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Älteres


Senftenberg
Aufnahme = 15.06.1924
Sammlung Ursula Graßhoff
Diese beiden Fotopostkarten erreichten mich mit einem zeitlichen Versatz von ca. 2,5 Jahren. Und so richtig etwas anfangen konnte ich zunächst mit beiden nicht viel. Während das rechte Exemplar wenigstens noch einen handschriftlichen Vermerk enthält, der in eine bestimmte Richtung weist, ist das linke Stück rückseitig komplett blank.
Ich kann mich nicht mehr haargenau daran erinnern, was mich zu der Vermutung veranlasste, daß beide Abbildungen miteinander zu tun haben. Rückblickend kann man aber sagen, daß mindestens die sehr ähnlichen Sichtachsen und das auf beiden Stücken erkennbare schlechte Wetter gute Anhaltspunkte sind. Daß das rechte Foto etwas mit Sport zu tun hat, das ließ sich relativ schnell schlussfolgern. Immerhin kann man auf dem empor gestreckten Schild ein Turnverein GERMANIA Klein-Koschen entziffern und mit der handschriftlichen Notiz auf der Rückseite, die höchstwahrscheinlich von Franz Kachel höchstpersönlich stammt, dient der Fotograf derartige Karten vom Turnfest für 50 Pfennig das Stück an.
Das linke Foto wartet, wie gesagt, mit keinerlei Hinweisen auf. Auf dem einzigen enthaltenen Schild kann ich vage ein Alte Herren, Senftenberg erkennen. Die einheitliche Bekleidung besagter älterer Herren weist für mich eindeutig in die sportliche Richtung. Letztlich war es die auf beiden Fotos identische Silhouette des Baumes vor der, mit Otto Altmann beschrifteten, Fassade, die mich davon überzeugte, daß beide Ansichten zusammen gehören.
So weit, so gut. Aber um welches Ereignis handelt es sich konkret? Der Sport spielte vor 100 Jahren eine weitaus größere Rolle in Senftenberg als heutzutage, also hätte es jedes Turnfest sein können, welches in einem zeitlichen Rahmen von vielleicht 10 Jahren in der Stadt stattfand. Deshalb: Zeitungen wälzen! Den Treffer landete ich mit dem 20. Gauturnfest, das vom 14. bis 16. Juni 1924 in Senftenberg stattfand.
Senftenberg
Franz Kachel
Senftenberg N./L.
Gross-Räschen N./L.
Aufnahme = 15.06.1924
Sammlung Helmut Ruhland
Zum Einen entdeckte ich ein Inserat von Franz Kachel, welches wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge passte und den handschriftlichen Text des einen Fotos unterstreicht. Andererseits fand ich in der Berichterstattung bezüglich des Ereignisses auch das schlechte Wetter wieder...

Zum 20. Gauturnfest Lausitz-Elstergau der D.T. hatte der Wettergott die Wolken auf Regen geschoben. Jedoch für rechte Jahnturner gebietet das kein Halt. ...

F e s t s o n n t a g

... Um 2 Uhr nachmittags setzte sich die Spitze des Festzuges in Bewegung. Nach fast 30 Jahren wieder ein Gaufestzug deutscher Turner und Turnerinnen durch die Straßen Senftenbergs. Der einsetzende Regen störte die Lausitz-Elstergauer nicht. Ein eindrucksvolles, sich bewegendes Bild, ein ganzes bildeten die vielen Einzelvereine des Gaues. 25 Fahnen schmückten flatternd die marschierenden Turnerreihen. Das D.T. als Wahrzeichen der Deutschen Turnerschaft, von kerniger Turnergestalt getragen, führt die Spitze des Festzuges. Ein Festwagen, in anerkennender Weise durch die Herren Lichey und Pusch hergerichtet, zeigte selbst den letzten Turnern die Richtung des Festmarsches. Gegen 3½ Uhr gelangte der Festzug auf dem Festplatz an. Der Regen begann zu strömen. Die Turner jedoch wichen nicht. ...

Wie man dem Inserat entnehmen kann, existierten einstmals noch weitere Motive vom Festumzug. Ob wir es jetzt mit zwei oder doch nur mit einem Motiv von den 15 darin avisierten Aufnahmen zu tun haben, lässt sich aktuell nicht sicher sagen. Das linke Exemplar zeigt zumindest keine Anzeichen einer Kachel-Urheberschaft. Vielleicht tauchen in Zukunft noch weitere Schnappschüsse von jenem 15. Juni 1924 auf.

Die dritte und letzte Abbildung für heute hat natürlich auch einen turnerischen Bezug. Ob die darauf abgebildeten Herren am Gauturnfest 1924 in Senftenberg teilgenommen hatten? Möglich wäre es. Die Produktion stammt aber aller Wahrscheinlichkeit aus späteren Jahren. Möglicherweise 1928.
Was den "Verleger" O.Snelinski angeht... es gab 1929 ff. einen Elektriker Otto Snelinski, der auf Grube Marga wohnte. Von einem klassischen Herausgeber ist in diesem Fall wohl nicht auszugehen. Ich vermute, daß dieser Snelinski selbst Mitglied in der Akrobatentruppe und die Karte als Werbung für neue Mitglieder gedacht war.

Senftenberger Anzeiger (1924)
Senftenberg
O. Snelinski, Grube Marga, N.-L.
V 510 28
Aufnahme <= 19??
Sammlung Fred Förster

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