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27.11.2022
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In diesem Jahr war Weihnachten etwas eher für mich. Passen zum ersten zarten Schneefall in Senftenberg "schneiten" in meinem Email-Postfach eine ganze Reihe digitaler Versionen von Ansichtskarten und Fotos ein, die teilweise schon seit vielen Jahren auf meinem Wunschzettel standen und nunmehr von dort getilgt werden können. Darüberhinaus erreichte mich weiteres und mir teilweise bislang unbekanntes Material.
Damit wird sich die Zielsetzung "600 Neues-Seiten" etwas leichter und komfortabler im Bereich des Machbaren bewegen. Vielleicht sogar darüber hinaus. Tendentiell, und das wird möglicherweise die "Nur-Senftenberg"-Liebhaber etwas enttäuschen, dreht es sich bei besagter Materiallieferung um Ansichten von nicht mehr existentem Terrain. Also Bergbau-Ansichten, abgebaggerte Orte oder Infrastruktur, die mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht wurde. Zum Teil auch "techniklastig" was eine besondere Herausforderung für mich darstellt, da ich in der Regel wenigstens einige erklärende Worte beisteuern möchte, andererseits aber kein ausgewiesener Technik-Freak bin. Ich werde mein Bestes geben!
Das Gute an der neuen Situation ist auch, daß es mir nun eher möglich ist, von mir lange zurückgehaltenes Material ebenfalls zu präsentieren. Bislang scheiterte dies mangels Masse, da ich in der Regel immer mindestens zwei, besser: mehr, Stücke thematisch kombinieren möchte. Aber genug der Vorrede, steigen wir besser mal langsam ein, in längst umgestaltete Landstriche.

Senftenberg
Verlag von Albert Petersdorf, Kottbus
Aufnahme <= 1905
Sammlung Detlef Krumm
Senftenberger Anzeiger (Juli 1903)
Senftenberg
Neue Postkartenquelle Bruno Hanzig, Görlitz.
Photogr. v. A. Kleye, Görlitz.
2133
Aufnahme <= 1910
Sammlung Marlis Schröter
Hörlitzer Flur bzw. (etwas ungewöhnlich) Hörlitzerflur finden wir auf den beiden oben abgebildeten Ansichtskarten. Eine Bezeichnung mit der wir heutzutage nicht mehr so wirklich etwas anfangen können. Aber während das namengebende Dorf Hörlitz schon Ende der 1930er vollständig dem Braunkohlenbergbau zum Opfer fiel, existierte das nördlich des Dorfes liegende und mit "Hörlitz (Flur)" bezeichnete Areal länger. Zur Entstehungszeit der beiden Ansichtskarten war beides noch intakt, die Erde noch nicht oder nur geringfügig durch den Bergbau umgepflügt. Um die Lage des Gebietes zu verdeutlichen habe ich einmal (ziemlich laienhaft) ein aktuelles Satellitenbild mit einem alten Messtischblatt von 1904 verschnitten...

Im 1. Quadranten erkennen wir die Ortslage des heutigen Hörlitz. Der Ausriß aus dem Messtischblatt, den ich darübergelegt habe, zeigt den Teil von Hörlitz (Flur), der uns heute beschäftigt. Mit Sicherheit gibt der Ausschnitt nicht die ursprünglichen Grenzen wieder. Markiert habe ich die wichtigen Örtlichkeiten, die auf der linken Ansichtskarte abgebildet wurden. Die Brikettfabrik der "Hörlitzer Werke" (rot) und "Noacks Gasthof" (blau). Mit dem 3. im Bunde, der Bäckerei, kann ich aktuell nichts anfangen. Das Motiv vom Werk (wir sehen die Rampe auf der die Kohlenhunte aus dem Mundloch des Tiefbauschachtes in Richtung Fabrik und wieder zurück gelangten), ist insofern bemerkenswert, als das wir hiermit erst die zweite Ansicht dieser Brikettfabrik überhaupt erhalten. Die erste, eine Totale, präsentierte ich vor einiger Zeit hier.
Anhand der Aufnahme vom Gasthaus lässt sich mutmaßen, daß die Ansichtskarte um einiges früher als im von mir angegebenen 1905 aufgelegt wurde...
Ende Juli 1903 passierte nämlich für das Lokal ein Eigentümerwechsel zwischen Gotth. Noack (seinen Namen kann man, wenn man weiß wonach man suchen muß, auf dem Schild an der Wand entziffern) und Oskar Zahn. Was uns automatisch zur rechten Ansichtskarte bringt. Auch wenn man es im ersten Moment nicht glauben mag aber hier sehen wir ein und denselben Gasthof. Der neue Besitzer Oskar Zahn investierte in die Immobilie und ließ in Folge das ursprüngliche Wirtshaus abreißen und durch einen Zweigeschosser ersetzen. Der Saal dahinter blieb erhalten. Den können wir zwar auf der rechten Karte nicht sehen, eine Aufnahme aus Zeiten in denen das Lokal schon unter Carl Wilop als "Forsthaus Hörlitz" lief, bestätigt jedoch meine Aussage.

Übrigens kann ich bis zum heutigen Tag nicht nachvollziehen, was damals die zuständigen Stellen geritten hat, das heutige Hörlitz (ich kenne es noch unter Senftenberg-West) aus dem Verbund mit Senftenberg zu lösen. Verwaltungstechnisch betrachtet war es lange Zeit ein Bestandteil Senftenbergs, ob als Meurostolln, Senftenberg II oder eben Senftenberg-West. Der verkehrstechnische Schluß zwischen Senftenberg und Hörlitz ist auch sehr viel bündiger als zu den neuen Senftenberger Ortsteilen, Peickwitz und Hosena, die wir uns stattdessen "eingefangen" haben. Letztere betrachte ich ganz persönlich als "fremd" in Senftenberg... Niederlausitz gegen Oberlausitz halt...