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Um irgendwie den "Geist" der Vorwoche nochmals aufzunehmen... Auf, auf zum Kampf! ... die nächsten einhundert historischen Motive aus Senftenberg und Umgebung werden von mir in Angriff genommen. Am Ende sollte dann die Rekordzahl 2000 stehen. Ich gehe davon aus, daß ich dies auch noch schaffen werde. Möglicherweise wird es aber das letzte vollständige Hunderter-Paket werden. Meine Suchliste ist zwar gut gefüllt aber die Abarbeitung derselben stockt seit langem.
Was ich auch versprechen kann: In der nächsten Zeit werden hier noch einige tolle Stücke präsentiert. Weniger Varianten bereits bekannter Motive (die wird es zwar auch geben), sondern Material, welches die große Masse bisher wohl noch nie zu Gesicht bekommen hat. Und in der hier dargebotenen Qualität sowieso nicht!

Und den Anfang machen vier Ansichtskarten aus dem bislang sehr stiefmütterlich dokumentierten Sorno. Stücke aus diesem Dörfchen östlich von Sedlitz gehören zu dem sprichwörtlichen "Goldstaub". Mit den heute vorgestellten Exemplaren verdreifache ich das bislang hier archivierte Material auf einen Schlag!

Senftenberg
Markert & Sohn, Graph. Werke,
Dresden-A. 10
Photo R.Schneider.
Verlag der Denkmals-Kommission, Sorno
Aufnahme <= 19??
Sammlung Theodor Restel
Senftenberg
P. Hensel. - Ges. gesch.
Aufnahme <= 1920
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Echte Photographie
Aufnahme <= 19??
Sammlung Thomas Gröbe
Senftenberg
Verl. v. Paul Jancke,
Berlin W.35, Genthinerstr. 42
Aufnahme <= 1918
Sammlung Theodor Restel
Jedes der vier Stücke ist für sich interessant. Während man auf dem Stück oben rechts alles versammelte, was wichtig in dem damals ca. 450 Einwohner zählenden Dorf war, "glänzt" das Exemplar unten links mit einer Ansicht, die wenig Lust darauf macht, einen Besuch Sornos überhaupt in Erwägung zu ziehen, so trostlos, wie sich die Dorfstrasse darauf präsentiert.
Dieselbe Dorfstraße sehen wir auch auf der Ansichtskarte unten rechts. Jedoch zu einer wesentlich früheren Zeit: Die Straße ist hier noch nicht viel mehr als ein große Sandwüste, die sich bei Regen in einen Schlammparcours verwandelte. Von einer solchen Gelegenheit zeugen die tiefen Radspuren. In der Bildmitte, ungefähr dort wo man in der Entfernung eine Schar Gänse erkennt, sollte einige Jahre später, konkret im Jahre 1921, das Denkmal für die 16 im 1.Weltkrieg gefallenen Söhne des Dorfes entstehen.

Und genau dieses Denkmal sehen wir in einer Großaufnahme auf der Ansichtskarte oben links. Das Stück enthält leider keine verwertbaren Zeitangaben. Die rückseitigen Angaben bzgl. "Denkmals-Kommission" legen jedoch die Vermutung nahe, daß die Aufnahme in enger zeitlicher Nähe zur Errichtung/ Vervollständigung der Gedenkstätte steht. Hierzu findet man im Senftenberger Anzeiger vom November 1921 einen längeren Bericht, der nicht mit Details geizt...

- Sorno, 13. November. (Kriegerehrung.) Der Herzenswunsch der Gemeinde Sorno, das Denkmal für ihre im Weltkriege gefallenen Mitglieder am Totensonntag, an dem das ganze Vaterland um seine teuren Toten trauert, einweihen zu können, wird in Erfülllung gehen. Wenn nicht ganz unvorhergesehene Zwischenfälle es verhindern, wird der Denkstein am kommenden Donnerstag auf dem bereits fertigen Fundament aufgestellt und vom Bildhauer übergeben werden. Damit werden die Arbeiten der Gemeinde zur Errichtung eines Ehrenmales für die gefallenen Helden in demselben Jahre abgeschlossen, in dem sie begonnen haben. Am 30. Januar d.J. richtete der Kriegerverein Sorno-Rosendorf, dem die Schaffung einer Gedächtnisstätte für seine gefallenen Kameraden besonders am Herzen lag, an alle Behörden, Vertreter und Vereine der Gemeinden Sorno und Rosendorf die Einladung zu einer Zusammenkunft zwecks Gründung eines Denkmals-Ausschusses Vertreter zu entsenden. Diese Versammlung fand am 13. Februar d.J. im Gasthaus Sorno statt. Da die Vertreter aus der Gemeinde Rosendorf die Absicht kund gaben, sich nicht an einem gemeinsamen Denkmal Sorno-Rosendorf zu beteiligen, sondern in ihrem Ort ein besonderes Denkmal zu errichten, so konnte die Vertreterversammlung nur mit dem Entschluß auseinander gehen, an die Gemeindevorstände von Sorno und Rosendorf mit der Bitte heranzutreten, daß sie die Errichtung von Kriegergedächtnisstätten an den einzelnen Orten übernehmen. Die Gemeindevertretung von Sorno wählte darauf als Denkmals-Kommission den Gemeindevorsteher Christian Rathmann, den Lehrer Reinhold Schneider, den Kaufmann Ernst Rathmann, den Tischlermeister August Budich und den Dekorateur Georg Kubenz. Die sogleich eingeleitete Geldsammlung, an der sich in anerkennenswerter Weise alle Mitglieder der Gemeinde mit nur wenigen Ausnahmen beteiligten, ergab mit der hochherzigen Spende der Ilse-Bergbau-Aktiengesellschaft den Gesamtbetrag von annähernd 17000 Mark. Nachdem von den Plätzen, die sich zur Aufstellung eines Ehrenmales eigneten, die Gemeindevertretung den Platz westlich der Kirche zur Verfügung stellte, galt es, für diesen durch die Kirche, die Chaussee, den Wassergraben und den Dorfweg mit der Lichtleitung im Süden eng begrenzten Platz neben dem schlank hochstrebenden Kirchturm ein Denkmal zu schaffen, das nicht nur durch künstlerischen und kulturellen Wert die Dankbarkeit der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen und an die treue Pflichterfüllung der Toten zu mahnen vermag, sondern zugleich in das Dorfbild hineinpaßt und neben der Kirche zu würdiger Wirkung gelangt.

Auf Bitte der Denkmals-Kommission hat die Provinzial-Bauberatungsstelle für Kriegerehrungen, Berlin, mit besonderer Sorgfalt und Mühe an der Durcharbeitung eines Denkmalsentwurfes für diesen Platz und an dem Plan der Aufstellung und Bepflanzung gearbeitet. Auch nachdem für die Ausführung des endgültig festgelegten Entwurfes unter den vielen Bewerbungen das Angebot der Firma Mittag u. Tempel, Senftenberg, gewählt worden war, sicherte die Bauberatungsstelle die genaue, künstlerische Ausführung der Arbeiten, sodaß die Gemeinde Sorno der Beratungsstelle für ihre kostenlose Unterstützung bei der Schaffung eines würdigen Denkmales den größten Dank schuldet.
Dankbar ist die Gemeinde ferner ihren einzelnen Mitgliedern, die ihre Arbeitskraft unberechnet in den Dienst der guten Sache stellten. Fast alle Maurer des Ortes führten in gemeinsamen Schaffen den Grundstein aus. Edlen Wetteifer bekundeten auch fast alle Einwohner an der Leistung von Gespann- und Handdiensten bei der Auffüllung des viel zu tief gelegenen Denkmalsplatzes. Ein Dokument der in den Grundstein einzumauernden Zinkurne nennt die Namen aller und ihre Taten an der Gedächtnisstätte. Der Grundstein wird ferner aufnehmen: die Schilderung der Kriegsschicksale der Gefallenen bis zu ihrem Heldentode, eine Uebersicht der Kriegserlebnisse der noch lebenden Kriegsteilnehmer, besonders der Gefangenen, eine Uebersicht über die gegenwärtigen Verhältnisse im Orte, einzelne Stücke des hier in der schweren Zeit gültigen Notgeldes, ein Exemplar dieser Zeitungsnummer und andere Aufzeichnungen, die für die späteren Zeiten von geschichtlichem Werte sind. Die im nächsten Jahre auszuführende Bepflanzung des Denkmalsplatzes ist vom Kaufmann Ernst Rathmann anläßlich seines Wegzuges nach Werneuchen gestiftet worden. So wird der Denkstein am kommenden Totensonntag seiner Bestimmung übergeben werden können. Ein Trauermarsch von der Friedenseiche zum Denkmalsplatz, der um 2 Uhr nachmittags beginnt, wird die Einweihungsfeierlichkeiten einleiten.

Aufgrund der im Text gelieferten Informationen können wir also sicher davon ausgehen, daß sich die Gedächtnisstätte, so wie wir sie auf der Ansichtskarte sehen, erst im folgenden Jahr 1922 präsentieren konnte. Nach Einfriedung und Bepflanzung.
Senftenberg
AK_Buw 005_1
von <= 1931 auf <= 1924
Senftenberg
AK_Sor 001_1
von <= 1929 auf <= 1924

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