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Was mir auffiel und wenn ich jetzt schreibe, bemerkt es sicher auch jeder andere...
Obwohl es sich, wie bereits mehrmals erwähnt, bei den mir seit einiger Zeit in vergleichsweise phänomenaler Qualität vorliegenden Brück & Sohn - Motiven um Scans von Fotoglasplatten handelt, sind die Abbildungen dennoch bereits auf diesem Medium retuschiert worden.
Mir ist dabei nicht ganz klar, wie das damals technisch gemacht wurde, aber es kann als sicher gelten, daß die vorliegenden Versionen nicht zu 100% der damaligen Wirklichkeit entsprechen.
Im Fall der drei folgenden Motive fehlt zum Beispiel jegliche Spur von Himmel, namentlich irgendwelche noch so kleinen Wölkchen.
Bei den Ansichtskarten-Pendants fiel mir das noch gar nicht einmal so auf. Wahrscheinlich wegen der im Vergleich doch deutlich schlechteren Qualität. Und einige der nachcolorierten Varianten enthalten ja zudem (wie wir jetzt wissen) eindeutig gemalte Wolken.

In der Vergrößerung und vor meiner digitalen Nachbearbeitung konnte man erkennen, daß hart an den Konturen der Dächer entlang der ursprüngliche Himmel übermalt oder eben "gelöscht" wurde. Hier fehlt mir das technische Hintergrundwissen, auf welche Weise man das damals bewerkstelligte. Es verblieben nämlich noch einige Fragmente, die der Retuscheur nicht vollständig erwischte und die nur diesen einen Schluß zulassen, daß hier künstlich nachgeholfen wurde. Ich habe diese Fragmente natürlich eliminiert und andere Stellen, an denen der Ausführende vor 100 Jahren "ausrutschte", repariert.

Vermutlich handelte es sich bei diesem Verfahren um ein damals gängiges Prozedere. Der Himmel wurde für die Ansichtskartenproduktion dann halt künstlich hinzugefügt, womit man die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Stimmungen aus ein und demselben Grundmotiv zu generieren.
Mondscheinkarten, Lunakarten oder Aurorakarten fallen mir in diesem Zusammenhang ein.

Senftenberg
Aufnahme = 1915
SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Brück & Sohn
Senftenberg Senftenberg Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme = 1915
SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Brück & Sohn
Senftenberg Senftenberg
Senftenberg
Aufnahme = 1915
SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Brück & Sohn
Senftenberg Senftenberg Senftenberg

Was mir ebenfalls auffiel, aber nicht erst heute... alle drei Motive wurden innerhalb eines kurzen Zeitraumes fotografiert. Aller Wahrscheinlichkeit nach sogar an einem einzigen Tag. Das kann man meiner Meinung nach an der Litfaßsäule, respektive den daran angebrachten Reklameplakaten, festmachen. Die Litfaßsäule ist auf allen drei Abbildungen zu erkennen und die Gestalt der Bier- und Zigarettenwerbung ist in allen Fällen identisch. Anhand der Kirchturmuhr bzw. den Außenuhren an den beiden Uhrmachergeschäften läßt sich ablesen, daß der Fotograf demnach über mehrere Stunden auf dem Senftenberger Marktplatz tätig war.

Ob es sich bei dem Herrn auf dem rechten Motiv mit der Sichtachse in Richtung Enge Bahnhofstraße um Josef Kubaschek handelte, der da vor seinem Laden an der Marktecke steht, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Vermutlich ist es aber derselbe Mann, der sich auf der nebenstehenden Ansichtskarte ebenfalls im Eingang des Geschäfts postiert hatte. Dort nur einige Jahre zuvor und mit deutlich mehr Haupthaar.

Senftenberg
Verlag v. Erich Krause,
Senftenberg N. L.
Aufnahme <= 1910
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg

Josef Kubaschek war nicht nur ein langjährig erfolgreicher Kaufmann Senftenbergs sondern darüber hinaus auch gesellschaftlich aktiv. So bekleidete er beispielsweise eine geraume Zeit die Funktion eines Stadtverordneten.
Er starb am 11. September 1920.

Senftenberger Anzeiger (1920)

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