nicht zuletzt durch sein spielerisches Vermögen wurden die „Briesker Knappen“ zu einem Markenzeichen. Außer Brieske gelang es keinem „Dorfverein“, sich über ein Jahrzehnt in der Oberliga zu behaupten.
„Wir sind Marganer, haben hier das Fußballspielen gelernt und hier hören wir auch auf“. Diesem, seinem eigenen Grundsatz treu bleibend, wechselte Horst Franke nie seinen Verein. Er lehnte Angebote von VP Dresden, Turbine Erfurt und dem FC St. Pauli ab.
Fußballnationalmannschaft der DDR, 1953 bis 1956
Das erste offizielle Länderspiel der Fußballnationalmannschaft der DDR fand am 21. September 1952 in Warschau gegen Polen statt. Unter der Leitung von Trainer Helmut Schön wurden bereits 1949 und 1950 Trainingsspiele der Auswahl ausgetragen, darunter auch das Spiel am 31. Dezember 1949 in Dresden gegen die SG Friedrichstadt-Dresden. Hierbei war Helmut Schön noch selbst als Halbstürmer beim 2:0-Sieg seiner Vereinsmannschaft aktiv. Der 20-jährige Horst Franke spielte auf Linksaußen in der DDR-Auswahl. Ohne ihren Trainer Helmut Schön weilte Ende August 1949 die DDR-Auswahl bei den Weltfestspielen in Budapest. Auch hier war Horst Franke dabei. Ein sportlich besonderes Erlebnis war, trotz der 0:5-Niederlage, das Spiel am 18. Mai 1952 in Budapest gegen das Puskás-Team. Seinen offiziell ersten Einsatz in der Ländermannschaft hatte Horst Franke am 14. Juni 1953 in Dresden beim 0:0 gegen Bulgarien. Vor 55.000 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion wurde er in der 46. Minute für Rudolf Krause von Vorwärts KVP Berlin auf Halblinks eingewechselt. Es war das erste Spiel unter der Leitung des ungarischen Trainers Janos Gyarmati. Am 9. Juli 1953 stürmte Horst Franke in der DDR-Auswahl am linken Flügel beim 2:2-Unentschieden gegen den Bezirk Leipzig. Beim einzigen A-Länderspiel der Saison 1953/54, am 8. Mai 1954 in Berlin gegen Rumänien, stand er von Beginn an auf der linken Außenläuferposition. In der 46. Minute löste ihn Johannes Schöne von BSG Rotation Babelsberg ab. Das Spiel wurde mit 0:1 Toren verloren und Franke holte somit nur einen Punkt aus seinen beiden Länderspielen. Am 18. September berief ihn Trainer Oswald Pfau in die B-Länderelf beim Spiel in Magdeburg gegen Rumänien. Er lenkte auf Halblinks das Spiel und die DDR gewann mit 3:0 Toren. In der 27. Minute hatte er das 2:0 erzielt. Seinen internationalen Abschied hatte Horst Franke in seinem dritten B-Länderspiel am 22. April 1956 in Karl-Marx-Stadt gegen die CSR. Trainer Richard Hofmann vertraute im Aufbauspiel auf die zwei Halbstürmer des SC Aktivist Brieske-Senftenberg, auf Heinz Lemanczyk und Horst Franke. Die Begegnung wurde mit 0:1 Toren verloren.
Nach der Spielerkarriere

Horst Franke im Jahre 1979
Nach der Clubbildung 1954 zum SC Aktivist bot sich den Spielern als Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung die Gelegenheit zum Meisterstudium an der Bergbau-Ingenieur-Schule in Senftenberg. Später war Horst Franke im Braunkohlewerk Senftenberg im Büro des Neuererwesens tätig. 1990 wurde er pensioniert.
Zwei Jahre war Horst Franke Trainer bei Motor Ruhland, ein Jahr bei Aktivist Knappenrode. Mit seinen alten Kameraden spielte Horst Franke noch über viele Jahre in der Altherren-Liga des Bezirkes Cottbus.
Das Briesker Urgestein Franke, gelernter Kesselschmied, verstarb im Jahr 2006 77-jährig nach langer und schwerer Krankheit.[2]

Aufnahme von 1953

38.
Otto Friedrich Mingau
Gründer des Enftenberger Heimatmuseums
Die Mitglieder der Senftenberger Fördervereins am Museum e.V. engagieren sich gemeinsam für Kunst, Kultur und Geschichte rund um Schloss und Festung Senftenberg. Zu Ehren des Pioniers der Senftenberger Regionalgeschichte Otto Mingau hat der Verein nun an dessen Begräbnisstelle auf dem Senftenberger Neuen Friedhof einen Kranz niedergelegt. Mingau hatte zusammen mit seinen Mitstreitern vor 100 Jahren, am 02. November 1913 die erste Ausstellung im Senftenberger Schloss für das Publikum eröffnet. Bereits im Jahr 2005, zum 50. Todestag Mingaus, hat der Verein die Pflege der Erbbegräbnisstelle übernommen, um die er sich seitdem kümmert. Zu besonderen Ehrentagen, wie dem nun gefeierten 100. Jubiläum ehrt der Förderverein den Museumsgründer mit besonderen Gesten.


39.
Werner Forkert
Werner Forkert (* 7. Juli 1940 in Neukirch/Lausitz; † 30. Juni 2008 in Senftenberg) war Lehrer und Stadtchronist in Senftenberg.
Leben und Beruf
Nach seiner Oberschulzeit erlangte Werner Forkert am Lehrbildungsinstitut Nossen die Lehrbefähigung für alle Fächer der Unterstufe. Im Jahr 1962 begann er seinen Dienst an der Polytechnischen Oberschule 2 in Senftenberg. Sein Interesse galt schon immer der Geschichte, deshalb nahm Werner Forkert 1970 ein Fernstudium an der Potsdamer Hochschule auf und schloss es nach fünf Jahren als Diplomgeschichtslehrer ab. Für seine Diplomarbeit recherchierte er in vielen Archiven der Region. Dabei entflammte seine Vorliebe für die Historie der Stadt Senftenberg.
Später gründete Werner Forkert im Pionierhaus die Arbeitsgemeinschaften Sport, Tourismus und Geschichte. Er versuchte besonders in den Arbeitsgemeinschaften „Junge Historiker“ und „Junge Archäologen“, den Kindern die Leidenschaft für die wissenschaftliche Arbeit näherzubringen. Für seine pädagogische Arbeit wurde Werner Forkert zum Oberlehrer und später zum Studienrat befördert.
Forkerts Interesse galt auch dem Sport. Mit seiner Arbeitsgemeinschaft „Schießen“ begann es an der POS 2. Viele seiner Sportschützen brachte er bis zu den DDR-Meisterschaften. Nach 1990 war Werner Forkert Mitbegründer zweier Schützenvereine, in denen er für die Ausbildung der Schützen verantwortlich war.
In seiner Freizeit forschte Werner Forkert zur Heimatgeschichte. Über dreißig Jahre sammelte und sichtete er Material und führte lange Gespräche mit alteingesessenen Bürgerinnen und Bürgern, um noch mehr über die Geschichte der Stadt Senftenberg zu erfahren.
Gesellschaftliche Arbeit in der Stadt Senftenberg
Werner Forkert war Mitbegründer von zwei Schützenvereinen, dem „Verein für Heimatpflege 1909“ e.V. und dem Hanns-von-Polenz-Institut. Außerdem engagierte er sich bei Stadtführungen, der Ausbildung von Stadtführern, unterstützte Projekte an Schulen, hielt Vorträge vor Bürgerinnen und Bürgern in verschiedenen Einrichtungen und engagierte sich bei Beiträgen des Regionalsenders RTS/WMZ „Senftenberg im Wandel der Zeit“.
Mitarbeit an Chroniken
• Krankenhaus Senftenberg
• Sparkasse Niederlausitz
• Walther-Rathenau-Schule
• 1. Volksschule
• Dampfmühle
• „Senftenberg – Festungsstadt an der Elster“ (Herausgeber Hanns von Polenz-Institut)
Herausgabe von Broschüren
• Historische Streifzüge
• 120 Jahre „Schießclub Kamerad“
• Die Entwicklung der Einheitsfront- und Massenpolitik der KPD gegen Faschismus und Krieg 1930-1932 im Raum Senftenberg
Herausgabe von Büchern
• Werner Forkert; Buchhandlung „Glück Auf“ (Hrsg.): Senftenberger Rückblicke. Interessantes aus der Senftenberger Geschichte. Senftenberg 2006 (keine ISBN).
• Werner Forkert; Buchhandlung „Glück Auf“ (Hrsg.): Senftenberger Rückblicke. Teil II Interessantes aus der Senftenberger Geschichte. Senftenberg 2007 (keine ISBN).
• Werner Forkert; Buchhandlung „Glück auf“ (Hrsg.): Senftenberger Rückblicke. Teil III. Senftenberg 2008 (keine ISBN).(veröffentlicht durch Sigrid Forkert)

40.
Norbert Jurk geb. 14.7.1961
Am 14. Oktober 2021 verstarb plötzlich und für uns alle völlig unerwartet unser Vereinsmitglied Norbert Jurk mit gerade einmal sechzig Jahren. Der Senftenberger Ortschronist und Verfasser einer Vielzahl von stadt- und heimatgeschichtlicher Publikationen bereicherte mit seinem Wissen, seinem angenehmen Wesen und seiner unkomplizierten Art seit vielen Jahren die Arbeit unseres Vereins. Vereinsvorsitzender Hans-Peter Rößiger schrieb dazu in einem Kondolenzbrief an Norberts Familie:

„Die Nachricht seines Ablebens hat mich und viele Heimatfreunde bis heute sehr betroffen gemacht. Voller Hochachtung denke ich an diesen wunderbaren Menschen, liebenswerten Freund und wissenden, wie angenehmen Gesprächspartner. Es war für unseren Heimatverein ein großes Glück, dass Nobert diesem beigetreten ist und ihn mit seinem Wissen und seinem Interesse unglaublich bereichert hat. Dabei war er stets von einer großen Herzlichkeit, wie ich sie selten erlebt habe. Wir waren sehr stolz, ihn als unser Mitglied zu wissen.“

Norbert Jurk hinterlässt eine große Lücke im Kreise der Senftenberger Heimatforscher und Geschichtsinteressierten - innerhalb des Heimatvereins, aber auch darüber hinaus. Hans-Peter Rößiger schrieb dazu weiter:

„Seine Erinnerungen, seine mitgeteilten Geschichten sind liebevoll und vor allem auch wahrheitsgemäß erzählt. Er lebte, liebte seine Heimat. Und er zeigte dies durch großartige Erinnerungen in textlicher, wie bildlicher Aussage. Ein unvergänglicher Schatz für uns alle.“

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