Neues 353 - 2018-12-16

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Matthias
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Neues 353 - 2018-12-16

Beitragvon Matthias » Sa 15. Dez 2018, 08:59

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Klaus
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Re: Neues 353 - 2018-12-16

Beitragvon Klaus » Sa 15. Dez 2018, 11:04

Um welche Senftenberger Schule handelt es auf diesem Bild von 1917?
[attachment=0]senftenberg_einschulung-1917.jpg
Dateianhänge
senftenberg_einschulung-1917.jpg

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Matthias
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Re: Neues 353 - 2018-12-16

Beitragvon Matthias » Sa 15. Dez 2018, 12:45

Wenn es denn Senftenberg ist, dann vermutlich die Knabenschule. Anhand der Gardinen würde ich jetzt nicht unbedingt darauf
schliessen, daß es sich im Hintergrund wirklich um ein/das Schulgebäude handelt.

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Harald
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Re: Neues 353 - 2018-12-16

Beitragvon Harald » Sa 15. Dez 2018, 14:02

logo Einkauf_resize.jpg

Nein. Falsch getippt. Als LEHRER i.R., der nur noch in (WEIHNACHTS-) FERIEN lebt, widme ich mich heute mal nicht der SCHULE,
sondern der weihnachtlichen GESCHÄFTSWELT.

>ALLE JAHRE WIEDER< läuft das WEIHNACHTSGESCHÄFT auf Hochtouren und parallel dazu auch die periodisch wiederkehrende Diskussion über VERKAUFSOFFENE SONNTAGE.
In früheren Zeiten hatten nämlich fast alle GESCHÄFTE, allen voran die großen KAUFHÄUSER, an den DREI LETZTEN SONNTAGEN VOR WEIHNACHTEN geöffnet.
Um den gewünscht steigenden Umsatz und Gewinn der Geschäftsleute zu versinnbildlichen, bekamen sie die Bezeichnungen


>KUPFERNER, SILBERNER & GOLDENER SONNTAG<

Am 2. Adventssonntag lief das Weihnachtsgeschäft etwas verhalten an, steigerte sich aber erheblich am 3. und brachte schließlich am 4. Advent Rekordumsätze.
Auf Derartiges hoffte alljährlich wohl auch die SENFTENBERGER GESCHÄFTSWELT.
Was diesbezüglich vor 90 Jahren zur ADVENTSZEIT bei uns los war, entnehmen wir dem >Senftenberger Anzeiger< von 1928:

Weihn. Plakat_resize.jpg

DER KUPFERNE SONNTAG (10.Dezember)

„Mit dem gestrigen Tage begannen die geschäftsoffenen weihnachtlichen EINKAUFSSONNTAGE. In diesem Jahre setzte der
Verkehr auf den Straßen schon um die Mittagszeit recht rege ein.
Auf dem BAHNHOF, wo mit verstärkten Zügen stets neue Menschenfluten sich in die BAHNHOFSTRASSE ergossen, und an den Haupteinfallspforten für Fahrzeuge,
im Westen in der KAISER-FRIEDRICH-STRASSE und nach Osten zu in der SCHLOSSSTRASSE und auch in der SCHMIEDESTRASSE nahm der Verkehr augenblicksweise beängstigende Formen an. Am stärksten waren SPIELWARENGESCHÄFTE, Geschäfte mit TEXTILWAREN aller Art vom Publikum bevorzugt. Dann rangieren Spezialhäuser für GESCHENKARTIKEL und SCHUHWAREN und, den Umständen angemessen, stark, Geschäfte mit ZUCKERWAREN. Einige Häuser mit SPIELWAREN waren gezwungen, wegen Ueberfüllung ihre Geschäftslokale zu schließen, eine Erscheinung,
die am hiesigen Platze gewiß zu den Seltenheiten gehört.
Daß der WEIHNACHTSVERKEHR am KUPFERNEN SONNTAG bereits einen noch nie erlebten starken Aufschwung genommen hatte, ist sicherlich auch auf die mit den im letzten Jahre vorgenommenen Um~ und Neubauten verbundenen Vermehrungen und Vergrößerungen von Geschäftshäusern zurückzuführen.
Das Publikum hat erkannt, daß ein Besuch größerer Städte zur Besorgung von WEIHNACHTSEINKÄUFEN nicht mehr notwendig ist.
Auch war das Käuferpublikum für die von allseitig propagierte Mahnung: Macht Weihnachtseinkäufe frühzeitig !
mehr als in früheren Jahren zugänglich. Einher mit dem starken Geschäftsverkehr ging auch ein starker Besuch der GASTSTÄTTEN.“

DER SILBERNE SONNTAG (15.Dezember)

„Strahlender, glänzender, blendender als der KUPFERNE kommt er.Wenn auch der erste geschäftsoffene SONNTAG schon eine große VERKAUFSFLUT gebracht hat, wie sie in diesem Jahre als Seltenheit dasteht, so hoffen doch die Geschäftsleute für morgen auf einen ‚noch besseren Tag‘.
Da der GOLDENE SONNTAG in diesem Jahr sehr ungünstig vor dem Fest liegt, wird sich wohl morgen der größte GESCHÄFTSVERKEHR von allen dreien abwickeln. Wenn man dann in der drängenden, suchenden Menge wandert, mit Paketen beschwert – so weit das liebe Geld reicht – in knisternden Tüten,
frohmachende Herrlichkeiten für das Fest – wer mag die Dinge alle zu nennen – und die heimliche Freude auf allen Gesichtern sieht,
dann zieht die Vorfreude für das Fest ein, ein SILBERNES KLINGEN nicht nur in den Läden, sondern auch in den Herzen:
Bald ist’s WEIHNACHTEN!“

ladenschluss.jpg

KLEINE ÜBERRASCHUNG: einen Tag vor dem letzten verkaufsoffenen Sonntag erreichte ein HILFERUF die Leserschaft des Lokalanzeigers:

WEIHNACHTEN ! Geschäftig sieht man am Heiligabend noch letzte Hand anlegen, um alles für den GABENTISCH zurecht zu haben, wenn der höchste Moment eintritt: es wird noch schnell ergänzt, das etwa Fehlende herangeholt, aber wenige denken wohl daran, daß sich auch DIEJENIGEN auf Weihnachten freuen, die das ganze Jahr hinterm LADENTISCH stehen und mehr oder weniger angestrengt bemüht sind, mit Pflichteifer der Kundschaft Wünsche zu erfüllen.
Wäre es da nicht angebracht, allgemein darauf zu halten, diesen Leuten wenigstens am HEILIGABEND etwas früher die Bürde der Arbeit insofern zu erleichtern, indem man seine Wünsche rechtzeitig, d.h. bis MITTAG voll befriedigt und nicht bis kurz vor LADENSCHLUSS die Verkäufer traben läßt ?
Bei gutem Willen geht alles…“

DER GOLDENE SONNTAG (22.Dezember)

„In diesen Tagen kam die gute Kunde, daß der SILBERNE SONNTAG die auf ihn gesetzten Hoffnungen der Geschäftsleute ‚im allgemeinen‘ erfüllt habe:
das Publikum hatte sich wieder ans KAUFEN gewöhnt und das sei immerhin als ein fröhlicher Anfang zu betrachten.
Die fröhliche Fortsetzung nun erwartet man für den fälligen GOLDENEN SONNTAG. Im großen und ganzen unterscheidet sich der GOLDENE von dem SILBERNEN nur durch die Metallfarbe – in ihres Wesens Kern sind sie einander gleich und ebenbürtig, nur daß es am GOLDENEN noch ein bißchen ‚intensiver‘ zugeht als eine Woche vorher.
Es ist, wenn wir uns bei einer so bedeutsamen Sache so vulgär ausdrücken dürfen, DIE HÖCHSTE EISENBAHN, und wer mit seinen WEIHNACHTSEINKÄUFEN noch immer nicht im reinen ist, hat jetzt, in zwölfter Stunde, die letzte Gelegenheit, sich mit Eifer in das Vergnügen zu stürzen und zu kaufen, was seinem Beutel erreichbar ist. Diesmal beinahe die allerletzte! Denn es ist zu bedenken, daß in diesem Jahre der GOLDENE SONNTAGdicht vor HEILIGABEND anhebt und aufhört, und daß an dem ‚Halbtage‘, der ihm folgt, kaum noch etwas Rechtes anzufangen ist. Man hat sich also zu beeilen, und wer irgend auf Tüchtigkeit Anspruch erhebt, muß sich am Abend des GOLDENEN nach Ladenschluß mit dem berühmten Brustton der Überzeugung sagen können:
‚So! Ich bin fertig! Nun kann die Familie aufmarschieren!‘
Mit Wünschen ist ja nicht viel getan, und es ist durch sie allein wahrscheinlich noch niemals eine KASSE gefüllt worden, aber wir glauben,
daß uns die, so etwas zu verkaufen haben und die es vor dem weihnachtlichen LICHTERANZÜNDEN noch rasch an den Mann oder die Frau bringen möchten,
nicht sonderlich böse sein werden, wenn wir ihnen für den GOLDENEN SONNTAG ein wirklich GOLDENES GESCHÄFT wünschen.
Was hiermit geschieht!“

Bild1_resize.jpg

Exakt am HEILIGABEND zog man dann in der Redaktionsstube des Lokalblattes BILANZ und konstatierte wider Erwarten:

DER SILBERNE WAR DER GOLDENE SONNTAG (24.Dezember)

„Das ist in kurzen Worten das Ergebnis des gestrigen letzten EINKAUFSSONNTAGS. Das wundert nicht weiter, denn am vorletzten Tage vor dem FEST sind zum allergrößten Teil die Bedürfnisse des KÄUFERPUBLIKUMS mehr auf realere Dinge gerichtet, d.h. es wurden Sachen gekauft, die für die FESTTAGSTAFEL bestimmt sind.
So kam es, daß der Verkehr in den Geschäften und in den Abteilungen mit GROSSKONFEKTIONSSTÜCKEN sich in sehr mäßigen Grenzen bewegte.
Auch der Bedarf an SPIELWAREN war in der Hauptsache gedeckt. Im Wesentlichen wurden gestern ERGÄNZUNGSARTIKEL gekauft,
das sind GEGENSTÄNDE in der Preislage bis zu ca. 10 RM., die dazu dienen, einem GABENTISCH die letzte Fülle zu geben.
Das vorher Gesagte gilt wohl für alle Branchen, einschließlich der GOLD~& SILBERWAREN, die am SILBERNEN SONNTAG ebenfalls ihren HAUPTVERKAUFSTAG hatten. Der Andrang in Geschäften mit ZUCKERWAREN aller Art war nach wie vor ziemlich stark.
Auch die LEBENSMITTELBRANCHE hatte Belebung in verschieden Artikeln zu verzeichnen.“

Man konnte also zufrieden sein. Ein noch weiterer Blick zurück in die Vergangenheit beweist, dass dies durchaus nicht Standard war,
denn im Jahre 1875 klagten die Geschäftsleute im >Senftenberger Anzeiger<:

„Der WEIHNACHTSEINKAUF ist gleich Null. Das Publicum hat kein Geld und so bescheiden wie dieses Jahr waren die GESCHENKE noch nie, die man sich gegenseitig machen wird…“

Wünschen wir also den Senftenberger Händlern für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ausgesprochen „GOLDENE ZEITEN“ !
...aber AUFGEPASST: diese ANKÜNDIGUNG (siehe unten) dient wohl in erster Linie dem "UMTAUSCHGESCHÄFT":

offener sonntag_resize.jpg


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