Neues 388 - 2019-08-25

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Matthias
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Neues 388 - 2019-08-25

Beitragvon Matthias » Sa 24. Aug 2019, 09:08

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Harald
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Re: Neues 388 - 2019-08-25

Beitragvon Harald » So 25. Aug 2019, 10:23

Teddy_resize.jpg

Möglicherweise ist gerade ein BÄRENGEHEGE für Kinder so anziehend, weil sie in MEISTER PETZ das Spiegelbild ihres eigenen kleinen TEDDYBÄREN aus dem „REICH DER KUSCHEL~ & KNUDDELTIERE“ sehen. Dessen Geburtsstunde schlug im Jahre 1902 beim Spielzeughersteller STEIFF als >PLÜSCHBÄR mit beweglichen Armen & Beinen<. Das flauschige, gold~, braun~ oder beigefarbige FELL und das niedliche GESICHT mit dem erwartungsfrohen, verschmitzten Lächeln verzaubert MÄDCHEN & JUNGEN gleichermaßen gewiss intensiver,
als die belehrende BESCHREIBUNG in einem >THIERBUCH für Kinder< (1827):

DER BÄR – Lebenskraft, Mut & Instinkt

„Der BÄR hat ein starkes zottichtes Haar, einen dicken Kopf, eine abgestumpfte Schnauze und einen kurzen Schwanz.
Er tritt auf den ganzen Fuß bis an die Ferse auf, und hat einen latschenden Gang. Er ist ein träges, langsames Thier. Er liebt die Einsamkeit.
Da, wo die Natur fast ganz verwildert ist, wohnt er am liebsten. Man findet ihn nie in Gesellschaft mit seinesgleichen, außer zur Paarungszeit.
Er brummt fast immer vor sich hin, gleichsam zum Zeitvertreib, und scheint grimmiger, als er wirklich ist. Wenn er nicht zuerst beleidigt und gereizt wird,
fällt er keinen Menschen an, oder der wildeste Hunger müßte ihn plagen. In der Gefangenschaft werden Bären durch schlechte Behandlung oft tückischer und boshafter, als sie von Natur aus sind. Obgleich sie einen trägen Gang haben, so können sie doch hurtig laufen; sie klettern auch geschickt, und gehen mit vieler Leichtigkeit auf den Hinterfüßen. In dieser Stellung greifen sie gewöhnlich an und wehren sich. Ihre größte Stärke haben sie in den Vordertatzen.
Hiermit schlagen sie derb um sich, oder sie umarmen ihren Feind und erdrücken ihn. Der Zähne bedient er sich selten als Waffen.
Seine liebste Nahrung sind große Thiere, z.B. Hirsche und Rehe, die er mit einem Schlage zu Boden streckt und fort schleppt,
wohin er will. Wenn er im Frühling als ein ausgehungertes Gerippe sein Winterlager verläßt, dann aber frißt er auch alles, was er erhaschen kann:
frisches Fleisch, Aas, Getreide, Wurzeln; er durchwühlt die Ameisenhaufen, bestiehlt die Bienenstöcke,
hohlt Fische aus dem Wasser, plündert Weinberge und Obſtbäume.“

Baer_resize.jpg


Seit Jahrtausenden ist die Beziehung zwischen MENSCH & BÄR eine ganz spezielle. Für seine STÄRKE & KRAFT wurde der Bär ebenso bewundert wie gefürchtet. Den Germanen galt er sogar als der KÖNIG DER TIERE. Wer ein AMULETT AUS BÄRENKLAUEN besaß, auf den ging auch die magische Kraft des Bären über. Ab 1900 wurde das „KRAFTTIER“ BÄR gern als STEIGERUNGSMETHAPHER (heftig, sehr groß) verwendet:

Bärennatur – ~nerven – ~stärke – ~ruhe – ~hunger – ~durst – ~appetit – ~hitze – ~kälte – ~schlaf
– oder auch Bärenschinken (breite Oberschenkel, Gesäßhälften)


Hinzu kommen REDEWENDUNGEN wie:

schlafen wie ein Bär = fest, lange schlafen; leitet sich vom Winterschlaf des Bären her.
schnarchen wie ein Bär = stark und tief schnarchen; hängt zusammen mit dem Brummlaut des Bären.
schwitzen wie ein Bär = stark schwitzen; wegen seines dichten und dicken Fells nimmt man an, der Bär müsse entsprechend schwitzen.

Dem großen & kräftigen BÄR VON EINEM MENSCHEN kann ein
BÄR AUF SOCKEN, ein plumper Mensch, der sich vom echten Bären mit seinem schwerfälligen Gang nur durch die „Socken“ [Schuhwerk] unterscheidet bzw.
ein UNGELECKTER BÄR (fußt auf dem alten Volksglauben, dass der Bär seine Jungen durch Belecken vervollkommnet), also ein unerzogener, plumper Mensch,
nicht das Wasser reichen.

Beim Thema BÄR dürfen HEIMATFORSCHER natürlich keinesfalls
den MANN vergessen, der am 11. Juni 1157 die GRÜNDUNG DER MARK BRANDENBURG vollzog – wobei natürlich von außerordentlichem Interesse sein dürfte,
WIE ER ZU SEINEM NAMEN KAM:

Albrecht der Baer_resize.jpg

ALBRECHT DER BÄR
(um 1100-1170)

„Es war zu diesen Zeiten gewöhnlich, den Fürsten ZUNAMEN zu geben:
der erste Grund dazu war vermuthlich die grosse Menge der ÄHNLICHEN NAMEN der Fürsten durch gewisse MERKZEICHEN zu unterscheiden.
Unser Fürst hieß
ALBRECHT DER BÄR.
So wird er bis itzt noch von den Geschichtsschreibern beständig genant.
Man hat die URSACHE dieses ZUNAMENS untersuchen wollen.
Warum hieß Albrecht >der BÄR< ?
Weil sein Geschlecht von den römischen URSINERN (ursus = lat. Bär) herkomt, sagt man, weil er mit HEINRICH DEM LÖWEN Krieg geführt, und BÄR und LÖWE eifersüchtige Thiere aufeinander sind, weil er einen BÄREN in seinem WAPPEN führte, und so weiter.
Die lustigste Meinung ist, daß er den ZUNAMEN des BÄREN bekommen habe, weil er vielleicht ein Liebhaber der BÄRENJAGD gewesen sey.
So würde man Maximilian I. die GEMSE nennen können. –
Wenn man Dinge untersuchen will, die keiner Untersuchung fähig sind, so fällt man oft ins abgeschmackte. Wenn je eine Muthmassung angegeben werden soll, so mag die persönliche TAPFERKEIT den Grund zu dem Zunamen des BÄREN angegeben haben…
EINEN ANDERN ZUNAMEN, welchen unser MARKGRAF führte, wollen wir am wenigsten verschweigen, weil er viel sagt:
Man nannte ihn Albrecht den >SCHÖNEN<. Davon brauchen wir keinen Grund weit her zu hohlen…Man wird sich, ohne Beschreibung, unter dem Markgraf ALBRECHT DEM SCHÖNEN einen wohlgebildeten, angenehmen Prinzen vorstellen.
Die Gefälligkeit seines ganzen BETRAGENS, davon ein Hauptgrund seine KLUGHEIT war, begleitete ihn ständig, wenn er keine Waffen führte. So gefällig er war, so kriegrisch war er, so bald er es für nöthig hielt.
Die BESCHEIDENHEIT durfte bey ihm dem MUTHE nichts vergeben…


(aus >Biographie der Deutschen< von Gottl. Benedikt von Schirach / 1788)

Zum Schluss noch ein kleines BÄRIGES BILDERRÄTSEL.
Erkennen Sie die 5 REDEWENDUNGEN, in denen der BÄR eine „tragende Rolle“ spielt ?
Für die nicht ganz einfache Nummer 5 noch eine Denkhilfe:

Dort will ein Bär diensteifrig eine Fliege von der Nase des schlafenden Gärtners verscheuchen, indem er einen Pflasterstein nach ihr wirft — was weder die Fliege noch der Gärtner überleben.

Ihre LÖSUNGEN bitte unter ANTWORTEN einfügen ! Viel Spaß beim Rätseln ! :?: :|

sprichwoerter_resize.jpg


Falls danach noch RÄTSELLUST vorhanden ist, suchen Sie einfach die 12 BEGRIFFE, die oben links neben ALBRECHT unter dem Anfangsbuchstaben B versammelt sind ! :shock:

EINS GEHT NOCH
WELCHES TIER wurde denn hier im SENFTENBERGER TIERPARK in der >Lausitzer Rundschau< "gestochen scharf wie immer" im Jahre 1961 abgelichtet ?

Raetselbild_resize.jpg

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Harald
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Re: Neues 388 - 2019-08-25

Beitragvon Harald » Do 29. Aug 2019, 11:14

RÄTSEL - AUFLÖSUNG

A. BILDERRÄTSEL


(1) JEMANDEM EINEN BÄREN AUFBINDEN
= jemandem Unwahres vorgaukeln, ihn belügen;
Im Mittelalter führte man den Bären vor der Schlachtung aufgeputzt durchs Dorf. Später, als man am Festumzug auch ohne Bären festhielt, führte man einen vermummten Mann (mit einem ihm aufgebundenen Bärenfell) als „Bär“ herum: dies nannte man „einen Bären aufbinden“.

(2) DER BÄR IST LOS (schrieb der Comic-Zeichner darunter)
= man ist hochgradig wütend.
HUNGER WIE EIN BÄR HABEN (haben sicher die meisten getippt)
= großen Hunger haben. Bekanntlich ist der Bär gefräßig und nahezu ein Allesfresser.

(3) SICH AUF DIE BÄRENHAUT LEGEN
= sich schlafen legen; sich dem Müßiggang hingeben: faul sein.
Von den Humanisten erfundene freie Ausmalung des Treibens der alten Germanen auf der Grundlage von Tacitus, „Germania“,
ist trotz Textkritik und Geschichtsforschung seit 1500 ein unausrottbares Vorurteil, welches durch Studentenlieder aufrechterhalten wird.

(4) DAS FELL DES BÄREN TEILEN, BEVOR ER ERLEGT IST
= einen Gewinn im Voraus teilen.
Stammt aus einer Fabel des Jean de La Fontaine (1668)

(5) JEMANDEM EINEN BÄRENDIENST ZU ERWEISEN
heißt, jemandem, trotz guter Absicht, durch eine unzweckmäßige Hilfeleistung zu schaden.
Die Redewendung ist seit ca. 1900 in Gebrauch und geht auf die Fabel „Der Bär und der Gartenliebhaber” von Jean de la Fontaine (1621–1695) zurück.

einsam_resize.jpg

:o Nachträglich entdeckt:
AB HIER KOMMEN DIE BÄREN VON RECHTS
= Redewendung angesichts einer einsamen, unbekannten Gegend.


B. WÖRTER MIT B

Bär – Bank – Buch – Brief – Beerenhecke – Baum – Birnen
– Bienenkorb – Bienen – Burg – Busch – Bach – Brücke – Badende (Personen)

C. TIERPARK SFB

Pferdchen_resize.jpg


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