Neues 373 - 2019-05-12

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Matthias
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Neues 373 - 2019-05-12

Beitragvon Matthias » Sa 11. Mai 2019, 09:01

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Harald
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Re: Neues 373 - 2019-05-12

Beitragvon Harald » Sa 11. Mai 2019, 16:11

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM

gilt als Sammelbegriff für Kunstwerke unterschiedlicher Epochen und Stile,
die in den städtischen Parks, auf Straßen oder Plätzen für jedermann erlebbar sind.
Mit einfachen Worten gesagt: KULTUR FÜR ALLE !

Die Darstellung von Kunstwerken sollte allerdings neben einer IMAGEFÖRDERUNG der jeweiligen Kommune vorrangig als BILDUNGSANGEBOT zur Vermittlung von kulturellen Werten verstanden werden und zugleich zur DISKUSSION anregen, die gerade bei modernen Auftragswerken sehr kontrovers geführt wird, von „reine Geldverschwendung“ über „mit sowas kann ich nix anfangen“
bis „ich weiß nicht, was es ist, aber es gefällt mir.“
Ein regional bedeutsamer KÜNSTLER, dessen Großplastiken das künstlerische Bild der Lausitz und somit auch unserer Heimatstadt Senftenberg mitgeprägt haben, war:

PortrAEt Sauer_resize.jpg

ER, der 1923 in Dresden geboren, 27 Jahre lang in Senftenberg gelebt und gearbeitet hat, war, wie seine engsten Freunde aus der Künstlergemeinschaft 07 berichten „einer der Stillen im Lande, ein bescheidener Mensch, der mit einem Pott Kaffee und einer Buttersemmel zufrieden war“. Das FOTO, welches in seinem ATELIER, das er in einem ausgedienten kleinen Bahnwärterhäuschen der Grubenbahn eingerichtet hatte, aufgenommen wurde, zeigt ihn auf der Stuhllehne vor dem Fensterbrett sitzend,
auf dem eine Reihe von KLEINPLASTIKEN zu sehen sind, zu denen er stets eine innige Bindung hatte.
Heute, 40 Jahre danach, gestatte ich mir die folgende Bemerkung:
Nur gut, dass ERNST SAUER das Beschmieren, Zerstören, Einkellern und Klauen von Kunstwerken nicht mehr miterleben musste.
Das etwas kleinere Übel des „Umherwanderns“ seiner Plastiken hätte er schon als sehr schmerzlich empfunden, aber dass tolldreiste BUNTMETALLDIEBE sogar Kunstwerke, die tatsächlich „niet~ & nagelfest“ im Boden verankert sind, stehlen, um Drogensucht u.a. zu finanzieren oder sich selbige in den Garten zu stellen, hätte ihn mit Sicherheit „die Faust ballen“ lassen…
Hier als Paradebeispiel eine wahre „RÄUBERPISTOLE“ aus CALAU:

Maedchenbrunnen_resize.jpg

In den 1980er Jahren gestaltete die Stadt CALAU Teile ihrer Innenstadt neu. Der Bildhauer Ernst Sauer schuf für die zentrale Einkaufspassage einen >MÄDCHENBRUNNEN<, bestehend aus drei Bronzefiguren,
denen er die Namen >Die Schöne, die Keusche & die Kesse< gab. Sie entstanden in der Bildgießerei in Lauchhammer.
Der Brunnen kostete etwa 30.000 Mark.
Im Jahre 2002 stahlen unbekannte Diebe zwei der Figuren. Eine fand man einige Zeit später in einem Waldstück wieder, die zweite Figur wurde erst 2008 bei der Sanierung des Calauer Springteiches wiederentdeckt. 2009 wurde Die Schöne erneut gestohlen und obwohl der Bürgermeister einen Finderlohn von 500 Euro auslobte, tauchte die Figur erst im August 2012 wieder auf. Ein Bischdorfer Bürger hatte sie aus dem Bischdorfer Teich gefischt. Die drei Figuren wurden dann im Zuge einer DNA-Eigentumsmarkierung mit Künstlicher DNA versehen und auf den Stelen verankert.


„Als Ernst Sauer 1988 starb, hinterließ er ein bildhauerisches Erbe, das an Kraft, sinnlichem Vermögen und gedanklicher Reife zu den wesentlichen Hervorbringungen in der ostdeutschen PLASTIK gehört.“

Dazu gehören zweifelsohne auch die folgenden, in SENFTENBERG aufgestellten SKULPTUREN:

Skulpturen_resize.jpg

STRAUSSENPAAR (1) 1965
Ursprünglich standen die Plastiken vor der ehemaligen POS V „Otto Grotewohl“. Nach deren Rückbau wurden sie in den Senftenberger TIERPARK umgesetzt.

ZWEI BADENDE JUNGEN (2) 1966
mit Umbau der in der Hörlitzer Straße befindlichen Volksschwimmhalle in ein Erlebnisbad wurden die Plastiken vom alten Eingang an den neuen Eingang versetzt.

ZWEI JUNGE MENSCHEN (3) 1984
Die Plastik befand sich ursprünglich auf dem Schulhof der EOS,
später Gymnasium, in der Rudolf-Harbig-Straße.
Nach dessen Verlegung steht sie nun auf dem Schulhof des Senftenberger Gymnasiums in der Fischreiherstraße.

DIE BADENDE (4) 1982
befindet sich auf einer Freifläche an der Einmündung der Glück-Auf-Straße in die Steigerstraße in Senftenberg.

PINGUIN-FAMILIE (5) 1977
wurde ursprünglich in einem Kindergarten aufgestellt, danach im Schulhof der Realschule, nach dessen Schließung bis 2013 an der
Dr.-Otto-Rindt-Oberschule und steht, nachdem sie in der Werkstatt einer Fachfirma gereinigt und umfangreich saniert wurde, seit 2015 am Eingang des Tierparkes.

WASCHBÄRENGRUPPE (6) 1962
Die Skulptur befindet sich vor der „Hand in Hand“ - Förderschule in der Joachim-Gottschalk-Straße.

DIE TRINKENDE (7)
wurde 2001 in der Bahnhofstraße/Ecke Ostpromenade aufgestellt.

GEDENKSTÄTTE (8)
für die Gefallenen der Roten Armee,
die Senftenberg am 19./20. April 1945 befreiten, befindet sich an der Briesker Straße westlich des Neuen Friedhofs.
Das Ehrenmal wurde am 8. Mai 1975 eingeweiht, nach Sanierung am 1.09.2015 wieder eröffnet.
Es besteht aus zwei räumlich leicht getrennten Teilen. Eine stilisierte metallene Blume wächst von drei 6,5 Meter hohen Bajonetten flankiert und soll zur Wachsamkeit mahnen. Ein mit einem dunklen Magma-Gestein verkleideter Quader trägt eine Gedenk-Aufschrift in deutscher und russischer Sprache.

Übrigens bin ich bei den nächsten FOTOS mittlerweile sprachlos:

Zerstoerung_resize.jpg

links:
Die vor Jahren von Vandalen zerstörte Plastik „Mutter und Kind“ von Ernst Sauer wurde saniert und 2008 im Senftenberger Schlosspark wieder aufgestellt. 2017 wurde die fest verankerte Betonskulptur am Wochenende von Unbekannten vom Sockel gestoßen
– inzwischen aber vor dem Polenzhaus fest verankert.

rechts:
die auf dem Senftenberger Neumarkt im Wasser spielenden Figurengruppe wurde von Ernst Sauer für einen Brunnen auf dem Neumarkt geformt, der allerdings nie gebaut wurde.
Die Kunstwerke verstaubten, bis sie 2003 am Spielplatz auf dem Neumarkt per Schraubengewinde in den Betonboden gedreht wurden. Da vor einiger Zeit an den Verankerungen eifrig gesägt wurde, musste man die Figuren nunmehr abmontieren und „sicher verwahren“.
Die Originale sollen nun durch weniger wertvolle Kopien ersetzt werden.
Nur die „Wolschinka“- Imitation plätschert nun traurig vor sich hin…


Krönender TIEFPUNKT:
Auf Nimmerwiedersehen verschwanden im Jahre 2017:

Gestohlen_resize.jpg

im SCHLOSSPARK neben der Galerie am Schloss „Polenzhaus“ am Steindamm die „SITZENDE FRAU“ von Siegfried Krepp.
und vor dem Verwaltungsgebäude der STADTWERKE
das 2009 aufgestellte Paar „STEHENDE & SITZENDE“
von Jürgen von Woyski.

OH, AN SITTE & MORAL BETTELARMES DEUTSCHLAND ! :evil:


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