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Das Sedlitzer Heimatbuch soll nach neuesten Informationen der Lausitzer Rundschau nun zu Ostern 2014 erscheinen. Seit fast 4 Jahren arbeitet der vierköpfige Ortsbeirat an dem Werk, welches eigentlich schon Ende letzen Jahres herauskommen sollte. Hoffen wir, dass der neue Termin gehalten werden kann!
Bis dahin vertreiben wir uns auf www.gruss-aus-senftenberg.de die Zeit mit einigen historischen Abbildungen aus dem (heutigen) Ortsteil von Senftenberg und der einen oder anderen Hintergrundinformation. Möglicherweise werden wir diese demnächst in besagtem Werk wiederfinden.

Der Bau der Sedlitzer Schule zog sich sage und schreibe über 2,5 Jahre hin. Auf der Gemeindevertretersitzung im Januar 1928 äusserte man die Hoffnung dass mit dem Schulneubau, der immer dringender notwendig wird, ... nunmehr bestimmt im Frühjahr begonnen werden (wird).
Die Grundsteinlegung indes fand erst im Herbst desselben Jahres statt. Der Senftenberger Anzeiger vermeldet hierzu:

Grundsteinlegung zum Schulneubau

Sedlitz, 20.Okt.,

Gestern nachmittag fand die Grundsteinlegung zum Schulneubau statt. Um 3 Uhr versammelten sich die geladenen Gäste und die Vertreter der Gemeindekörperschaften und der Schule in der Wohnung des Gemeindevorstehers, um die vom Gemeindevorsteher entworfene Urkunde zu unterzeichnen. Gemeindevorsteher Miersch verlas dieselbe, dann wurde sie neben einer großen Zahl weiterer Urkunden (Berichte über die Geschichte des Ortes, der Schule, der Ilse-Bergbau-AG, Zeichnungen, Ausgaben des "Senftenberger Anzeigers", Notgeld usw.) in die Urne gelegt und von Klempnermeister Rothe - Senftenberg verlötet. Die eigentliche Feier am Neubau wurde von dem Chor der hiesigen Volksschule eingeleitet. Nach dem Vortrag eines Gedichtes durch die Schülerin Johanna Mtrschinka hielt Rektor Homann die Festrede. Er begrüßte zunächst den Vertreter der Schulaufsichtsbehörde, Schulrat Schmidt, Senftenberg, den Vertreter der Ilse, Ziegeleidirektor Mauß, den Schulrat Dr. Kunz und den Erbauer, Architekt Vogel. Nach einer Schilderung der Entwicklung unsres Schulwesens sprach der Redner den Wunsch aus, daß in dieser Schule arbeitsfrohe und freudige Kinder herangebildet werden mögen, die der Zukunft unseres Vaterlandes dienen werden.
...
Nach den Hammerschlägen wünschte der Polier Boslau, der die Maurerarbeiten leitet, dem Fortgang des Werkes gutes Gelingen. Der gemeinsame Gesang der zweiten Strophe von "Nun danket alle Gott" beschloß die Feier. Nach der Feier fand ein gemütliches Zusammensein statt, währenddessen in einer Reihe von Trinksprüchen all' derer gedacht wurde, die ihre Arbeitskraft in den Dienst der Sache gestellt haben.

Senftenberg
Kaufhaus Paul Brudes,
Sedlitz N.-L.
R 44761
Echte Photographie
Aufnahme <= 1936
Sammlung Theodor Restel
Die Einweihung der Schule konnte bei strahlendem Wetter jedoch erst am 23.April 1930 vollzogen werden. Die Zeiten waren schwierig...

Im Winter 1929/30 geriet Deutschland in den Strudel der sich aus dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 entwickelnden Weltwirtschaftskrise. Der Kapitalstrom nach Deutschland versiegte, als die für die deutsche Wirtschaft so dringend benötigten ausländischen Kredite abgezogen wurden. In den USA und in Europa setzte sich zunehmend nationaler Protektionismus durch, das Welthandelsvolumen fiel von 1929 bis zum Tiefpunkt der Rezession 1932 um 25 Prozent. Der deutsche Warenexport sank in demselben Zeitraum von 13,5 auf 5,7 Milliarden Reichsmark, da der Außenhandel ebenso rapide zurück ging wie die Industrieproduktion des Deutschen Reichs, die um ca. 40 Prozent fiel. Firmenzusammenbrüche, Bankenschließungen und Massenarbeitslosigkeit waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Zwischen September 1929 und Anfang 1933 stieg die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland von 1,3 auf über sechs Millionen. Das Realeinkommen sank um ein Drittel, Armut und Kriminalität nahmen sprunghaft zu. Massenverelendung kennzeichnete in der Wirtschaftskrise das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten. (www.dhm.de).

Davon blieb natürlich unsere Region nicht verschont und es ist nicht verwunderlich, dass Bauvorhaben, die in dieser Zeit auf den Weg gebracht wurden, unverhältnismässig lange dauerten. Letztendlich nahm der Schulneubau ein glückliches Ende und man konnte schliesslich das alte Schulgebäude aufgeben und den Schulbetrieb in dem schönen neuen und vor allen Dingen geräumigen Haus aufnehmen.

Senftenberger Anzeiger (1930)
Ebenfalls im Jahre 1930 konnte eine weitere "Baustelle" abgeschlossen werden...

- Sedlitz, 22. Nov. (Vom Bahnhof Sedlitz-Ost.) In aller Stille ist in diesen Tagen das neue Bahnhofsgebäude, an dessen Fertigstellung in den letzten Wochen fleißig gearbeitet worden war, in Betrieb genommen worden. Wenn auch aus Gründen der Sparsamkeit auf den Bau eines vollständig massiven Gebäudes verzichtet werden mußte, so entspricht doch das neue Häuschen, ein barackenartiger Holzbau mit massivem Sockel, vollkommen seinem Zweck. Eine breite Steintreppe führt zu einem kleinen offenen Vorraum und weiter in einen geräumigen Warteraum hinein, der die ganze Länge des Gebäudes einnimmt. Neben dem Warteraum liegen, durch entsprechende Fenster mit diesem verbunden, der Dienstraum und die Gepäckabfertigung, ferner eine kleine Gerätekammer. Der Warteraum ist in heller, freundlicher Farbe gehalten, und ein breiter Kachelofen verspricht auch für die kältesten Wintertage einen angenehmen und warmen Aufenthalt.
Zu wünschen wäre, daß die Sparsamkeit nicht soweit getrieben würde, die vorläufig im Warteraum aufgestellten alten, ausgebesserten Sitzbänke darin zu belassen. Außer den noch erforderlichen Planierungsarbeiten in der Nähe des Gebäudes wird sich auch irgendeine Befestigung des Zugangsweges zur Bahnsperre nicht umgehen lassen. Die bisherige Verkehrsentwicklung auf dem neuen Haltepunkt, der bekanntlich erst mit Beginn des Sommerfahrplans am 15. Mai d.J. in Betrieb genommen wurde, dürfte nachträglich auch die Reichsbahndirektion davon überzeugt haben, wie sehr nötig die Anlegung eines solchen Haltepunkts in unmittelbarer Nähe unsres großen Industrieorts war. nach vorsichtiger, aber sorgfältiger Schätzung dürfte die zahl der bisher verkauften Fahrkarten nicht mehr allzu weit von 20 000 entfernt sein und die Kasseneinnahmen die ersten 10 000 RM. bereits weit überschritten haben. Zweifellos ist für den kommenden Winter noch mit einer wesentlich stärkeren Benutzung zu rechnen.


Was würde wohl der Schreiber dieser Zeilen, in denen er nicht mit Lob sparte, angesichts des heutigen Zustandes des Haltepunktes Sedlitz-Ost von sich geben?

Dieser ist im übrigen nicht mit jenem historischen, und auf AK_Sed 019_1 abgebildeten Gebäude identisch, ja befindet sich nicht einmal exakt an jener Stelle, sondern einige Meter weiter in Richtung Cottbus.

Senftenberg
Photo-Atelier Ernst Wenzel,
Senftenberg, Calauerstr. 13, Tel.283
C49
Aufnahme <= 1940
Sammlung Theodor Restel

5 Jahre später - im Jahre 1935 wurde durch die Ilse Bergbau AG in Anna-Mathilde ein Betriebskindergarten errichtet. Dieser ist auf AK_Sed 018_1 abgebildet. Wie man erkennen kann, war auch dies ein barackenartiger Bau. Im Inneren war er jedoch hochmodern, mit Zentralheizung, fliessendem kalten und warmen Wasser, grosszügigen Räumlichkeiten, inklusive Toilette mit Wasserspülung.

Ebenfalls von der Ilse erbaut wurde das Gebäude auf der oberen Abbildung dieser Zweibildkarte. Es handelt sich um das Gasthaus Anna-Mathilde, welches im Erdgeschoss eine geräumige Gaststube, ein Vereinszimmer und eine "schwarze Stube" beherbergte. Im Obergeschoss befanden sich mehrere Fremdenzimmer und die Wohnung des Gastwirtes.
Links an das Gasthaus schloss sich unmittelbar das Kaufhaus der Ilse- Wohlfahrtsgesellschaft an.

Senftenberger Anzeiger (1938)

Senftenberg
Photo-Atelier Ernst Wenzel,
Senftenberg, Calauerstr. 13, Tel.283
C59
Aufnahme <= 1940
Sammlung Theodor Restel
Senftenberg
Photo-Atelier Ernst Wenzel,
Senftenberg, Calauerstr. 13, Tel.283
d61
Aufnahme <= 1940
Sammlung Andreas Schild
Senftenberg
Photo-Atelier Ernst Wenzel,
Senftenberg, Calauerstr. 13, Tel.283
c570
Echte Photographie
Aufnahme <= 1940
Sammlung Matthias Gleisner

Nach den 5 eher nüchternen Motiven, die die Ästhetik der 1930er Jahre wiederspiegeln, folgen zum Schluss noch zwei Ansichten, die an "die gute alte Zeit" erinnern und eher nach meinem Geschmack sind. In beiden Fällen handelt es sich um Weissgärber-Produktionen, die jedoch nicht wirklich alt sind. Zumindest das rechte Motiv kann frühestens 1927 gemacht worden sein. In jenem Jahr wurde das Lokal "Zur Hoffnung" eröffnet und der Wirt ist bestimmt auf das links abgebildete Inserat des Senftenberger Fotografen "angesprungen".
Senftenberger Anzeiger (1927)
Senftenberg
Photo u. Verlag von Emil Weissgärber,
Senftenberg L.
Aufnahme <= 1928
Sammlung Georg Messenbrink
Senftenberg
E. Weißgärber,
Senftenberg, N.-L.
Aufnahme <= 19??
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberger Anzeiger (1927)

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