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Senftenberg
Aufnahme = 08.1920
Archiv der Stadt Senftenberg

Zum einjährigen Bestehen am 29. August 1920 "V.S.-G." Senftenberg.

Es hätte so einfach sein können... Wir haben ein konkretes Datum und wenn man im ersten Moment nichts mit "V.S.-G." Senftenberg anfangen kann, dann genügt ein Blick auf den bildmittig positionierten Tisch und man ist informiert, daß es irgend etwas mit Schach zu tun haben muß.
Leider findet man in der damaligen Lokalpresse nicht die kleinste Notiz zu dem, durch dieses Erinnerungsfoto für die Ewigkeit festgehaltene Jubiläum. Merkwürdigerweise aber auch nichts zu der daraus abzuleitenden Geburtsstunde jenes "V.S.-G." im August 1919. Somit tappen wir etwas im Dunkeln, was die Abkürzung denn nun konkret ausgeschrieben bedeutete und was es mit der Gründung insgesamt auf sich hatte.
Denn ganz so neu war der (organisierte) Schachsport in unserer Stadt 1919 auch nicht, wie eine entsprechende Notiz im Senftenberger Anzeiger verdeutlicht...

- Senftenberg, 3.Mai (Egs.) Seit Jahrzehnten befindet sich das Schachleben in einer stark aufwärts steigenden Bewegung, die in neuester Zeit bedeutend an Intensität zugenommen hat. Der Krieg hat zwar das Vereinsspiel stark beeinträchtigt, das Schachspiel selbst ist aber im Felde, wo es unendlich zahlreiche Anhänger fand, sehr gepflegt worden; es hat dem Schachfreund im Schützengraben Unterhaltung und Zerstreuung geboten und ihn oftmals die Sorgen und Leiden eines Krieges vergessen lassen. Das Schachspiel ist international. Der Siegeszug, den es durch alle Länder der Welt genommen hat, ist unvergleichlich. Die Schachvereinigung von Senftenberg und Umgegend hat seit einiger Zeit die regelmäßigen Spielabende wieder aufgenommen. Anmeldungen sind schriftlich an den Vorsitzenden der Schachvereinigung, Restaurant zum Waldhof, zu richten.

Der ganz große Siegeszug, wie in diesem Artikel herbeigeschrieben, war dem Schachsport hier, wie auch anderswo dann doch nicht beschieden. Eine Trendsportart war das Schachspiel wohl zu keiner Zeit. Insofern verwundert es nicht, daß die öffentliche Berichterstattung von Ereignissen, die damit im Zusammenhang standen, äußerst dürftig war.
Etwas nachdenklich stimmt mich übrigens der hohe Frauenanteil auf dem Foto. Mehr als 50%!. Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, daß es sich bei den Damen allesamt um Freundinnen des "Spiels der Könige" handelte. In meiner Wahrnehmung war und ist das Schachspiel vorrangig eine Männerdomäne. Ausnahmen bestätigen die Regel!
Also handelt es sich bei dem weiblichen Personal entweder um die jeweilige Partnerin eines Schachspielers oder ein Teil der Damen wurde für die Jubiläumsfeier engagiert. Wahrscheinlich gab es wie damals üblich ein kleines Tänzchen und dabei hätte der Männerüberschuß ziemlich auf die Stimmung gedrückt.

Immerhin kann ich mit ziemlicher Gewissheit sagen, wo das Bild entstand. Zu Hilfe kommt mir dabei ein Foto, welches ich leider noch nicht im Original in Händen hatte, das aber witzigerweise ebenfalls in enger Verbindung mit dem Schachsport steht. Auf diesem Bild sehen wir die selbe Konzertmuschel und die bildseitige Aufschrift tut uns den Gefallen, die Örtlichkeit zu benennen. Das Hotel "Baranius".

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