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26.03.2023
1 Kommentar

Die Überschrift wird heute mit drei Ansichten untersetzt, die alle irgendwie mit dem Senftenberger Amtsgericht zu tun haben. Mal mehr. Mal weniger. Grundsätzlich sind alle drei Motive bekannt. Jeweils in etwas abweichender Aufmachung bzw. anderer Produktionsmethode...

Senftenberg
Verlag Wilhelm Brückner, Senftenberg i. L.
Nr. 38
Aufnahme <= 1925
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme <= 1920
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Senftenberg
Verlag v. Erich Krause,
Senftenberg, L., Bahnhofstr. 1.
7851
Aufnahme <= 1911
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg Senftenberg

Wie gesagt: alles vertraut. Ich möchte dennoch mein Augenmerk auf die mittlere Abbildung legen. Das Motiv selbst ist relativ obskur. Ich glaube, ich habe bislang nur insgesamt zwei Exemplare von der kommerziellen Ansichtskartenvariante gesehen. Eins davon befindet sich in meiner eigenen Sammlung. Produziert wurde diese vom Meissner Verlag Brück & Sohn.

Der eine oder andere wird sich vielleicht noch erinnern, daß ich vor gut drei Jahren ziemlich aus dem Häuschen war, als die entsprechenden Glasnegative auftauchten und ich mir Scans von diesen anfertigen lassen konnte. Ich ging damals davon aus, daß es besser nicht mehr werden kann, da wir vermeintlich mit den Glasplatten am Ursprung der Aufnahmen angelangt wären.
Der Meinung bin ich mittlerweile nicht mehr so hundertprozentig, denn zwischenzeitlich wurden originale Papierabzüge der meisten Brück & Sohn - Motive (nicht nur Senftenberg!) in den Sammlermarkt eingeschleust. Wahrscheinlich gelangten diese im Zuge der Firmenauflösung des Meissner Verlages, der vor wenigen Jahren den Geschäftsbetrieb aufgab, in die entsprechenden Hände und somit in den Verkauf.
Ich konnte mir einige dieser Abzüge sichern, bei anderen war ich zu zögerlich oder scheute die doch ziemlich hohen Preise, die dafür aufgerufen wurden. Vielleicht liest ja der, oder die, Besitzer der anderen Exemplare mit und könnte sich in dieser Angelegenheit einmal bei mir melden. Ich würde mich freuen, wenn sich etwas arrangieren ließe.
Jedenfalls ergibt meine Analyse, daß die besagten Papierabzüge in der Regel nicht von den (mir bekannten) Glasplatten angefertigt worden sein können. Ich wies wiederholt daraufhin, daß auf den Glasplatten einige Details "gelöscht" worden sind. Schornsteine, Telegrafenkabel, Dachgestelle und ähnliches. Diese sind im Zweifel auf den Papierabzügen aber enthalten!
Das kann nur heißen, daß die Glasplatten nachträglich manipuliert worden sind oder die Abzüge von anderen Negativen stammen. Das Dumme ist, ich weiß nicht, wie die Verlage damals arbeiteten. Es ist ja praktisch auch möglich, daß ein Glasnegativ durch Abfotografieren eines Papierabzuges erstellt wurde. Zur damaligen Zeit musste man in Sachen Vervielfältigung andere Wege beschreiten als heute mittels Digitaltechnik möglich ist.
Auffällig ist zudem, daß die Papierabzüge vielfach mehr Bildinformation an den Rändern liefern als die kursierenden Glasnegative. Letztere sind in den Randbereichen auch sehr häufig lädiert, so daß sie nicht Basis der papiernen Pendants sein können. Gleichzeitig erkennt man diese Schäden aber teilweise auf den Ansichtskarten-Varianten.
Es ist tatsächlich alles etwas merkwürdig.
Übrigens ist das Brück & Sohn - Motiv mit der "Wasserpartie" das einzige aus dem Senftenberger Kanon, welches nicht als Glasplatte vorliegt. Zumindest nicht, daß ich wüßte. Im Vergleich zu der darunter dargestellten Ansichtskartenversion erkennt man, daß der Fotoabzug mehr Bildinformationen an allen vier Seiten bietet. Wobei das in diesem Fall aber nun nicht so wirklich wichtig ist.

Apropos: Glasnegative... ich bin aktuell da an einer Sache dran, die in dieselbe Richtung geht. Ich hoffe, daß meine Anbahnung mittelfristig erfolgreich ist. Denn dann könnte ich ein paar interessante/neue Dinge präsentieren und mir wäre überhaupt nicht mehr bange, daß ich die 600 Neues-Seiten nicht erreichen werde. Also: Daumen drücken!