|
|
|
|
Norbert Jurk (in Kürze jährt sich sein Todestag zum 5. Mal) wird ohne Frage als der fleißigste Autor von – ich nenne es mal salopp: Senftenberger Bilderbüchern in die Geschichte eingehen.
Büchern, die zu mehr als 80% aus Abbildungen und Faksimiles bestehen und somit stark auf die visuelle Karte setzen. Vermutlich wird Norbert auch der Letzte dieser Zunft bleiben denn die
Nachfrage nach solchen Publikationen ist seit ein paar Jahren im Sinkflug. Norbert war aber nicht der einzige und er war auch nicht der erste. Diesen „Titel“ verdiente sich das Senftenberger Museum mit der Herausgabe dreier Büchlein Anfang der 1990er Jahre. Diese waren nach eigenem Bekunden Inspiration für Norbert. Irgendwann merkte er nämlich, daß auch Jahre nach deren Veröffentlichung nichts mehr nachkam. Das Museum hatte offenbar sein Pulver verschossen und das meiste, das sich in ihrer Fotothek befindet und veröffentlichungswert ist, bereits publiziert. Also dachte sich Norbert: „Das kann ich auch! Und besser! Und mehr!“ Wie die Geschichte weiterging ist bekannt. |
|
|
Daß in Folge überhaupt ein gutes Dutzend dieser Heimatbücher auf den Markt kam haben wir zweifellos der politischen Wende und den damit verbundenen „veränderten Rahmenbedingungen“ zu verdanken. Daß hingegen in den letzten 5 Jahren nichts vergleichbares mehr veröffentlicht wurde, hat teilweise mit einem hohen Sättigungsgrad auf Konsumentenseite, in letzter Instanz aber mit dem Wegbrechen der "Macher", zu tun. Ich gehe jede Wette ein, daß wir - würde Norbert noch unter uns sein – mittlerweile über fünf weitere Heimatbücher von ihm sprechen könnten. Es klang ja schon so ein wenig an: vor den Museumsbüchern gab es in dieser Beziehung für Senftenberg nichts. Nada! Niente! Und dabei war der Bedarf durchaus vorhanden. Die Gründe für die diesbezügliche Unterversorgung kann sich jeder gelernte DDR-Bürger an seinen zehn Fingern selbst abzählen. Aber wie das damals so war: Not machte erfinderisch und das was es nicht gab, bastelte man sich halt irgendwie selbst zusammen. Und nun komme ich mal langsam von der Vorrede auf das eigentliche Thema:
Vor einigen Tagen wurde mir freundlicherweise eine solche damalige "Bastelarbeit" übereignet. In tiefsten DDR-Zeiten von einem Senftenberger aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt liebevoll und für den Hausgebrauch zusammengestellt: ein DIN A4-Klemmordner mit Senftenberg betitelt, der eine Anzahl von Seiten aus etwas festerem Karton enthält. Darauf wurden sowohl kommerzielle Ansichtskarten wie auch private Schnappschüsse appliziert, teilweise "in Form" gebracht, mit Untertiteln versehen und hier und da mit weiteren Ephemera (Plaketten, Programme, Eintrittskarten) versetzt. Der abgedeckte Zeitrahmen erstreckt sich dabei im Wesentlichen auf die 1950er bis 1970er Jahre und endet mit der 700-Jahr-Feier 1979. Unter den privaten Fotografien befinden sich einige für mich interessante wenn auch nicht sensationelle Motive, die ich sicherlich in der Zukunft vorstellen werde. |
|
Was die kommerziellen Produktionen betrifft, die Eingang in die „Kladde“ fanden, gab es für mich mindestens eine Überraschung…
Gut, daß es zu DDR-Zeiten solche verspielten Souvenirmäppchen oder Leporellos gab, in denen sich verkleinerte Ansichtskartenmotive
befanden, ist nicht neu. Wir kennen so etwas aus den 70ern und 80ern und darüber hinaus lässt sich auch eine Produktion aus den
1950ern nachweisen. Auf die komme ich später noch einmal zurück.
Mir fehlen zu meinem Leidwesen nicht nur der Umschlag sondern sehr wahrscheinlich auch ein paar der ursprünglich enthaltenen Kärtchen. In der "Kladde"
konnte ich insgesamt 9 Stück finden. Abgesehen davon, daß ich in solchen Fällen eigentlich immer von einer geraden Anzahl verwendeter Motive ausgehe,
geben auch diverse Lücken in der ansonsten fortlaufenden Nummerierung der Kärtchen Grund zu der Annahme, daß damals mehr als nur diese 9 verausgabt wurden. Nachweis-Perspektive, der Begriff ist bereits gefallen. Deswegen komme ich mal lieber schnell zu den entsprechenden Fakten:
Wenn man sich die jeweiligen Verlagsangaben genauer anschaut, kommt man wie oben angedeutet zu dem Schluß, daß da vielleicht die Best.-Nr. 499, 503,504,505 fehlen könnten. Für die Nummern 499 und 505 würden mir spontan Kandidaten einfallen. Beim Rest bin ich mir noch unsicher, da ich aktuell nicht über sämtliche Varianten dieser 50er-Jahre Motive verfüge. Die wurden nämlich über einen längeren Zeitraum von wechselnden Verlagen (vielleicht war es in Wahrheit aber ein und derselbe nur unter anderen Namen?) mit unterschiedlichen Nummern produziert. Jedenfalls habe ich nach der etwas intensiveren Beschäftigung mit den 9 oben abgebildeten Motiven die Entscheidung getroffen, daß sämtliche Motive mit dem Vermerk <= 1951 versehen werden können. Bei einigen war das schon der Fall, andere waren bisher etwas später eingeordnet. Zurück zur "Kladde"...
Beim Sinnieren über das wie?, warum? und womit? oben erwähnter „Senftenberger Heimarbeit“ erinnerte ich mich ziemlich schnell an eigene
Versuche zu DDR-Zeiten. Nein, die hatten nichts mit Senftenberg zu tun und waren in der Sache nicht einmal DDR-spezifisch weil es zehn- oder hunderttausende
wenn nicht gar Millionen Jugendliche auf der ganzen Welt gab, die das so oder so ähnlich handhabten.
Um den Kreis zu schließen: Solche Zeitungsausschnitte-Sammlungen kenne ich auch zum Thema "Senftenberg". Mal tatsächlich aufgeklebt und irgendwie "gestaltet", mal als
"lose Ware". Beides, sowohl Dinge in der Art dieser o.g. "Kladde" als auch Zeitungsschnipsel-Kollektionen könnten sehr interessant für mich sein. Wegen des Inhalts
aber auch wegen der dahinter steckenden Geschichte oder Motivation. Alles könnte zu einem besseren Verständnis der Historie unserer Stadt und Region beitragen.
Mindestens würde es wahrscheinlich zur Gestaltung einer oder mehrere Neues-Seiten taugen.
|
|
|
Ach Mensch... fast vergessen... da war doch noch was... genau! In der "Kladde" fand ich doch auch noch ein fehlendes Puzzle-Teil. Nach gut 10 Jahren! Unter Neues 243 stellte ich anno 2016 ein "Miniaturen-Set" ähnlich des heutigen vor. Damals ging ich davon aus (gerade Anzahl von Kärtchen!), daß da wohl noch etwas fehlen würde. Und heute kann ich endlich diesen Nachweis erbringen! Hier das 12. Kärtchen von dem ich aber nicht weiß, ob es auch das letzte fehlende Teil ist. Inhaltlich kann ich dazu heute nichts liefern, was ich nicht schon vor 10 Jahren geschrieben habe. Bei Interesse also dort noch einmal nachlesen!
|
Trinks & Co. Leipzig, O27
|
Eine letzte Anmerkung noch. Bei der Auswertung der "Kladde" gehe ich natürlich vorsichtig zu Werke. Einzelne Fotos werden nur kurzzeitig zum scannen entnommen und danach wieder
eingebaut. Ich möchte das Ding eigentlich weitestgehend in seinem Urzustand belassen. Selbst wenn ich vielleicht das eine oder andere Stück lieber in mein normales, schonenderes
Aufbewahrungssystem eingliedern würde.
|
|