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02.03.2025
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Ich hänge mich der Einfachheit halber heute mal einfach an die Vorwoche an. Zeitlich und örtlich. Außerdem kann ich neuerdings aufgrund einer glücklichen Fügung halbwegs belastbare Daten zu einem Gebäude machen, das jedem Senftenberger bekannt sein dürfte und bei dem ich mich seit vielen Jahren frage, welchen Zweck dieser Klotz (siehe rechts) eigentlich noch hat.
Gemeint ist das sogeannnte "Fermeldegebäude" in der Laugkstraße, für deren Errichtung zunächst drei "klassische" Häuser weichen mussten. Und zwar die Hausnummern 1, 3 und 5, die man auf der obigen Grafik (übrigens die einzige mir bekannte Abbildung dieser Gebäude) sehen kann und die in genau der angegebenen Reihenfolge im Zeitraum Januar bis März 1979 dem Erdboden gleich gemacht wurden.
Daß die drei ziemlich präzisen Daten tatsächlich dem damaligen Baufortschritt entsprechen, dafür würde ich nun nicht gerade meine Hand ins Feuer legen. Unstrittig ist aber, daß der Abriß der Häuser bis Ende März '79 vollzogen war. Immerhin entnahm ich diese Angaben - und noch so manch anderes was weiter unten folgt - einer Materialsammlung, in deren zeitweiligen Besitz ich unlängst gelangte, was wiederum oben erwähnter glücklichen Fügung zu verdanken ist. Vielleicht erzähl ich mal schnell, wie es dazu kam:
Senftenberg
Aufnahme = 1983
Sammlung Uwe Jähnert
Es ist ja so... das Unternehmen Deutsche Post zog sich über die letzten Jahre immer weiter aus Senftenberg zurück. Die Privatisierung des ehemals staatlichen Unternehmens, die 1994 eingeleitet wurde und letztlich zu einer Aufspaltung in die "gelbe" Post (Briefe, Pakete), "graue" Post (Telekommunikation) und "blaue" Post (Postbank) führte, hinterließ natürlich auch Spuren in unserer Stadt. Das ganze Telekommunikationsgeschäft wurde fortan von der Deutschen Telekom betreut, Postfilialen, in denen man seine Briefe und Pakete loswerden konnte wurden sukzessive in Zeitungs- und Tabakläden out-gesourced. Die letzte Säule - eine Filiale der Postbank, in der man bis vor einiger Zeit auch noch die klassischen Dinge der "gelben" Post erledigen konnte (obwohl die Mitarbeiterinnen nicht müde wurden, einem zu erklären, daß sie ja eigentlich Postbank-Angestellte sind, und den ganzen anderen Kram nur "nebenbei" betreuen) - schloß nun Ende Januar 2025 endgültig seine Pforten.
Beim folgenden Auskehren der nun nicht mehr benötigten Räumlichkeiten im Schloßparkcenter vergaßen die Mitarbeiter in den Schränken eine Sammlung von 8 Kladden, deren Inhalt man unter dem Titel "Chronik des Post- und Fernmeldeamtes Senftenberg" zusammenfassen kann und der grob einen Zeitraum von 1971 bis 1989 abdeckt.
Dieses Konvolut muß zwangsläufig nach 1989 von irgendeinem Post-Mitarbeiter immer wieder umgezogen worden sein. Wann immer man den Arbeitsplatz verlegte: die Chronik war dabei! Bis zu diesem Jahr. 2025 legte offenbar keiner der Postbank-Bediensteten mehr Augenmerk auf die Dokumente und so fielen sie einem aufmerksamen Zeitgenossen aus der Immobilen-Branche in die Hände, der sich dachte, daß man das Zeug vielleicht doch nicht einfach so in die Papiertonne hauen sollte.
Wir haben also schon einmal zwei glückliche Fügungen. 1. daß die Kladden 35 Jahre später überhaupt noch existieren und 2. daß sie, nachdem sie mutterseelenallein zurückgelassen wurden, jemandem in die Hände fielen, der in ihnen einen gewissen historischen Wert sah. Die 3. glückliche Fügung war die, daß besagter Mitbürger mit seiner Entdeckung in sozialen Netzwerken "hausieren" ging. Worüber dann letztlich der Kontakt zu mir und die temporäre Materialübergabe an mich zustande kam. An dieser Stelle verweise ich auf Neues 633 wo ich die Bedeutung solcher Netzwerke für den Sammler und Heimatforscher kurz erwähnte. Obwohl mich diese Kommunikationsplattformen zunehmend anwidern, kann ich sie eben doch nicht negieren, denn ohne sie wäre das eine oder andere nicht auf meinem Schreibtisch gelandet.

Das gesamte Konvolut umfasst mehr als 700 A4-Seiten, einseitig per Schreibmaschine beschrieben. Einige Bestandteile wiederholen sich was u.a. damit zu tun hat, daß es sich z.T. um "Doppel" handelt. Versetzt wurde der Text mit Faksimiles aus damaligen Zeitungen (lokale wie auch "Fachpresse") und einigen Fotoabzügen. Da ist viel "Händeschütteln" und "Ehrenbanner-überreichen" dabei aber hin und wieder auch etwas, daß die Senftenberger Infrastruktur berührt.
Die Textbestandteile rufen bei mir überwiegend Kopfschütteln, teilweise Heiterkeit und zuweilen Erstaunen hervor. Grundsätzlich ist da viel von Planerfüllung (bzw. Nichterreichen der gesteckten Ziele) die Rede. Erstaunlicherweise nicht nur Jubelarien sondern hier und da blitzt eine Portion Kritik an den damaligen Arbeitsverhältnissen (Stichwort Mangelwirtschaft) hervor.
Am wertvollsten sind natürlich konkrete(re) Angaben zu baulichen Veränderungen im Stadtbild, an denen die damalige Deutsche Post in Person des PFA Senftenberg beteiligt war.

Beispielsweise wenn es um jenes oben abgebildete Fernmeldedienstgebäude in der Laugkstraße geht. Ich versuche nachfolgend die wichtigsten Eckpunkte aus jener Chronik zu destillieren. Durchgehend im originalen Duktus und manchmal auch mit widersprüchlichen Angaben (deshalb mit roten Anmerkungen von mir).

1978 Für den Bau des technischen Gebäudes in der Laugkstr. sind von der Deutschen Post folgende Grundstücke angekauft worden, die für den Abriß vorgesehen sind, um Baufreiheit zu schaffen
- Laugkstr. 3 Wohngebäude mit 3 Wohnungen
- Laugkstr. 5 Wohngebäude mit 2 Wohnungen
weiterhin wurden abgerissen:
Laugkstr. 1, posteigenes Gebäude mit 3 Wohnungen sowie Verwaltungsräumen (BGL, BKP und Sachbearbeiter für Uniform und Arbeitsschutzkleid.)
Steinbaracke in der Laugkstr. mit PZV und Zustelldienst.
1979 Die angekauften Grundstücke sind für die Vorbereitung der Baumaßnahmen (LVO-Vorhaben) wie folgt abgerissen worden: -
Wohngebäude Senftenberg, Bahnhofstr. 5 10.1.79 (gemeint ist sicher die Laugkstr. 5)
Wohngebäude, Laugkstr. 3 mit Nebengeb. 20.2.79
Dienstgebäude Laugkstr. 1 mit Nebengeb. 15.3.79 (angeblich erfolgte der Abriß doch schon 1978)
PZV-Baracke 20.4.79
Garage oberer Hof 15.6.79

Die Fundamente in der Laugkstr. 1 - 5 wurden in der Zeit vom 10.5. bis 20.7.79 gesprengt. Für die Sprengung mußten 350 Löcher in das Betonfundament gebohrt werden.
Die Fernsprech- und Energiekabel entlang der Baracke mußten für die Baufreiheit und Ausschachtungsarbeiten verlegt werden.
Bis zum 10.8.79 wurden die Vorarbeiten abgeschlossen, danach wurde die Baugrube planiert und mit Kies aufgefüllt. Ab 22.8.79 erfolgte die Einschalung.

Senftenberg
Aufnahme = 1979
Sammlung Uwe Jähnert
Schenkt man dem oben skizzierten Ablaufplan Glauben, dann müssen die beiden Fotos links und rechts etwa im April 1979 gemacht worden sein. Vollständiger Abriß der Wohnhäuser ist erfolgt, Sprengung der Fundamente steht noch bevor. Hierfür spräche am ehesten auch die zum Teil fehlende Belaubung einiger Bäume im Hintergrund.
Senftenberg
Aufnahme = 1979
Sammlung Uwe Jähnert
1979 Die Grundsteinlegung für den Bau eines neuen Fernmeldedienstgebäudes fand am 20.9.79 statt. Dadurch werden Voraussetzungen geschaffen, daß der bereits vorhandene und in den nächsten Jahren zu erwartende Leistungsanstieg künftig reibungsloser abgewickelt werden kann.
Nach der Fertigstellung des Fernmeldedienstgebäudes ist vorgesehen, modernste technische Einrichtungen einzubauen. In den achtziger Jahren wird es damit möglich, daß die Anschlußmöglichkeiten für Fernsprechanschlüsse erweitert werden und die Qualität des Fernsprech- und Fernschreibverkehrs erhöht wird und die Arbeitsbedingungen zahlreicher Mitarbeiter des PFA Senftenberg wesentlich verbessert werden.
Genosse Oberrat Rabes, Leiter des Post- und Fernmeldeamtes Senftenberg, übergibt eine Kassette mit Zeitdokumenten an den Abteilungsleiter Technik und Anlagen der Bezirksdirektion, Genossen Oberrat Kießling, welcher die Grundsteinlegung vornimmt.
Die feierliche Grundsteinlegung fand anschließend in der Konsumgaststätte Damhirsch statt.
In seiner Rede dankte der Leiter des PFA Senftenberg, Gen. Oberrat Rabes den Mitarbeitern des Kreisbaubetriebes, der VEB Elektro, VEB Rohrtechnik, VEB Hochbau Cottbus und VEB Bedachung Ruhland für ihren Einsatz.
Auch den Beschäftigten des PFA Senftenberg, die den Post- und Fernmeldebetrieb während der Bauzeit oft unter schwierigen Bedingungen gewährleisten müssen und für die Arbeit der Bauschaffenden viel Verständnis aufbringen, sagt er ein herzliches Dankeschön.
Aufnahmen vom 20. September 1979
1979 Am 20. Sept. 1979 fand die feierliche Grundsteinlegung für das neue Fernmeldedienstgebäude statt. Vorher mußten einige Gebäude geräumt und Dienststellen verlagert werden, um die nötige Baufreiheit zu schaffen. Mit den ersten Baumaßnahmen auf dieser Baustelle wurde bereits im Vorjahr begonnen. Auf der Südseite des Postgrundstückes entstand eine Garagenhalle, die für die Einrichtung und Unterbringung von Betriebsfahrzeugen des Post- und Fernmeldewesens bestimmt ist. Das ehemalige Post- Wohnhaus Bahnhofstr. 21 wurde zu einem Dienstgebäude umgebaut. Hier ist u.a. der Postzeitungsvertrieb untergebracht. Den Mietern der Wohnungen Laugkstr. 1, 3 und 5 wurden vom Rat der Stadt insgesamt 11 Wohnungen zur Verfügung gestellt.
1980 Das LVO-Vorhaben "Fernmeldedienstgebäude" wurde im Jahr 1980 zielstrebig weitergebaut. Trotz erheblicher Schwierigkeiten konnte das Fundament einschließlich Stahlkonstruktion und Kellerdecke im August fertiggestellt und für die Hochbaumontage freigegeben werden. Somit konnte ab 11.8.1980 der VEB Hochbau Cottbus mit der Montage der Bauelemente beginnen, was einem Terminverzug zum Bauablaufplan von ca. 5 Monaten gleichkommt.
Aufnahmen von der Baustelle (1980)
1980 Das am 10.10.1980 am Objekt durchgeführte Richtfest vereinigte die beteiligten Gewerke
- Kreisbaubetrieb Senftenberg
- VEB Hochbau Cottbus
- VEB Rohrtechnik Senftenberg
- VEB Elektro Senftenberg
- BDP Cottbus Abteilung Hochbau und die Vertreter der Staatlichen Leitung des PFA, des MPF, Gen. Demberg und Jank, sowie weitere Mitarbeiter.

In seiner Festansprache würdigte der Leiter der Hauptabteilung Investitionen des MPF die bisher gezeigten Leistungen der beteiligten Betriebe und Kollektive und wünschte allen Beteiligten für den weiteren Fortgang der Arbeiten maximale Erfolge.

Aufnahmen vom Richtfest am 10.10.1980
Mit nachfolgend rezitiertem Richtspruch brachte er einen Toast auf das bisher Geleistete aus.

Veraltete Gebäude standen noch hier vor einiger Zeit,
die nicht mehr den Erfordenissen entsprachen.
Heute endlich ist es nun soweit,
dem Bau die Krone auf das Haupt zu fahren.

Durch fleißige Arbeit, Mut und Kraft
entstand das Haus, das nun vor uns steht.
Gemeinsam haben wir den Rohbau geschafft,
der jetzt gleich in den Ausbau geht.

Wir Bauarbeiter sind darauf sehr stolz,
daß wir so viele Schwierigkeiten überwunden haben
und aus Stahl, Beton und Holz
dem Bauwerk Form und Inhalt gaben.

Es ist unsere Bauarbeiterehre,
daß wir den Plan und gute Qualität beachten,
damit die Zukunft von dem Gebäude zehre,
das wir zu Ehren des X. Parteitages vollbrachten.

Dem Sozialismus sei dieses Haus geweiht,
von hier aus soll es per Draht in alle Welt erklingen,
unser Schaffen soll der ganzen Menschheit
Frieden, Glück und Wohlstand bringen.

Unser Planziel für die nächste Zeit ist hart
bei diesem Bau in unserer Stadt der Kohle.
Laßt uns darauf trinken nach Bauarbeiterart,
auf Erfolg und Ziel:

Zum Wohle!

Bei einem nachfolgenden Essen in gemütlicher Runde im "Haus der Werktätigen" wurde Kraft für die noch zu realisierenden Aufgaben geschöpft.
Mit dem Richtfest begann die Etappe des Ausbaues mit den Teilobjekten Heizungskanal für die Fernwärmeversorgung und der Errichtung und Inbetriebnahme der Trafostation zum 20.8.1980.

Trotz erhöhter Anstrengungen konnte der im Bauablauf eingetretene Rückstand nicht völlig egalisiert werden, so daß die geplanten Mittel mit einem Minus von ca. 250 TM nicht in Anspruch genommen wurden.

1981 Nachdem am 10.10.1980 auf dem Richtfest des Bauvorhabens "Fernmeldedienstgebäude" ein Bauverzug von ca. 5 Monaten festgestellt werden mußte, ging im Planjahr 1981 das Baugeschehen zügig weiter. Konzentriert wurde an der Beendigung des Rohbaues, als Voraussetzung für die erfolgreiche Aufnahme des Innenausbaues gearbeitet.
Als eine der wichtigen Teilobjekte konnte der Heizungskanal, der vom Gebäude des FDGB Kreisvorstandes her herangeführt wurde, seiner Nutzung übergeben werden. Damit war die Wärmeversorgung des Gebäudes durch Fremdwärme als Voraussetzung der Weiterführung der Innenarbeiten auch während der kälteren Jahreszeit gesichert.
Insgesamt wurden Investitionsleistungen in Höhe von 2.100 TM an diesem wichtigsten Vorhaben unseres Verantwortungsbereiches erbracht. Damit ist dieses Vorhaben in seine Phase der endgültigen Fertigstellung und der Aufnahme des Beginnes der Nutzung getreten, obwohl bis dahin noch eine hohe Einsatzbereitschaft aller direkt und indirekt beteiligten Gewerke, sei es der betriebsfremden oder auch posteigenen erforderlich sein wird.
1982 Das neue fernmelde-technische Gebäude wurde im Planjahr 1982 soweit errichtet, daß im IV. Quartal mit dem Einbau der Technik (ÜSt) begonnen werden konnte. Zum Abschluß an Leistungen konnten die Hofbetonierung, Einfriedung, Verlegung von Schmutz-Regenwasser, Kabelkanäle einschl. Schächte abgerechnet werden. Für das Schwenken der Kabel sind entlang der Laugkstraße Kabelkanäle und Kabeleinführungsschacht verlegt. bzw. errichtet worden.
1983 Im Januar 1983 wurden die Umschaltarbeiten für die Verlagerung ins neue technische Gebäude festgesetzt. Dabei wurde sämtliche Technik ins neue Gebäude verlagert. Zu diesem Zweck wurde ein neues Verbindungskabel zwischen altem und neuem Gebäude eingezogen. Geschwenkt wurde das Kabel FU 35a und das Tubenkabel HU 584. Gleichzeitig erhielten wir einen Schrank VPS mehr und zwei zusätzliche VUM-Schränke, sowie einen VTS-Schrank. Außerdem kam noch für die NF-Technik ein VNF-Schrank dazu. Die TF-Gu-Us und die PCM-Technik wurde dem VTD übergeben.
Die Telex TVSt wurde ebenfalls im Juni 1983 verlagert mit neuen VW-Gestellrahmen, LW-Gestellrahmen und Prüfplatzgestellrahmen.

Gleichzeitig erhielt der DStL und Betriebsingenieur einen neuen Büroraum. Seit Juni 1983 ist die gesamte ÜSt im neuen technischen Gebäude. Die Kollegen und Kolleginnen haben in dieser Zeit unheimlich gute Arbeit geleistet. Durch völlig fehlerfreie Umschaltarbeiten konnte ein Wert von 17.000,- M erarbeitet werden.
Die Übertragungsstelle befindet sich jetzt in den Kellerräumen des neuen Hauses, was einige Umstellungsschwierigkeiten mit sich brachte, jedoch haben die Mitarbeiter mit Hand angelegt, so daß wir jetzt schon ganz zufrieden sind.

Der Neubau des fernmeldetechnsichen Gebäudes einschließlich Nebenanlagen wurden beendet und alle Anlagen in betrieb genommen. Das LVO-Vorhaben ist damit realisiert.

Und das nach nicht gerade rekordverdächtigen dreieinhalb Jahren! Seitdem steht dieser Gebäudekoloß in der Laugkstraße und wie oben schon geschrieben, frage ich mich seit Jahren wofür eigentlich noch? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß sich darin Technik befindet, die einen derart hohen Platzbedarf vorweist. Die Tage der nicht klein zu kriegenden DDR-Mikroelektronik sind seit 30+ Jahren Geschichte. Und die Kollegen von Horch & Guck, die sicherlich dort "Untermieter" waren, sind glücklicherweise ebenfalls ausgemustert worden. Vielleicht kann mich ja mal ein "Wissender" aufklären, welche Bewandnis es heutzutage mit diesem Bau hat. Danke!

Noch ein kleiner Gedanke zum schwarz-weißen Foto des besagten Gebäudes ganz oben, den man auch als Ergänzung zur Vorwoche sehen kann: Man erkennt am äußersten linken Rand, daß zum Zeitpunkt der Aufnahme 1983 die Häuser Laugkstraße 9 und 11 schon nicht mehr existierten. Von denen hätte man wenigstens eine Hauch sehen müssen. Stattdessen kann man an der Stelle nur die Fassade der VVB Braunkohle ausmachen.

Wenn etwas weiter oben übrigens die Sprache auf das "alte Gebäude" kam... damit ist das alte Fernmeldegebäude in der Bahnhofstraße 49 gemeint. Von diesem kann ich auch ein - zugegeben etwas gruselig anmutendes - Foto aus der Zeit liefern, in der die Telefontechnik darin untergebracht war.
Die Reichspost kaufte anno 1940 das ehemalige Hotel "Baranius" für 70.000 RM um dieses abzureissen und auf der dann freien Fläche ein neues Postgebäude mit Dienstwohnungen und Kraftwagenhalle zu bauen. Der 2. Weltkrieg verhinderte dies und so nutzte man stattdessen später u.a. den großen Tanzsaal als Fernmeldeamt.

An dieser Stelle möchte ich mich abschließend bei Jens Madsen bedanken, denn der obige Beitrag konnte in dieser Form nur durch sein umsichtiges Handeln und seine Kooperationsbereitschaft realisiert werden.
Es bleibt abzuwarten, ob er meinem Vorschlag, die Chronik dem Senftenberger Stadtarchiv zu übereignen, etwas abgewinnen kann.

Senftenberg
Aufnahme <= 1978
Sammlung Uwe Jähnert