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Vom Senftenberger Platz der Freundschaft der Vorwoche geht es heute zum Briesker Platz des Friedens.
Letzterer hat im Gegensatz zu seinem Senftenberger Pendant seine alte Bezeichnung "Markt" nicht zurück erhalten.
Die Gründe hierfür sind mir nicht bekannt. Vielleicht sah man schon voraus, daß der Begriff "Markt" zukünftig nicht mehr mit Leben erfüllt werden würde...
Dabei ließ es sich nach der politischen Wende eigentlich noch ganz gut an. Die Geschäfte boten wie eh und je Waren an, die Gaststätte war noch geöffnet, in der Schule wurden die Schüler unterrichtet und es gab sogar einen regelmäßigen Wochenmarkt auf dem Platz. Mittlerweile ist die Schule das einzige, das nutzungstechnisch noch den Vorstellungen des Architekten Georg Heinsius von Mayenburg entspricht. Der Rest ist leider ziemlich tot!
Die Fleischerei existiert schon lange nicht mehr. Das Haus ist das einzige, das während der großflächigen Sanierung der Kolonie Marga unberücksichtigt blieb. Einige Briesker machten sich eine Zeit lang stark, dieses Gebäude zu einem Bürgerhaus umzufunktionieren. Dies ist bis heute an den Finanzen und vielleicht auch am fehlenden Willen gescheitert. Die Bäckerei musste vor einigen Jahren ebenfalls schließen da die mittlerweile notwendigen Erneuerungen unrentabel gewesen wären. Der Briesker kauft Brot und Brötchen halt lieber beim Discounter.
Die Gaststätte in der "Kaiserkrone" schloß ihre Türen im Jahr 2010. Danach erfolgte die liebevolle Gesamtsanierung des repräsentativen Gebäudes, die sich über 2 Jahre hinzog. Seitdem ist der Gebäudekomplex Bestandteil der gegenüberliegenden und privat betriebenen Grundschule, die den Namen des oben genannten Architekten von Mayenburg trägt.
Das einstige "soziale Zentrum" der Briesker - der Konsum, in dem es ziemlich alles gab, was man im alltäglichen Leben so brauchte, wurde auch nach der Wende noch in dieser Funktion genutzt. 1990 zog dort ein EDEKA ein. Wie lange das Gastspiel andauerte, kann ich aktuell nicht sagen. Sicher ist, daß dort seit vielen Jahren keine Waren des täglichen Bedarfs mehr angeboten werden. Stattdessen betreibt die Volkssolidarität im rechten Teil ein Sozialkaufhaus, in dem sich Bedürftige für einen schmalen Taler mit Möbeln, Kleidung, Haushaltwaren, Elektrogeräten und anderem eindecken können.
Die linke Seite, im Volksmund "Schnittwaren" genannt, wird durch einen lokalen künstlerischen Verein genutzt.
Dieser Verein ist es auch, der zuweilen Teile des Marktplatzes oder halt: "Platz des Friedens", abseits seiner täglichen Funktion als Parkplatz in seine Arbeit einbezieht. Ein Wochenmarkt hat dort wahrscheinlich seit Ewigkeiten nicht mehr stattgefunden.

Aus Zeiten, in denen das Gesamtensemble noch Markt hieß und von denen man ausgehen kann, daß dort unter der Woche das Leben tobte, stammen die ersten beiden Ansichtskarten...

Senftenberg
Verlag: Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft m.b.H.
Grube Ilse N.-L.
R 38198
Aufnahme <= 1929
Sammlung Matthias Gleisner
Senftenberg
Photo u. Verlag E. Weissgärber,
Senftenberg N.-L.
Echt Kupfertiefdruck
4943
Aufnahme <= 1935
Sammlung Matthias Gleisner
Die Motive sind für Marga-Fans wie mich nicht vollkommen unbekannt. In Form von Ansichtskartenproduktionen sind sie aber schon relativ selten zu finden. Das linke Motiv kennt man aus der Nobelvariante des Grube Marga - Albums. Dort jedoch in Form eines Echtfotos. Die rechte Abbildung wurde in der Chronik "50 Jahre Ilse Bergbau-AG" abgedruckt und wahrscheinlich von dort für spätere Publikationen immer mal wieder kopiert. Auf einer kommerziellen Postkarte war mir die Ansicht bis vor kurzem nicht bekannt.
Einen vergleichsweise hohen Bekanntheitsgrad besitzt die rechts abgebildete Ansichtskarte aus DDR-Zeiten. Schon deshalb weil das Motiv auch auf einer Mehrbildkarte mit fünf Briesker Sehenswürdigkeiten in Umlauf gebracht wurde. Besagte Ansichtskarte wird von mir zu einem späteren Zeitpunkt noch vorgestellt werden. Der Blick auf das Kulturhaus "Franz Mehring", wozu die ehemalige "Kaiserkrone" über den Umweg "Volkshaus" ca. 1952 mutierte, hat einige Gemeinsamkeiten mit zwei anderen Ansichten, die wir bereits kennen...

Senftenberg Senftenberg

Ich denke, daß ich mit meiner Datierung auf 1959 in allen drei Fällen, nicht so sehr falsch liege.

Apropos Zeitbestimmung: vor kurzem stolperte ich über eine Luftaufnahme von Grube Marga, die mir bis dahin nicht bekannt war. Hier wäre noch herauszufinden, wann diese genau gemacht wurde. Ich nenne mal ein paar signifikante Dinge, die dabei helfen könnten: die Elstersiedlung ist schon existent, wie auch die Häuser entlang der Hauer-Straße (heute: "Straße der Jugend"). Der Anbau an der Schule ist ebenfalls erkennbar. Was ich nicht sehen kann, ist das Gemeindeamt.

Senftenberg
VEB BILD UND HEIMAT REICHENBACH i.V.
Best.Nr. 6/929
V 11 28 A 246/59 DDR
Echte Fotografie 929/59
Foto: Springer, Brieske
Aufnahme <= 1959
Sammlung Matthias Gleisner
Luftaufnahme von Grube Marga aus nordöstlicher Richtung
Das Fehlen des Gemeindeamtes bei gleichzeitigem Vorhandensein des "Stahlhelmhauses" in der Parkstraße 2/4, das laut Bauakte 1923 errichtet wurde, lässt wenig Spielraum... ich behaupte mal 1924/25. Womit wir dann auch in etwa in die zeitlichen Regionen unser ersten zwei Ansichtskarten kommen, deren Datierung ich bislang nur anhand anderer Produktionen (Seriennummern!) vornehmen kann, da beide Stücke nicht postalisch gelaufen sind.

Und damit bleibt mir nunmehr nur noch, allen Besuchern von gruss-aus-senftenberg.de ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der jeweiligen Familien zu wünschen. Bei uns lautet das Motto in diesem Jahr:

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