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- Senftenberg, 15. April. Ueber die neue Kolonie Grube Marga wird in der "Frankf. O.-Ztg." berichtet: In der Nähe des Dorfes Brieske bei Senftenberg hat die Ilse-Bergbau-Aktiengesellschaft vor einigen Jahren ein bedeutendes industrielles Unternehmen ins Leben gerufen, indem sie auf der Gemarkung Hörlitz Brieske über 2200 preußische Morgen Grubenfelder angekauft und dort mehrere große Brikettfabriken mit mehr als 30 Pressen errichtete. Die in mächtigen Flözen lagernde Braunkohle ist bester Qualität und eignet sich vorzüglich zur Preßsteinfabrikation. Der größte Teil jenes Grubenfelderbesitzes wird durch Tagebau ausgebeutet. In dem Gesamtbetriebe werden gegenwärtig mehrere Hundert Arbeiter beschäftigt, denen in gesunden, von der Werksleitung erbauten Wohnungen Unterkunft gewährt wird. In kurzer Zeit ist hier ein selbständiger Industrieort, der die Bezeichnung Grube Marga führt, entstanden. Die netten Häuser der Beamten und Arbeiter, die schmucken Gasthäuser und Verkaufsläden, sämtlich von der Betriebsleitung verwaltet, gewähren einen freundlichen Eindruck. Grube Marga besitzt auch eine eigene Schule, die vorläufig in einem Privathause untergebracht werden mußte. Der Bau eines neuen Schulgebäudes, den die Grubenverwaltung aus eigenen Mitteln ausführt, wurde im vorigen Herbst in Angriff genommen. Der stattliche Neubau, mit Brausebädern für die Schulkinder und sonstigen zeitgemäßen Einrichtungen ausgestattet, geht jetzt seiner Vollendung entgegen und wird voraussichtlich am 1.Mai seiner Bestimmung übergeben werden. Zur Einweihungsfeier werden schon jetzt Vorbereitungen getroffen.
Senftenberger Anzeiger (1911)

Die, nach meinen Informationen in einem Wohnhaus in der Viktoriastrasse (heute: Ernst-Thälmann-Strasse), untergebrachte "alte" Schule, nahm am 4. August des Jahres 1908 in Gegenwart der Ilse-Direktion, der Beamten und des Schulvorstandes den Betrieb auf. Der erste Lehrer, ein gewisser Herr Lindow, der zuvor in Särchen tätig war, wurde dabei durch Herrn Oberpfarrer Hintersatz feierlich in sein Amt eingeführt. Die Schule zählte zu diesem Zeitpunkt nur 38 Kinder. Man ging richtigerweise aber davon aus, dass mit einer sprunghaft anwachsenden Schülerschaft zu rechnen sei. Durch die Ausweitung des Betriebs und dem damit verbundenen Zuzug weiterer Arbeiterfamilien, war die Notvariante schon nach kürzester Zeit an seine Grenzen gestossen. Der Bau eines "echten" Schulgebäudes machte sich zwingend notwendig. Innerhalb weniger Monate wurde durch die Ilse das eindrucksvolle Gebäude auf den märkischen Sand gesetzt, so dass am 8. Juli 1911 die feierliche Einweihung stattfinden und der Schulbetrieb für die Kinder aus Grube Marga unter wesentlich verbesserten Bedingungen fortgesetzt werden konnte.

Fest-Ordnung für die Einweihung der Schule zu Grube Marga
(Sammlung Steffen Marth)

Senftenberg
Verlag der Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.,
Grube Ilse N.-L.
No. 8633
Aufnahme <= 1914
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Senftenberg
Verlag C.G. Grubann, Senftenberg
E5565 13
Aufnahme <= 1914
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Ilse Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.,
Grube Ilse, N.-L.
R 20191
Aufnahme <= 1925
Sammlung Erika Fischer
Senftenberg
Rudolf Ließ, Bekleidungshaus,
Grube Marga, N.-L.
R 44242
M 1360
Aufnahme <= 1945
Sammlung Matthias Gleisner

Fest-Ordnung für die Einweihung der Schule zu Grube Marga
(Sammlung Steffen Marth)

- Grube Marga, 10. Juli. Am vergangenen Sonnabend fand hierselbst die Einweihung des neuen Schulhauses unserer Kolonie statt. Der Schöpfer desselben ist Herr Architekt G. v. Mayenburg. Nachdem die Kinder vor der alten Schule das Lied "Unsern Ausgang segne Gott" gesungen, bewegte sich der Zug nach der neuen Schule unter Vorantritt der Kapelle, welche "Tochter Zion, freue dich" intonierte. Vor der neuen Schule erklang ein gemeinsamer Gesang "Ich bete an", nachdem ein Männergesang "Lobe den Herrn" ertönte. Hierauf hielt Herr Oberpfarrer Hintersatz die Weihrede, an welche sich ein Männerchor "Die Himmel rühmen" anschloß. Dann erfolgte nach einem Gebet und der offiziellen Weihe die Übergabe der Schlüssel, während die Kinder "Hoch tut Euch auf, Ihr Tore" sangen. Hierauf wurde die Schule geöffnet. Alle Festteilnehmer traten ein, worauf Herr Kreisschulinspektor Schönfeld eine Ansprache hielt und ein gemeinsamer Gesang "Nun danket Alle Gott" ertönte. Nach einer nun folgenden Besichtigung aller Schulräume fand im Gasthaus zur Kaiserkrone - Grube Ilse ein Festessen statt. Hier wurde den Gästen ein opulentes Mahl geboten. Da während desselben von offiziellen Reden abgesehen wurde, hielt Herr Kommerzienrat Schumann erst zum Beginn der Fidelitas eine humorvolle Ansprache, welche von lebhaften Beifallsbezeugungen der Erschienenen begleitet war. Herr Amtsvorsteher Hauer hielt ebenfalls eine launige Rede. Herr Architekt v. Mayenburg lobte die Ausführung der Bauarbeiten und hob besonders hervor, daß die Kolonie Marga in einigen Jahren eine Mustergartenstadt, vorbildlich für das ganze Deutsche Reich, sein werde. Hierauf folgten noch mehrere Ansprachen und schloß die Feier in der 10. Stunde.

Senftenberger Anzeiger (1911)

Die Chronik aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Ilse-Bergbau-Aktiengesellschaft liefert im Jahre 1913 für die Schule in Marga folgende Zahlen:
8 Klassen
354 Kinder
6 Lehrkräfte

60 Jahre später, am 1. September 1973, schaute Euer Webmaster bei der Einschulung in dieselbe Schule noch erwartungsfroh in die Gegend...

Senftenberg
AK_GMa 012_1
von <= 1922 auf <= 1920
Senftenberg
AK_GMa 012_2
von <= 1922 auf <= 1920

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