Die Sächsische Frage 1813–1815, Friedrich August I. König von Sachsen

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Christian neu in SFB
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Die Sächsische Frage 1813–1815, Friedrich August I. König von Sachsen

Beitragvon Christian neu in SFB » Mo 5. Jun 2023, 13:28

Der bestrafte König?

Die Sächsische Frage 1813 – 1815

Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Vorgelegt von: [b]Isabella Blank, M. A., Mannheim August 2013[/b]


Ich will vorwegschicken, daß ich noch nie eine so dezidierte und faktenreiche Dokumentation zur sächsischen Geschichte während der napoleonischen Zeit gelesen habe und deshalb auch andere Geschichtsinteressierte daran teilhaben lassen (Christian)


Die gesamte Dissertation ist fast 500 Seiten stark, deshalb hier ein Essay derselben:


Der Streit um die Zukunft Sachsens und Polens gehört ohne Zweifel zu den zentralen Problemen des Wiener Kongresses 1814/15.

Der vehementeste Vorwurf,der gegen König Friedrich August I. von Sachsen erhoben wurde, besagte, dass er bis zuletzt ein treuer Anhänger und Verbündeter Napoleons gewesen sei und daher sein Herrschaftsrecht berechtigterweise verloren habe.
Ein solcher Vorwurf wurde gegen die anderen deutschen Rheinbundfürsten nicht erhoben, obwohl jeder von ihnen ebenfalls Bündnisverträge mit Napoleon abgeschlossen hatte. (Seite 1)


I. Sachsen unter Friedrich August III./I.: Vom Kurfürstentum zum Königreich (Seite 13)

Die Kindheitserfahrungen im Siebenjährigen Krieg und die damit verbundene Flucht des sächsischen Kurfürstenhofes aus Dresden hatten den jungen
Kurfürsten Friedrich August III. schon sehr früh die Folgen der Rivalität zwischen den beiden mächtigen unmittelbaren Nachbarn Sachsens, Preußen und
Österreich, spüren lassen. Die wichtigste politische Leitlinie war für ihn daher die Bewahrung einer neutralen Position zwischen ihnen und die weitestgehende
Heraushaltung Sachsens aus den Konflikten dieser beiden Mächte. (Seite 14)

Im Herbst des Jahres 1805, im Jahr des Dritten Koalitionskrieges gegen Frankreich, zog Sachsen eine Defensivallianz mit Preußen, das während des Koalitionskrieges bislang neutral geblieben war, in Betracht.(Seite 17)

Auf die Aufforderung, dem zwischen Preußen und Russland am 3. November 1805 in Potsdam geschlossenen Bündnisvertrag beizutreten, reagierte der sächsische Kurfürst jedoch mit Vorsicht (Seite 18)

Sollte es nicht zu einem Vertragsabschluss zwischen Preußen und Frankreich kommen – Friedrich Wilhelm III. hatte die Bedingungen des von seinem
Außenminister Graf Haugwitz mit Napoleon in Schönbrunn ausgehandelten Vertrages zunächst abgelehnt – dann könnten die Gespräche über einen
förmlichen Beitritt Kursachsens zu einem Norddeutschen Bund fortgesetzt werden. (Seite 18)

Am 12. September 1806 genehmigte der Kurfürst die Mobilmachung. Diesen Schritt wollte man allerdings in Frankreich nicht als Provokation verstanden wissen, und so überreichte der sächsische Gesandte in Paris, Friedrich Christian Ludwig Senfft von Pilsach (seit 1811 Graf von) am 2.Oktober eine Note an den französischen Außenminister Talleyrand, dass die mobilisierten sächsischen Truppen das sächsische Staatsgebiet nicht verlassen, Seite 19)

Nach den Schlachten bei Jena und Auerstedt war am 14. Oktober 1806 Leipzig von Marschall Davout besetzt worden. Die sächsischen Truppen wurden auf
Wunsch Napoleons umgehend von den preußischen getrennt

Am 11. Dezember 1806 wurde der Vertrag von Posen zwischen Frankreich und Sachsen unterzeichnet. Kurfürst Friedrich August III. trat laut diesem Vertrag
dem Rheinbund mit allen Rechten und Pflichten bei, als wäre er von Anfang an Mitglied gewesen (Art. II). Das Kurfürstentum wurde zum Königreich erhoben (Art.III).

Sachsen sicherte zu, keine landesfremden Truppen ohne Zustimmung des Rheinbundes durch sein Territorium ziehen zu lassen (Art. IV) – eine Bestimmung,
die deutlich gegen Preußen gerichtet war. .(Seite 20)

Aus der Rückschau resümierte Friedrich August die Ereignisse der Jahre 1805 und 1806 folgendermaßen:
„Der politische Weg des Königs ist immer gerichtet gewesen auf das Wohl Sachsens und die Erfüllung seiner konstitutionellen Verpflichtungen gegenüber dem germanischen Kaiserreich. (Seite 21)

I. 2. Das Königreich Sachsen zwischen 1806 und 1812

Vier Tage nach dem Vertragsabschluss zwischen Frankreich und Sachsen traten auch die fünf Herzöge der ernestinischen Häuser57 dem Vertrag von Posen bei
und wurden dadurch ebenfalls Mitglieder des Rheinbundes. Bei der Annahme der Königswürde erklärte König Friedrich August I. öffentlich, dass er die bisherige
ständische Verfassung Sachsens unverändert beibehalten werde.(Seite 23)

Erst nachdem der König von Preußen seinen offiziellen Verzicht auf den Cottbuser Kreis geleistet hatte, nahm Sachsen diesen auch in Besitz, wobei ein Reskript vom 29. November 1808 bestimmte, dass dieses Gebietseine bisherige preußische Verfassung behalten sollte. (Seite 25)

Im Französisch-Österreichischen Krieg von 1809 erklärte das Königreich Sachsen als Mitglied des Rheinbundes am 24. April Österreich offiziell den Krieg. (Seite 26)

Der Friede von Schönbrunn zwischen Österreich und Frankreich brachte Sachsen Territorialgewinn: wenig für das Königreich selbst, einige Gebiete aber für das Großherzogtum Warschau (Seite 27)

Sächsische Soldaten zogen gemäß den Verpflichtungen Sachsens als Rheinbundmitglied mit der grande armée nach Russland. Bei seiner Flucht von
dem gescheiterten Feldzug zurück nach Paris machte Napoleon in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1812 einen kurzen Halt in Dresden.

Der junge österreichische Gesandte am Dresdner Hof, Paul Anton Fürst Esterhazy79, schilderte Metternich, dem österreichischen Minister der auswärtigen
Angelegenheiten, in einer Depesche vom 13. Januar 1813 den desolaten Zustand der Überreste der sächsischen Truppen (Seite 29)

1807: Nach Stamm-Kuhlmann war es nur der Großmütigkeit des Zaren zu verdanken, dass Preußen nicht vollständig von der Landkarte Europas
getilgt wurde, denn Napoleon hatte durchaus Derartiges erwogen: Alle polnischen Provinzen Preußens und Ostpreußen hätte der Zar erhalten sollen, Schlesien und
die Mark Brandenburg hätten dem Königreich Westfalen angegliedert werden sollen, Südpreußen und Neuostpreußen – beides Gewinne Preußens aus der
Dritten Polnischen Teilung von 1795 – hätte das Königreich Sachsen zugesprochen bekommen.
Friedrich Wilhelm III. von Preußen verlor durch den Frieden von Tilsit gut die Hälfte seines Territoriums und seiner Untertanen.(Seite 31)

Österreich blieb dem 1806/07 von Russland, Preußen und Sachsen gegen Frankreich geführten Krieg fern.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass sich der König von Sachsen sehr wohl in einer schwierigen Lage befand, die ihm nur wenige Handlungsoptionen
offen ließ, dass er und seine Minister diesen Rahmen jedoch so gut wie möglich zum Vorteil Sachsens auszuschöpfen versuchten. (Seite 2)

A: Schicksalsjahr 1813 – Das Königreich Sachsen in den
Befreiungskriegen


Das für Europa, Napoleon und das Königreich Sachsen gleichermaßen bedeutsame Jahr 1813 begann eigentlich bereits zwei Tage vor seinem
kalendarischen Beginn am 1. Januar. Am 30. Dezember 1812 schlossen der russische General Diebitsch und der preußische General Graf York von
Wartenburg die Konvention von Tauroggen26. Darin wurde vereinbart, dass sich das preußische Hilfskorps in einem festgelegten Gebiet bis zum Eintreffen weiterer
Befehle des Königs von Preußen neutral verhalten würde (Art. I).

Aus diesem bildete sich im Verbund mit Österreich, Großbritannien, Schweden und später auch den ehemaligen Rheinbundstaaten eine Koalition, der es schließlich gelang, den als unbesiegbar gefürchteten Kaiser der Franzosen nicht nur aus Deutschland zu verdrängen, sondern ihn sogar im eigenen Land zu besiegen und dadurch seine Absetzung zu ermöglichen. (Seite 12)


II.2. Die Lage in Sachsen im Januar 1813

Die Ansicht Flathes, der sächsische Königshof habe bereits Anfang 1813 erkannt, dass sich Napoleons Herrschaft dem Ende zuneigte, während König Friedrich
August nach wie vor „von Napoleon überwältigt“ gewesen sei,142 wird durch den Quellenbefund nicht bestätigt.

Nicht nur für Preußen und Österreich, sondern auch für Sachsen war es lebenswichtig zu erfahren, wie seine Nachbarn sich nach der
Niederlage Napoleons in Russland verhalten würden. Denn sollten beide ins gegnerische Lager überwechseln und sich Russland anschließen, so wäre
Sachsen mit einem Schlag fast vollständig von Gegnern Napoleons eingeschlossen gewesen.
Dies würde die Lage Sachsens bedeutend verschlimmern, die ohnehin schon durch die von Osten her vorrückenden russischen Truppen akut gefährdet war (Seite 45)

III. 3. Februar 1813: König Friedrich August I. verläßt Dresden
Im Februar 1813 wurden für das Königreich Sachsen drei Probleme akut, die eng miteinander verbunden waren. Das erste Problem waren die von Osten her auf
Sachsen zu marschierenden russischen Truppen und die Frage, ob sich die Russen beim Vorrücken auf sächsisches Gebiet feindlich oder freundlich gesinnt
verhalten würden.
Hieraus ergab sich als zweites Problem die Frage nach der Sicherheit der königlichen Familie: …..
Das dritte Problem betraf die Bündnispolitik der beiden mächtigen Nachbarn Preußen und Österreich. Auf welche Seite würden sich die beiden Staaten stellen?
Würden sie an ihren Bündnisverpflichtungen Frankreich gegenüber festhalten oder würden sie sich vielleicht doch noch dem Zaren anschließen? (Seite 49)


Ein politischer Seitenwechsel (Sachsens) wurde in dieser Situation überhaupt nicht in Betracht gezogen, denn die Position der unmittelbaren Nachbarn Preußen und
Österreich war nicht eindeutig. Auch war anzunehmen, dass Napoleon bald an der Spitze einer neuen Armee eintreffen würde. Bei den anderen Mitgliedsstaaten des
Rheinbundes zeigten sich im Januar und Februar 1813 nicht die geringsten Anzeichen, dass sie in der gegenwärtigen Situation einen Seitenwechsel in
Betracht ziehen würden; auch sie warteten die weiteren Ereignisse ab. Aufgrund der geographischen Lage Sachsens war es nur zu wahrscheinlich, dass die
russischen und französischen Armeen in Sachsen aufeinander treffen würden.

Und dies mußte wegen der damit verbundenen Belastungen für die Wirtschaft und Bevölkerung des Landes nach Möglichkeit verhindert werden. Sachsen stand in
diesem Konflikt gleichsam an „vorderster Front“ und war daher gezwungen, sich vor allen anderen entscheiden zu müssen. (Seite 50)


III. 4. Februar 1813: Die russisch-preußische Konvention von Kalisch.
Kurz nachdem König Friedrich August I. von Sachsen seine Hauptstadt verlassen hatte, einigten sich Preußen und Russland im russischen Hauptquartier bei Kalisch
auf einen Bündnisvertrag.

Von großer Bedeutung für Sachsens politische Zukunft und den weiteren Fortgang des Krieges gegen Napoleon war der geheime Zusatzartikel, der
Preußen die Wiederherstellung seiner statistischen, geographischen und finanziellen Größenverhältnisse von 1806 garantierte (Seite 54)

III. 5. Februar 1813: Die österreichisch-sächsischen Verhandlungen beginnen.

In den heftigen Debatten, die vor und während des Wiener Kongresses über die Zukunft Sachsens geführt wurden, war der Bruch der österreichisch-sächsischen
Konvention vom 20. April 1813 durch den König von Sachsen eines der wichtigsten Themen, wenn nicht sogar das zentrale Thema. In diesen Debatten
ging es in erster Linie um die Motive, die den König bewogen hatten, diesen Vertrag zu brechen und an die Seite Napoleons zurückzukehren.(Seite 56)


Sachsen sollte nach Ansicht Metternichs gestärkt werden, genau wie Preußen, damit die großen und mittleren Staaten Deutschlands eine Art „Schutzwall“ gegen die beiden rivalisierenden„Kolosse“ Frankreich und Russland bilden könnten.(Seite69)

Der preußische General Blücher war am 17. März 1813 mit seiner Schlesischen Armee in Richtung Sachsen aufgebrochen und nahm bereits am 22. März im
Namen des Königs von Preußen den Cottbuser Kreis in Besitz, den Preußen im Vertrag von Tilsit an Sachsen hatte abtreten müssen. Einen Tag darauf erließ er in
Bunzlau eine Proklamation mit dem Titel: „An Sachsens Einwohner“210, mit deren Hilfe er hoffte, einen Volksaufstand in Sachsen – ähnlich wie in Ostpreußen –
entfachen zu können.(Seite 73)


Durch den Verlauf des Krieges im Frühjahr 1813 erhielt der zentrale Verwaltungsrat Zugriff auf Mecklenburg, das Königreich Sachsen …Die beiden
Herzöge von Mecklenburg waren sofort bereit, sich der Koalition gegen Napoleon anzuschließen, … Am 9. April 1813 traf Stein als Leiter des Verwaltungsrats in
Dresden ein und berichtete Nesselrode zwei Tage später, dass ein Bündnis mit dem sächsischen König seiner Ansicht nach nicht wünschenswert sei, da es den
Verbündeten lediglich Truppen und Milizen in einer Stärke von 8.000 bis 10.000 Mann bringen könne, ….

Stattdessen rate Stein den beiden verbündeten Monarchen, das Eroberungsrecht über Sachsen zu verhängen und dadurch Tatsachen zu schaffen, die den
Anspruch Preußens auf Sachsen deutlich machen könnten.
Stein sah eine einmalige Chance, sich ohne große Schwierigkeiten des Landes zu bemächtigen, da Friedrich August I. von seinem Exil in Regensburg aus
sicherlich kaum in der Lage gewesen wäre, dies zu verhindern.

(Einwurf Christian:…hat da vllt. jemand an einen Vorläufer der Emser Depesche gedacht?)


Es war Hardenberg gelungen, einen friedlichen Lösungsversuch durchzusetzen, der auf einen freiwilligen Anschluss des Königsreichs Sachsen hinzielte.

Der preußische König schrieb daher einen Brief an Friedrich August I.230, auf denselben Tag datiert, an dem Stein in Dresden eintraff (9. April 1813),
und der von Generalmajor von Heister nach Regensburg gebracht wurde. Friedrich Wilhelm III. versicherte darin entsprechend, der Einmarsch seiner Truppen
auf sächsisches Gebiet habe einzig und allein den Zweck, die Unabhängigkeit Deutschlands zu erobern.

Am 16. April 1813 verfasste Friedrich August I. in Regensburg eine ablehnende Antwort auf das Schreiben des Königs von Preußen, …(Seite 81)

Denn obwohl wegen der fortschreitenden Besetzung Sachsens durch die Verbündeten die Zeit drängte, blieb Senfft den österreichischen Absichten gegenüber skeptisch. Er war enttäuscht von der österreichischen Friedensvermittlung, die es nicht fertiggebracht hatte, den russischen Vormarsch in Sachsen zu verhindern.
Würde man sich unter diesen Umständen wirklich auf österreichische Zusagen verlassen können? (Seite 84)

Zwar war ein Anschluss an Österreich unter den gegebenen Umständen die einzige wirkliche Alternative zum Bündnis mit Frankreich,
doch Senfft hielt es für äußerst leichtsinnig, sich ohne irgendwelche Sicherheiten oder Garantien Österreich in die Arme zu werfen.

Die Rivalität zwischen Österreich und Preußen in Deutschland habe früher Sachsens Sicherheit und politische Unabhängigkeit gewährleistet und von daher sah er eine enge
Zusammenarbeit zwischen den beiden ehemaligen Rivalen nun als akute Bedrohung für Sachsen an. (Seite 90)


Trotz der Vorsicht Senffts, der Regensburg erst verlassen wollte, wenn der Vertrag mit Österreich unterzeichnet wäre, drängte der König zum Aufbruch nach
Prag; …, da zwischen ihm und dem Kaiser von Österreich eine grundlegende Übereinstimmung im Wunsch nach einem allgemeinen und dauerhaften Frieden in Europa bestehe.

Napoleon wurde von seiner Abreise durch einen Brief vom 19. April252 informiert, den er ihm durch den Oberst Heineken überbringen ließ….
Napoleon waren außerdem bereits Gerüchte über die geheimen Verhandlungen in Wien zu Ohren gekommen, weswegen er offen nach dem politischen Standpunkt des Königs fragte.
Er (Senfft) befürwortete ein engeres Zusammengehen mit Österreich zur Absicherung, doch eine vollständige Aufgabe der Allianz mit Napoleon kam für ihn nicht infrage. (Seite 95)


Der König schloss am 20. April 1813 eine Konvention mit Österreich, um sich dessen neutraler Friedensvermittlung anzuschließen, und
hoffte dadurch die Besetzung Sachsens durch russische und preußische Truppen zu vermeiden.
Aber noch bevor diese Konvention zum Tragen kommen und Sachsen wie gewünscht „neutralisieren“ konnte, kehrte der König aufgrund
militärischen Drucks in das Bündnis mit Napoleon zurück.



Gegen spätere Behauptungen, die Konvention vom 20. April sei nur von sächsischer, nicht aber von österreichischer Seite ratifiziert worden, sprechen zwei
Schreiben Watzdorfs an Senfft vom 21. und 22. April 1813. …Sowohl Watzdorf als auch Metternich hatten den Vertrag am Vortage ohne die offiziellen Vollmachten
ihrer jeweiligen Regierungen ….. unterschrieben.
(Seite 100)

IV. 7. Exkurs: Die erfolglose bayerisch-sächsische Fühlungnahme im März/April 1813

Bei ihrem Vorrücken nach Westen im Frühjahr 1813 nahmen Preußen und Russland in der Suche nach weiteren Verbündeten gegen Napoleon nicht nur
Kontakt zu Sachsen auf, sondern sondierten die Chancen für mögliche Bündnisse auch an den anderen beiden großen Höfen des Rheinbundes in Stuttgart und
München.
Ähnlich wie in Sachsen nahm parallel zu den Verbündeten auch Österreich Verbindung zu diesen Staaten auf, um herauszufinden, ob nicht vor
allem Bayern gemeinsam mit Sachsen aus dem Rheinbund gelöst werden könne, um durch eine Neutralisierung der Mitte Deutschlands Napoleons Machtbasis
nachhaltig zu schwächen.

Neben einem offenen Übertritt zu den Verbündeten stand am bayerischen Hof aber noch eine alternative Idee zur Debatte, nämlich eine Allianz der drei größten
Rheinbundstaaten Bayern, Sachsen und Württemberg untereinander, um auf diese Weise einen neutralen Block in Deutschland zu bilden.(Seite 102)

Nicht Senfft hat den ersten Schritt zu einem näheren Zusammengehen mit Österreich getan, sondern Esterhazy im Auftrag Metternichs (Seite 105)

V. Mai 1813: Sachsen in aussichtsloser Situation?

V. 1. Von der sächsisch-österreichischen Konvention bis zur Schlacht bei Lützen

Obwohl Sachsen mittlerweile einen Vertrag mit Österreich abgeschlossen hatte, der die gewünschten Garantien enthielt, ließen die von der sächsischen Regierung
erhofften Erleichterungen der Lage auf sich warten.
Die Hauptschwierigkeit ergab sich daraus, dass Österreich Sachsen dazu verpflichtet hatte, den Vertragsabschluss geheim zu halten.
Dies lag diametral entgegengesetzt zu den sächsischen Interessen, da Sachsen hoffte, dass durch die Bekanntgabe des Anschlusses an die österreichische Friedensvermittlung die Verbündeten ihre Requirierungen in Sachsen und ihre Versuche der Beeinflussung der sächsischen Bevölkerung in ihrem Sinn einstellen würden. (Seite 107)

Metternich : Sachsen solle daher im Moment sorgfältig alle Handlungen vermeiden, die nach einem offenen Bruch mit Frankreich aussähen.


Unterdessen war Napoleon am 25. April 1813 mit seinem neu aufgestellten Heer in Erfurt eingetroffen. Nach der Schlacht südlich von Lützen am 2. Mai entschieden
sich die Russen aus Munitionsmangel und aus Sorge davor, auf dem rechten Flügel von den Franzosen überrundet zu werden zum Rückzug hinter die Elbe.(Seite 110)


Die Nachricht von der Niederlage der Verbündeten bei Lützen am 2. Mai 1813 …. löste im sächsischen Kabinett große Verunsicherung aus, denn es stand nun die Frage im Raum, wie
Sachsen sich verhalten sollte, wenn es Napoleon weiterhin gelingen würde, die Verbündeten zurückzuschlagen- (Seite 111)

Es bestand kein Zweifel daran, dass Napoleon seine Drohungen wahr machen würde, sollte er im aktuellen Feldzug weiter die Oberhand gewinnen
und von den vertraglichen Vereinbarungen des sächsischen Königs mit dem Wiener Hof erfahren (über die er im Übrigen längst Bescheid wusste).

Friedrich Augusts I. bisherige Überzeugung der Richtigkeit des Anschlusses an Österreich geriet ins Wanken; als Landesvater, der seine diesbezüglichen Verpflichtungen
sehr ernst nahm, sorgte er sich wegen der wahrscheinlichen Racheakte Napoleons gegen sein Land.

Da es in den vergangenen Jahren hinreichend Beispiele für die Absetzung von Napoleon unliebsamen Fürsten gegeben hatte, bangte Friedrich August I. vermutlich auch um seine Krone (Seite 112)


Flathe gibt Österreich die Schuld an der späteren Misere Sachsens: Diese hätte verhindert werden können, wenn das österreichische Kabinett schneller gehandelt und
Sachsen nicht so bedingungslos zur Geheimhaltung der Konvention vom 20. April verpflichtet hätte (Seite 115)

VI. Mai bis Oktober 1813:Erneut im Bündnis mit Napoleon

VI. 1. Von der Rückkehr Friedrich Augusts I. nach Dresden bis zur Kriegserklärung Österreichs an Frankreich am 11. August 1813

10. Mai 1813 Im weiteren Verlauf der Ansprache versicherte Napoleon, seine Armee sei nur im Durchzug begriffen und werde den Sachsen nicht lange zur Last fallen.
Außerdem versprach er, Sachsen gegen alle seine Feinde zu verteidigen und zu beschützen.

Dass es sich dabei im Wesentlichen um Versprechungen handelte, wurde in den nächsten Wochen und Monaten deutlich, als die sächsische Hauptstadt französisches Hauptquartier
wurde – mit allen damit zusammenhängenden Belastungen für die Bevölkerung.

Sachsen trug, nicht zuletzt auch durch die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, in den folgenden Monaten die Hauptlast des Krieges.

….Wiederaufbau der noch immer durch den Russlandfeldzug stark dezimierten sächsischen Streitkräfte ….. Doch diese neue sächsische Armee wurde fest in das französische Heer eingegliedert,
und der König blieb von jeglicher Verfügungsgewalt über sein Militär ausgeschlossen. (Seite 119)

Nach der Schlacht bei Lützen errang Napoleon in der Schlacht bei Bautzen am 20. und 21. Mai 1813 einen weiteren Sieg über die Verbündeten.

Metternichs Ziel war ein Frieden, der die österreichische Machtposition stärkte, der aber auch Deutschland weitgehende Unabhängigkeit bescherte, und zwar sowohl von
napoleonischer als auch von russischer Hegemonie.
Sollte die Friedensvermittlung scheitern, war ein Beitritt zur Koalition für Metternich beschlossene Sache.(Seite 121)

Für Metternichs Pläne von einem Frankreich, dessen Ausdehnung einzudämmen war, und von einem Zarenreich, welches Frankreich auf keinen Fall
als Hegemonialmacht über Europa ersetzen durfte, waren gestärkte und unabhängige deutsche Staaten
– selbstverständlich unter österreichischer Führung – ein geeigneter Puffer. (Seite 123)

VI. 3. Die militärische Entwicklung zwischen August und Oktober 1813

Napoleon nutzte die Zeit des Waffenstillstandes, um entlang der Elbe eine Verteidigungslinie anlegen zu lassen.

Napoleons Vorhaben, in der zweiten August-Hälfte 1813 in Richtung Berlin vorzustoßen, war seinen Gegnern bekannt geworden, und sie fassten den Entschluss,
über das Erzgebirge in Sachsen einzudringen…Am 25. August erreichte ein 60.000 Mann starkes Heer der Verbündeten die Anhöhen um Dresden.

Schon am Morgen des folgenden Tages griff Napoleon an und drängte die Verbündeten erfolgreich zurück.
Ein letztes Mal wurde er in der sächsischen Hauptstadt als Befreier empfangen.
Das weitere Vorrücken der Verbündeten auf Leipzig veranlasste Napoleon, Dresden am 7. Oktober zu verlassen und sich dorthin zu begeben.

Er erkannte, dass es ihm nicht mehr gelingen würde, die Vereinigung der Armeen der drei Verbündeten Preußen, Russland und Österreich zu verhindern,
und bereitete sich daher auf eine Entscheidungsschlacht vor.(Seite 132)

VII. Die Völkerschlacht bei Leipzig und ihre Folgen für Sachsen
VII. 1. Der Verlauf der Völkerschlacht bei Leipzig, 16. - 19. Oktober 1813


Sollte Napoleon als Sieger aus dieser Schlacht hervorgehen, so wäre mit einem einstweiligen Ende der Koalition gegen Napoleon zu rechnen,
und es wäre weiterhin zu hoffen, dass Napoleon dann seine Truppen aus Sachsen abzöge und das Land wieder einigermaßen zur Ruhe käme.

Im Fall eines Sieges der Koalition würden sicher erneut Verhandlungen aufgenommen, und in diesem Fall würde hoffentlich auch eine
Kriegsentschädigung für Sachsen beschlossen werden.

Wie immer die Sache ausgehen würde, Friedrich August I. wollte als fürsorglicher Landesvater und pflichtbewußter Koalitionspartner vor Ort sein. (Seite 133)

Am Morgen des 18. Oktober 1813 lief die sächsische Kavallerie zu den Verbündeten über.
Generalleutnant von Zeschau schickte einen diesbezüglichen Bericht an den König, der die Bitte enthielt, die übrigen sächsischen Truppen aus der Schlacht abziehen zu dürfen, um weitere Desertionen zu vermeiden.
Friedrich August I., der keinen genauen Überblick über das Geschehen hatte, …entschied sich für ein Festhalten am bisherigen Bündnis und verwies auf den Treue-Eid.
Dieses Mal hatte er mit seinen Ermahnungen jedoch keinen Erfolg mehr.

Die sächsischen Offiziere, die im Gegensatz zu ihrem König an der Front waren und einen viel realistischeren Einblick in das Kampfgeschehen hatten,
erkannten, die Franzosen und die mit ihnen verbündeten Staaten immer weniger Chancen auf einen Sieg hatten.

Einerseits war trotz einiger Niederlagen von Napoleon noch immer nicht vollständig auszuschließen, dass sich das Kriegsglück noch einmal wenden könnte.
Andererseits hegte Friedrich August I. keine persönliche Feindschaft gegen die Verbündeten, sondern vertraute auf ihren Großmut, darauf, dass sie erkennen würden, in welcher schwierigen Lage er bei seiner Rückkehr an die Seite Napoleons im Mai 1813 gesteckt hatte. (Seite 134)

Insgesamt waren in dieser Schlacht rund 500.000 Mann im Einsatz, 126.000 von ihnen fanden den Tod.

Der Grund, warum er (,d. Kö.v. Sa.) mit Napoleon nach Leipzig gegangen sei, bzw. die Stadt nicht gemeinsam mit Napoleon verlassen habe,
sei die strikte Loyalität gewesen, mit dem ihm anvertrauten Volk alle Mühsal zu teilen. (Seite 136)

Die Bitte des Königs, in Sachsen bleiben zu dürfen, wurde abgeschlagen. Unter militärischer Begleitung reiste die königliche Familie am 23. Oktober in Richtung Berlin (Kriegsgefangenschaft im Schloß Friedrichsfelde).

Auch wenn sich Napoleon nach der verlorenen Schlacht bei Leipzig bis Ende Oktober hinter den Rhein zurückgezogen hatte,
waren Dresden, Torgau und Wittenberg zunächst noch in französischer Hand (Seite 150)

Doch trotz der russischen Prämisse eines Übergangs Sachsens an Preußen war die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen.
Denn unter den Verbündeten herrschte Uneinigkeit über das weitere Vorgehen.

Ihre unterschiedlichen Ansichten und Ziele ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeit der Befreiungskriege 1813/14 bis zu den Verhandlungen auf dem Wiener Kongress.
Der Zar hegte den Wunsch, nach den deutschen Völkern auch das französische Volk von seiner Knechtschaft zu befreien und als umjubelter Sieger in Paris einzuziehen;
dies auch als Rache für die erlittene Schmach des Einzugs Napoleons in Moskau im Herbst 1812. (Seite 151)

Nach langwierigen Bemühungen Metternichs, der bereits im Frühjahr 1813 versucht hatte, das Königreich Bayern zu einem Austritt aus dem Rheinbund zu bewegen,
schloss Bayern am 8. Oktober 1813 mit Österreich den Vertrag von Ried. Darin wurde vereinbart, dass Bayern sich vom Rheinbund lösen und seine Truppen
umgehend der österreichischen Armee und damit den Verbündeten anschließen würde. (zeitlich also VOR der Schlacht von Leipzig )

Schon bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 versuchte
Metternich die Verhandlungen mit Napoleon einerseits, aber andererseits auch die Verständigung der Verbündeten untereinander
über das weitere Vorgehen wieder in Gang zu bringen.
Der Hauptstreitpunkt innerhalb der Koalition war, ob man den Kampf gegen Napoleon nur bis an die französische Grenze oder bis nach Paris
tragen sollte. (Seite 152)

Das Vorrücken der Verbündeten in Richtung Westen hatte zur Folge, dass der Rheinbund, die Machtbasis Napoleons in Deutschland, sukzessive auseinanderbrach.

Metternich hatte damit insoweit Erfolg, als am 21. November 1813 in Fulda mit dem Königreich Württemberg der nach Bayern wichtigste und mächtigste süddeutsche
Rheinbundstaat ebenfalls einen Vertrag mit Österreich schloss und im gleichlautenden Artikel V. ebenfalls seine Truppen unter österreichischen Oberbefehl
stellte. (zeitlich also NACH der Schlacht von Leipzig )


Mit den zahlreichen Verträgen, welche die Koalition mit ehemaligen Rheinbundmitgliedern über deren Beitritt schlossen, geriet Sachsen immer stärker
unter Druck, ebenfalls möglichst rasch eine vertragliche Vereinbarung mit der Koalition über den Beitritt Sachsens zu unterzeichnen.

Dass dies unterblieb gab der Koalition den idealen Vorwand, um Sachsen weiterhin besetzt zu halten und seine Ressourcen ungehindert in den Dienst des Kampfes gegen Napoleon zu
stellen.
Sicherlich hatten die Verbündeten aus genau diesem Grund kein Interesse daran, einen Vertrag mit Sachsen zu unterzeichnen.
Friedrich August I. wartete daher vergeblich auf eine Antwort auf seine Verhandlungsangebote.
(Seite 157)

Brief Senffts an den König vom 20. November 1813: "Preußen und Russland hätten sich dazu entschlossen, heißt es in diesem Schreiben, Sachsen als
erobertes Land zu betrachten. "
(Seite 158)

X. Fazit: Die Bedeutung der Ereignisse des Jahres 1813 für
Sachsens politische Zukunft

Vor dem Hintergrund des Wiener Kongresses, auf dem die drohende Absetzung König Friedrich Augusts I. von Sachsen abgewendet,
dafür aber die Teilung seines Landes beschlossen wurde,
lässt sich für die politische Bedeutung des Jahres
1813 für das Königreich Sachsen folgendes Fazit ziehen:

Die Basis für den weiteren Umgang der Verbündeten mit Sachsen und mit seinem in Kriegsgefangenschaft genommenen Monarchen bildeten im Wesentlichen zwei
Themenkomplexe:

1) Der erste Themenkomplex sind die 1813 in verschiedenen Verträgen schriftlich fixierten und mündlich getroffenen Absprachen zwischen
Russland und Preußen. Das Versprechen Russlands in der Konvention von Kalisch, Preußen in seinen territorialen Verhältnissen von 1805
wiederherzustellen, beim gleichzeitig geäußerten Wunsch, aus dem Großherzogtum Warschau ein polnisches Königreich in Personalunion mit
Russland zu schaffen, machte eine anderweitige Entschädigung für den Bündnispartner Preußen notwendig.

Da zu diesem Zeitpunkt keine Entschädigungsmöglichkeiten zur Verfügung standen, wurde einerseits der Krieg gegen Napoleon weiter nach Westen –
und damit mitten auf sächsisches Staatsgebiet – getragen, andererseits ist eine mündliche Absprache darüber, dass Preußen mit Teilen oder gar dem gesamten
Territorium des Königreichs Sachsen entschädigt werden sollte, mehr als wahrscheinlich.

Die damit verbundene mögliche Absetzung des Königs von Sachsen, zu einem Zeitpunkt, zu dem ein Übergang Sachsens zu den Verbündeten
noch nicht ganz auszuschließen war, wurde wissentlich in Kauf genommen.
…..1812 Petersburger Denkschrift des Reichsfreiherrn vom Stein.


Aufgrund seiner geographischen Lage gerät das Königreich Sachsen als einer der ersten Staaten unter die Oberhoheit des zentralen Verwaltungsrates.

2) Der zweite wichtige Themenkomplex in diesem Zusammenhang ist das Scheitern der sächsisch - österreichsichen Konvention, welches sowohl den
schwierigen Umständen Sachsens nach der Schlacht bei Lützen, als auch der abwartenden Passivität Österreichs geschuldet war.

Im Sommer 1813 traf die sächsische Regierung Absprachen mit Napoleon über Entschädigungen für Sachsen, einerseits im Zuge einer aktiven Territorialpolitik,
andererseits um die wirtschaftlich katastrophale Lage Sachsens durch die fortgesetzten Kriegsbelastungen zu mildern.

Vielleicht blieb der König von Sachsen Napoleon auch deshalb bis zuletzt treu, weil er hoffte, seine territorialen Erweiterungswünsche mit dessen Hilfe doch
noch verwirklichen zu können. In jedem Fall stand Sachsen in der Völkerschlacht bei Leipzig im gegnerischen Lager, und daraus ergab sich
zwangsläufig die Gefangennahme des Königs als Kriegsgegner der Verbündeten.


Ein beliebtes Argument der „apologetischen“ Literatur des 19. Jahrhunderts zur sächsischen Geschichte, Sachsen habe sich bereits vor allen anderen deutschen
Staaten im Januar / Februar 1813 dazu entschieden, das Bündnis mit Napoleon zu verlassen, lässt sich aus den Quellen nicht belegen.



Das Hauptanliegen für Sachsen in dieser Zeit war die Landesverteidigung gegenüber den von Osten heranrückenden russischen Truppen.

Die Initiative zu den Verhandlungen zwischen Sachsen und Österreich, die in den Abschluss der Konvention vom 20.
April 1813 mündeten – mit der Sachsen sich durch den Anschluss an die österreichische Friedensvermittlung auf eine neutrale Position stellte – gingen von
Österreich aus und nicht von Sachsen.
Seite 166 ff)


Und mit noch einem wichtigen Fehlurteil aus der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts gilt es aufzuräumen:
Senfft, Sachsens Minister für Auswärtige Angelegenheiten in den entscheidenden Monaten der Verhandlungen zwischen
Sachsen und Österreich, war nicht der bedingungslose Frankreich-Anhänger…..

Wie die Ereignisse zeigen, war seine Skepsis gegenüber der österreichischen Friedensvermittlung in Bezug auf die Umsetzung ihrer Versprechungen durchaus berechtigt.

Hätte Senfft bedingungslos auf die französische Karte gesetzt, hätte er die Verhandlungen mit Österreich sicher nicht gutgeheißen.
Doch er schätzte die Lage seines Landes richtig ein und hielt ein Zusammengehen mit Österreich für die einzige Alternative, als Napoleon im
Frühjahr 1813 nicht in der Lage war, das sächsische Königreich gegen die vorrückenden Russen und Preußen zu schützen.



wenn gewünscht, könnte das Essay noch um die Problematik: "Die Sächsische Frage auf dem Wiener Kongress 1814/15" ergänzt werden. (Christian)

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