Neues 284 - 2017-06-25

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Matthias
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Neues 284 - 2017-06-25

Beitragvon Matthias » Sa 24. Jun 2017, 08:54

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Harald
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Re: Neues 284 - 2017-06-25

Beitragvon Harald » So 25. Jun 2017, 15:14

KH SFB 1890_resize.jpg
Am 18. März 1965 wurde auf der Lokalseite SFB der >Lausitzer Rundschau< ein Artikel veröffentlicht, der die Leserschaft auf ein wichtiges kommunales Ereignis einstimmen sollte:

„Bremsgeräusche ertönen vor dem Eingang. Der Wagen des Deutschen Roten Kreuzes mit dem lebensgefährlich erkrankten Patienten ist da.
Mit geübten Griffen ziehen die Fahrer und der bereitstehende Pfleger die Bahre (!) heraus, tragen sie die wenigen Stufen hoch und verschwinden damit im Aufzug. Im darauf vorbereiteten Operationssaal beginnt der Chirurg mit seinen Mitarbeitern die Operation.
Solche Situationen sind im

BERGARBEITERKRANKENHAUS SENFTENBERG

nicht ungewöhnlich. Die 19 Ärzte bieten ihr ganzes, im langen Studium und in der Praxis erworbenes Wissen und Können auf, um die Kranken zu heilen. Sie werden dabei von den 126 Schwestern, Pflegern und sonstigen Mitarbeitern im Haus aufopferungsvoll unterstützt…
425 Betten stehen in den insgesamt 15 Stationen des Hauses, in denen Kranke unter fürsorglicher Betreuung ihrer Genesung entgegensehen…
Wenn vor 20 Jahren die Patienten mit einer fahrbaren Krankentrage aus der Umgebung der heutigen Kreisstadt bis ins KRANKENHAUS gebracht wurden, so besorgen das heute die mit dem roten Kreuz versehenen bekannten hellen >Framos< und >B 1000<…"

Krankenwagen_resize.jpg

Am 3.November 1965 war es dann soweit.
Das 75-JÄHRIGE JUBILÄUM DER EINWEIHUNG dieser medizinischen Einrichtung führte zahlreiche Mitarbeiter des Hauses und viele Gratulanten - darunter viele >mundwerktätige Berufsgenossen der SED<, die es immer dann magisch anzog, wenn irgendwo ein Galabuffet winkte - zu einer Feierstunde im >Kulturhaus der Eisenbahner< zusammen.

75 Jahre KH SFB_resize.jpg

Der Ärztliche Direktor, Herr Medizinalrat Dr. Kurt Siewers, skizzierte die Entwicklung des Hauses in den vergangenen 75 Jahren wie folgt:

„Die 17 Ärzte, 5 Zahnärzte und 273 weiteren Mitarbeiter des

BERGMANNSKRANKENHAUS SENFTENBERG
begehen heute einen besonderen Tag.
Vor genau 75 Jahren wurde nach einer zweijährigen Bauzeit das oben abgebildete KRANKENHAUS seiner Bestimmung übergeben.
Sein Chefarzt, Herr Dr. Malin, mußte schon nach wenigen Wochen ärztlicher Tätigkeit feststellen, daß die Kapazität von 36 Betten den Anforderungen nicht genügte. Gewiß, diese Einrichtung war gegenüber dem bisherigen ARMENSPITAL im heutigen FEUERWEHRDEPOT mit seinen 3 kleinen Zimmern und 8 Betten ein wesentlicher Fortschritt. Doch der sich immer mehr entwickelnde Bergbau, die Erweiterung der übrigen Industrie und die sich damit erhöhende Einwohnerzahl der Stadt und Dörfer der Umgebung stellten an das – wenn damals auch bescheidene – Gesundheitswesen größere Anforderungen.
1905, in der Zeit also, in der der spätere Geheime Sanitätsrat Dr. Oskar Reinach das Haus leitete, erfolgte der erste Anbau. Es war der heutige linke Seitenflügel. Dadurch konnten die Kranken in 16 Räumen untergebracht werden. Aber erst die im Jahre 1924 beendete Erweiterung ließ die Kapazität sprunghaft ansteigen. 280 Betten standen danach bereit. In dieser stichwortartigen Aufzählung soll auch der von 1932 bis 1935 auf ehemaligen Wirtschaftsflächen entstandene Park nicht fehlen.
Obwohl die Knappschaft schon seit 1890 Sitz und Stimme im Verwaltungsgremium dieser dem Elisabeth-Diakonissen-Krankenhaus Berlin wirtschaftlich unterstellten Einrichtung hatte, so war doch erst das Jahr 1911 der Zeitpunkt, von dem die traditionelle Bezeichnung BERGMANNSKRANKENHAUS datiert.
In dem genannten Jahr wurde die Knappschaft der alleinige Rechtsträger…

Die großzügige Förderung des Gesundheitswesens durch die Arbeiter- und-Bauern-Macht ermöglichte auch dem BERGMANNSKRANKENHAUS Senftenberg einen enormen Aufschwung.
In 7 Fachabteilungen stehen insgesamt 425 Betten zur Verfügung. Allein von 1960 bis 1964 wurden insgesamt 118 Belegschaftsangehörige auf größere Aufgaben systematisch vorbereitet. Hilfsschwestern qualifizierten sich zu Vollschwestern, Vollschwestern erwarben die Befähigung für die Mittelstufe. Seit dem 1. September dieses Jahres ist unsere Einrichtung AUSBILDUNGSKRANKENHAUS.
Abgänger der 10. Klassen der Oberschulen erhalten in 3 Jahren bei uns die praktischen, an der Medizinischen Fachschule in Cottbus die theoretischen Grundlagen für den schönen Beruf einer KRANKENSCHWESTER. Wir sind auch stolz darauf, daß die große KRANKENPFLEGE auf 3 Stationen in den Händen von Jugendlichen liegt und 2 Kollektive um den Titel >Kollektiv der sozialistischen Arbeit< wetteifern…“

Interessant an beiden Berichten ist nicht nur die Verwendung unterschiedlicher Bezeichnungen für das KRANKENHAUS in ein und demselben Jahr 1965, sondern auch, wie unsicher man im Gebrauch von Zahlen war, denn bis auf die gleichlautende Anzahl der Betten gibt es einige Ungereimtheiten.
Kein Wunder, denn im FRISIEREN VON STATISTIKEN & PLANZAHLEN war der DDR-Staatsapparat ja sowieso einsame Spitze…


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