Neues 681 - 2026-03-08

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Matthias
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Neues 681 - 2026-03-08

Beitragvon Matthias » Sa 7. Mär 2026, 09:31

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Harald
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Re: Neues 681 - 2026-03-08

Beitragvon Harald » So 15. Mär 2026, 15:58

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Auf unserem inzwischen 15 Jahre währenden,
in BILD & TEXT für die NACHWELT festgehaltenen
„RITT DURCH DIE SENFTENBERGER REGION" wurde die WERKSKOLONIE >GRUBE MARGA< mitnichten zu einem sehr lieb gewordenen RASTPLATZ.
In zahlreichen „NEUES“- BEITRÄGEN beschrieben wir,
mehrfach & teils recht ausführlich,
die herausragenden SOZIALEN EINRICHTUNGEN der >GARTENSTADT MARGA<.
Allerdings fiel mir bei meiner aktuellen Recherche auf, dass eine bestimmte EINRICHTUNG von einst bislang fehlte…

„EINE HEIMSTATT DER KLEINKIND-BETREUUNG“


Den ersten HINWEIS auf (so etwas wie) einen „KINDERGARTEN“ fand ich im Buch >Gartenstadt Marga< von Wolfgang J o s w i g:
„1911 werden Im Bestandsplan der >Arbeiter-Gartenstadt-Marga< weitere Planungsabsichten dokumentiert. Beispielsweise die KINDERBEWAHRANSTALT (als HOLZHAUS errichtet, später abgerissen)“…

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Ich erinnerte mich, diesen BEGRIFF während meines LEHRERSTUDIUMS im Fach „Geschichte der Erziehung“ schon gehört zu haben:

KINDERBEWAHRANSTALTEN
entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge der INDUSTRIALISIERUNG als Antwort auf die SOZIALE NOT & KINDERARBEIT. Ihre Zielgruppe waren KINDER aus ARMEN FAMILIEN, deren ELTERN (oft beide) in FABRIKEN arbeiten mussten & somit ihre KINDER tagsüber nicht betreuen konnten.
In erster Linie dienten jene KINDERGARTEN - VORLÄUFER der reinen BEAUFSICHTIGUNG & VERSORGUNG, d.h. die KINDER wurden beschäftigt, von der Straße & aus Gefahrensituationen ferngehalten & verpflegungsmäßig versorgt – mussten jedoch nach STRENGEN REGELN stundenlang auf Bänken sitzen, sich still verhalten & durften kaum spielen. Oft herrschte ein strenger, fast MILITÄRISCHER Ton: Übergroße KINDERGRUPPEN wurden in REIHEN aufgestellt & sangen LIEDER über ORDNUNG & GEHORSAM und dergestalt in übergroßen GRUPPEN, von DIAKONISSEN (ohne pädagogische Ausbildung) lediglich „VERWAHRT“. Erst im Laufe des frühen 20. Jahrhunderts wandelten sich diese >VERWAHRANSTALTEN< zu >KINDERGÄRTEN<, die auf BILDUNG, SPIEL & ENTFALTUNG der KINDER setzten – allerdings bei streng getaktetem TAGESABLAUF - vor allem bei der BESCHÄFTIGUNG, dem gemeinsamen ESSEN & WASCHEN sowie einem festen MITTAGSSCHLAF…

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Der FESTBROSCHÜRE zu >50 Jahre ILSE Bergbau AG.< konnte ich dann konkrete FAKTEN zum KINDERGARTEN in MARGA entnehmen:
„Die FÜRSORGE für die KINDER der WERKSANGEHÖRIGEN hat die >ILSE< als eine ihrer vornehmsten PFLICHTEN gehalten:

Vom 3. Lebensjahr an werden die KINDER zu OSTERN in einen KINDERGARTEN aufgenommen, der mit der WERKSGRÜNDUNG eingerichtet, mit neuzeitlichen hygienischen EINRICHTUNGEN versehen & von einer KINDERGÄRTNERIN (Diakonisse) geleitet wird, der einige HELFERINNEN & KINDERMÄDCHEN zur Seite stehen. Die KINDER
befinden sich unter ÄRZTLICHER AUFSICHT und werden zweimal jährlich eingehend untersucht & die ERGEBNISSE karteimäßig festgehalten. Stellt der Arzt UNTERERNÄHRUNG fest, werden den KINDERN außer der täglichen Ration von MILCH & KAKAO, zusätzliche KRÄFTIGUNGSMITTEL verabreicht. Auf diese Weise werden den Kindern jährlich 20.000 Liter MILCH zugeführt.
Die ÄRZTLICHE BEHANDLUNG & überhaupt der AUFENTHALT im KINDERGARTEN sind für die Eltern KOSTENLOS.

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Der ZWECK des KINDERGARTENS besteht darin, schon die KLEINSTEN durch SPIELE & den Umgang mit GLEICHALTRIGEN zur SELBSTÄNDIGKEIT zu erziehen, vor allem den MÜTTERN während der Tagesstunden die SORGE für die ÜBERWACHUNG der KINDER abzunehmen, währenddessen jene bereits lernen, das eigene ICH zurückzustellen & erkennen, dass es außer ihm noch andere KINDER gibt, auf die es RÜCKSICHT nehmen muss.
Bis zum FRÜHSTÜCK können sich die KINDER nach freiem Ermessen BESCHÄFTIGEN bzw. SPIELEN; anschließend beginnt die PLANMÄSSIGE BESCHÄFTIGUNG, die durch Kleben, Ausschneiden, Basteln usw. die HANDFERTIGKEIT fördern soll. Darauf folgen TURN~ & KREISSPIELE für die körperliche ERTÜCHTIGUNG.
Um die MÜTTER mit den BESCHÄFTIGUNGEN & SPIELEN der Kinder vertraut zu machen, ihnen zu zeigen, wie sie diese DAHEIM beschäftigen können, werden sie in besonderen MÜTTERABENDEN zusammengefasst, an denen eine gemeinsame Aussprache über KINDERERZIEHUNG stattfindet.

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Die gesamte EINRICHTUNG des KINDERGARTENS ist ganz auf das KINDESALTER zugeschnitten: TISCHE & STÜHLE sind in entsprechend KLEINEM Maße hergestellt. Das auf REGALEN aufgestellte TRINKGESCHIRR ist nicht mit dem KINDESNAMEN bezeichnet – das KLEINKIND kann ja noch nicht lesen – sondern mit irgendeiner bunten BLUME, die es sich ohne weiteres merken & wohl auch kaum verwechseln kann. Jedes Kind hat auch eine besondere ZAHNBÜRSTE neben seinem TRINKGESCHIRR aufbewahrt, denn auf das ZÄHNEPUTZEN wird allergrößter Wert gelegt.
In dem KINDERGARTEN bleiben die 60 bis 100 KINDER bis zur EINSCHULUNG in die VOLKSSCHULE, wo schon helle, luftige, gesunde RÄUME mit wertvollen LEHRMITTELSAMMLUNGEN auf sie warten…
Das nachfolgende FOTO zeigt die VERABSCHIEDUNG der SCHULANFÄNGER im KINDERGARTEN im Jahre 1932.
Vielleicht erkennen ja einige BRIESKER NACHFAHREN von heute noch ihre VORFAHREN von vorgestern ?

Einschulung 1932.jpg

In den 1950er Jahren wurde der KINDERGARTEN zum KINDERHORT, danach zum GST-Stützpunkt umfunktioniert, in welchem die Briesker Jugend u.a. den MOTORRAD-FÜHRERSCHEIN ablegen bzw. sich dem Modelleisenbahn-Bau widmen konnte. Als langjährige BRIESKER ERZIEHERIN bestimmte meine FRAU abschließend auch noch den ehemaligen STANDORT des von „Feuerteufeln“ in Brand gesteckten „JUGENDOBJEKTS“… :!:

Kita Marga.jpg


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