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Nach einem - für hiesige Verhältnisse - kalten Winter, scheint es ja nun so, als ob langsam der Frühling Einzug hält. Am nächsten Wochenende - etwa zeitgleich mit meinem
Geburtstag - findet nach dem meteorologischen (1. März) dann auch der astronomische (20./21. März) Frühlingsanfang statt. Aber ehe die Natur hier vor Ort so aussieht wie
auf den drei heutigen Ansichtskarten, wird es wohl noch einige Wochen dauern.
Relativierend muß man hinzufügen, daß bei den damaligen Colorierungen in der Regel mit Farbe nicht gegeizt wurde. Die Realität wird sich wahrscheinlich weniger "bunt" dargestellt haben. Aber egal. Alle drei Motive sind seit langem bekannt aber nie waren sie schöner als heute!
Wo ich gerade rechts das Schloß sehe... zwischenzeitlich und teilweise habe ich von Dr. Ekkehard Kandler Antworten auf meine Fragen (siehe Neues 678)
bzgl. des Pulvertürmchens erhalten. Dabei war für mich
z.B. neu, daß das Pulvertürmchen nicht erst bei der Generalsanierung Anfang der 2000er Jahre restauriert wurde, sondern bereits in den 1990ern im Zuge einer Maßnahme, die Dr. Kandler
nicht betreute (er kam erst später ins Spiel). Trotzdem konnte er mir versichern, daß bei jener Maßnahme die Türöffnung verlegt wurde. Dr. Kandler dazu:
Die Instandsetzung des Pulvertürmchens hatte noch mein Vorgänger Anfang der 1990er Jahre durchgeführt. Er hatte, natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz, einen vermeintlichen
"alten originalen" Zustand wiederhergestellt und die Tür von der Rückseite wieder auf die Vorderseite gelegt. Entsprechende Baubefunde gaben die Grundlage für die Entscheidung, über
die man sicherlich auch heute noch diskutieren kann. Auch zum Alter des Pulvertürmchens - so wie wir es kennen - konnte Dr. Kandler Hinweise geben: ... eindeutig ein Neubau mit modernen Ziegeln (stranggepresste Ziegel, nicht vor 1870), die ich selber gesehen hatte. Damit dürfte sicher sein, daß das Pulvertürmchen nach 1870 neu errichtet wurde. Ob bei dieser Gelegenheit der Vorgängerbau abgetragen wurde oder ob dieser schon eine gewisse Zeit wüst war, dazu gibt es bislang keine Erkenntnisse. Zur Geschichte insgesamt nochmals Dr. Kandler: Anhand der Erkenntnisse zur Baugeschichte, die in den 1990er Jahren noch nicht vertiefend vorhanden waren, lässt sich Folgendes zusammenfassen: Mit Ausbau der Festungswälle Im 17. Jahrhundert wurde auch ein Gewölbe im Wall und darauf ein 8-eckiges Gebäude errichtet, vermutlich ein Wachhäuschen, dessen genaues Aussehen nicht bekannt ist. Die genaue Funktion des Gewölbes ist nicht eindeutig bestimmt. Sicherlich wurde aber kein Pulver gelagert, weder im Gewölbe noch im 8-eckigen Gebäude auf dem Wall. Das ist eine spätere Deutung, für die es aber keine Belege gibt. Wahrscheinlicher ist die Nutzung des Gewölbes im Wall als kleines Gefängnis. Auf dem Entwurfsplan von ca. 1670 (Grundriss und Wallschnitt), der auch nachweisbar Grundlage für die bauliche Ausführung war, ist das 8-eckige Gebäude auf dem Wall im Grundriss dargestellt, mit rückseitiger Tür. Irgendwann ist das Gebäude auf dem Wall verschwunden. Nur das Gewölbe stammt original aus dem 17. Jahrhundert. |
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