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Ja ich weiß, ich habe die Geschichte von meiner "Erleuchtung" schon öfters erzählt. Denen, die sie hören wollten und auch denen, die sie nicht hören wollten...

Wer das innere Bedürfnis verspürt, den Ursprung meiner heimatforscherischen Tätigkeit, die vor ziemlich genau neun Jahren begann und die mich mittlerweile zum Verwalter der weltweit größten Sammlung historischer Senftenberger Ansichten gemacht hat, zu rekapitulieren: hier (Stand: 2012) hätte er die Gelegenheit dazu.

Worauf ich hinaus will? Alles fing mit einer ganz bestimmten Ansichtskarte des Meißner Verlags Brück & Sohn an, die ich mir damals im Senftenberger Stadtarchiv leihen durfte. Auf Basis dieser und einiger anderer Dokumente mit Bezug zu unserem Wohnhaus bastelte ich mir digital eine kleine Collage zusammen, die heute immer noch in unserem Flur hängt.

Das war, wie gesagt, vor nahezu exakt 9 Jahren. Und dann trat vor wenigen Wochen etwas ein, womit ich im Leben nicht gerechnet hätte...

Senftenberg
Aufnahme = 1915
SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Brück & Sohn
Auf der Internet-Seite der Deutschen Fotothek kann man nämlich seit kurzem lesen, daß man bereits im Jahr 2005 die zum damaligen Zeitpunkt noch vorhandenen Negative des Verlags Brück & Sohn erworben hatte. Diese wurden jedoch erst im vorigen Jahr, also mal schlappe 13 Jahre später, digitalisiert und die Ergebnisse wiederum ein Jahr später, in 2019, nunmehr öffentlich gemacht.
Daraufhin habe ich einen dreistelligen Euro-Betrag in die Hand genommen und mir frische Scans der originalen Glasnegative durch die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (kurz SLUB), die der Betreiber der Deutschen Fotothek ist, anfertigen lassen. Die frei zugänglichen Versionen genügen wie so oft meinen Ansprüchen nicht. Es gab einiges Hin und Her bis ich schlußendlich die Grafiken in vernünftiger Qualität auf meiner Festplatte hatte. Aber es hat sich definitiv gelohnt! Da die Glasplatten nach 100 Jahren in keinem perfekten Zustand mehr sind und möglicherweise schon von Anfang an Defizite hatten, bedarf es natürlich bei den Scans gewisser digitaler Reparaturen, aber das bin ich ja gewöhnt.
Es war mir natürlich ein Bedürfnis aus dem Reigen der Motive als erstes dasjenige aufzubereiten, welches die ganze Sache hier ins Rollen brachte. Das Ergebnis kann man oben begutachten. Bei dieser Gelegenheit schaute ich mir mein damaliges Werk an, als ich 2011 die Ansichtskarte scannte und digital reparierte. Und was soll ich sagen? Katastrophe!
Also was ich da in der Anfangszeit produziert habe geht gerade noch mit allen Augen zudrücken so durch. Deswegen habe ich die Restaurierung kurzerhand wiederholt. Die aktuelle Arbeit ist ab jetzt Bestandteil des digitalen Archivs. Eine Maßnahme, die wahrscheinlich den meisten der 150 ersten Motive auch noch blühen wird. Sie werde ich mir allesamt noch einmal vornehmen müssen, um eine gewisse Konstanz in der Qualität zu gewährleisten.
Aber auch der zweite Versuch kann nicht darüber hinweg täuschen, daß natürlich ein 1.Generation-Scan in jedem Fall die bessere Wahl ist.
Senftenberg Senftenberg
Da wir uns geografisch gerade in der ehemaligen West-, heute Felix-Spiro-Straße, befinden passt eine Fotopostkarte ganz gut, die ich auch schon eine Weile auf der Halde liegen habe.
Wir sehen die Hausnummer 18 zu Zeiten in denen dort ein Baugeschäft beheimatet war. Der an der Fassade angeschlagene Ernst Möring war an dieser Stelle nicht der erste seiner Zunft... Er übernahm im Herbst 1910 das Geschäft von seinem Vorgänger Wilhelm Kaiser.

Senftenberger Anzeiger (1910)
Senftenberg
OTTO NAUBERT, DRESDEN-N.,
Böhmischestr.37
Aufnahme <= 1922
Sammlung Norbert Jurk
Aus der Zeitungsannonce ersehen wir, daß das Haus damals zu Thamm gehörte. Wie übrigens alle Häuser der westlichen Seite der Weststraße. Die Gebäude der östlichen Seite der Weststraße, also alle ungeraden Hausnummern, gehörten jedoch zu Senftenberg. Also bildete die Weststraße die Grenze zwischen den damals getrennten Orten. Nicht von ungefähr befindet sich deshalb am Haus an der Ecke zur Annastraße (heute Reyersbachstraße 11) der Schriftzug Grenzen-Burg. Darüber hinaus stellte wohl die Annastraße damals die Grenze zwischen Jüttendorf und Senftenberg bzw. Thamm dar. Insofern kann man die Kreuzung vor meinem Arbeitszimmerfenster als "Drei-LänderOrte-Eck" bezeichnen. Zumindest bis zur Eingemeindung Thamms und Jüttendorfs.
Spätestens Anfang der 1920er war am Standort Weststraße Schluß für Möring. Das Einwohnerbuch von 1922 listet für die Hausnummer 18 seinen Namen nicht mehr. Aber auch kein anderes Baugeschäft. Es sei denn der Eigentümer der Immobilie, oben erwähnter Wilhelm Kaiser, nutzte das Anwesen wieder selbst als Geschäftsstelle.

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